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Türchen 24: Impressionen von der See

Zum Abschied von unserer Reise in den hohen Norden sende ich Ihnen einige Wahrnehmungen aus dem Urlaub:

Das Rauschen des Meeres. Die Freiheit der im Wind segelnden Möven. Das kalte Glücksgegühl, wenn das Meer die Beine umspielt und den sanften und gleichzeitig rauhen Untergrund des Sandes unter nackten Füßen.

Die Magie der Tiere und ihre heilsame Wirkung auf uns Menschen.

Wie die Langsamkeit der Schnecke, die doch mit stetigem Fortschritt ihren Weg macht.

Das gemütliche Prasseln des Regens. Die schönen Formen, die die Tropfen machen, wenn sie Holzplanken berühren. Das Glück der Stille in der Natur.

Das Gefühl heil aus brenzligen Situationen heraus gekommen zu sein. Die Demut, Glück haben zu dürfen und Hilfe in der Not zu bekommen.

Das Gefühl, sich immer neu zu verstehen, Frieden zu schließen und sich zu verzeihen. Die Kraft, die in Beziehungen und in jedem von uns wohnt. Die Chance, etwas zu schaffen, wenn wir etwas wirklich erreichen wollen.

Minus süßes sich die Augen mit den Pfoten putzen und ihr Königinnenblick, als mein Mann sie im Strandbuggy zog. Das Gefühl von samtig flauschig weichen Hundeohren. Unser Schatz wird Heilig Abend 15 Jahre.

Den Duft von pinkfarbenen Heckenrosen. Der sauerfrische Geschmack von Sanddorn ...

... und eine große Umarmung aus Köln.

Das war mein Adventskalender 2017. Mein bisher größtes zusammenhängendes Textprojekt für den Blog und eine ganz schöne Herausforderung. Den Text hatte ich im Urlaub fertig geschrieben, anschließend zu Hause überarbeitet und weil es so viel war, kam ich auf die Idee: "Da mache ich einen Adventskalender draus."

Im Dezember habe ich ihn Tag für Tag in die Blogsoftware übertragen, Korrektur gelesen und illustriert. Ich wollte es ja schön haben. :-) So erstellte ich über 290 Illustrationen und war täglich bis zu zwei Stunden mit dem Bereitstellen des neuen Türchens für den nächsten Tag beschäftigt. Hab ich mir vorher irgendwie nicht so zeitintensiv vorgestellt. Gut so, sonst wäre er gar nicht erst entstanden. :-)

So habe ich die intensive Schreiberfahrung genossen und ich hoffe, es hat Ihnen gefallen und vielleicht sogar gut getan.

Hier die Fragen zu meinem Adventskalender:

  1. Was hat Ihnen am Adventskalender am besten gefallen?
  2. Welche Stelle meiner Urlaubsgeschichte haben Sie jetzt am stärksten in Erinnerung? (Das, was Ihnen zuerst einfällt.)
  3. Was haben Sie für sich aus meinen Erlebnissen mitgenommen?

Schreiben Sie einfach drauf los, was Ihnen in den Sinn kommt. Es gibt kein richtig oder falsch, kein zu wenig oder zu viel, nur einfach Ihre persönlichen Empfindungen und die sind immer richtig.

Ich freue mich auf jede einzelne Zuschrift, die ich alle lesen werde. Bitte schicken an meine Mailadresse ak (at) anjakolberg.de

Nun einfach und munter drauf los! Mail öffnen

Ich wünsche Ihnen von Herzen schöne Weihnachtstage!

Ihre Anja Kolberg

* * * Hier alle Folgen des Adventskalenders in der Übersicht * * *

Der Adventskalender ist gestartet

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand

Türchen 21: Heidelandschaft und besondere Geschenke dieser Reise 

Türchen 22: Die Weitsicht nach innen und außen und noch ein Geschenk!

Türchen 23: Ende gut, alles gut

Türchen 24: Impressionen von der See

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Sonntag, 24 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Hundemami

Türchen 23: Ende gut, alles gut

Die letzten Urlaubsstunden verflogen im nu. Am letzten Abend brachten wir Minu spät zum 'Gute Nacht Pipi' raus und wurden mit einem grandiosen Sternehimmel beschenkt. Weil hier keine Straßenlampen oder Häuser Licht streuen, sind die Sterne besonders gut zu sehen.

Da möchte ich gerne auf dem Boden liegen und nur in den Himmel schauen. Atemberaubend, so viele silbrig glänzende kleine und große Punkte. Uahh, wäre es nicht so kalt und laut vom Wind gewesen, sicherlich eine gute Idee. Husch, schnell wieder rein ins warme Haus. Doch erst noch etwas zur Mülltonne bringen. Huch, was war denn das?

In einem zwei Meter Kreis um die Tonne lag unser Müll verteilt auf dem Boden. Wir leuchteten mit der Taschenlampe. Wie kam der Müll da raus? Der metallene Deckel des Müllbehälters war fest verschlossen. Das schwere Holztor, welches das Grundstück abschloss, ebenfalls. Hm. Es war klar, dass es kein Mensch gewesen war.

Aber welches Tier? Abends hatte es frischen Fisch gegeben, vielleicht fühlte es sich vom Geruch der Tüte angezogen, die im Müll gelandet war? Die Müllbehälter bestanden aus einem runden Drahtgerüst, das vorne mit einem Bügel verschlossen wurde, oben war ein schwerer Deckel drauf. In die Öffnung wurde ein dicker, fester Papierbeutel geklemmt.

Diesen Beutel hatte irgendwer vorne in etwa 40 cm Höhe durch den etwa 2 bis 5 cm schmalen Spalt gezogen und einen Beutel nach dem anderen rausgeholt. Unter anderem auch eine große Plastikbox, in der ein Kilo Trauben gewesen waren und die viel breiter war als der Spalt. Wer das da raus gefriemelt hatte, musste ganz schön Kraft in den Pfoten gehabt haben und nicht gerade klein gewesen sein.

Wir sammelten alles wieder ein, sicherten die Tonne mit einem neuen Beutel und verschwanden schnell im Haus. Ein bischen unheimlich war es schon. Ob es hier Waschbären gab? Wir suchten im Internet. Wahrhaftig. Die gab es hier. Die Beschreibung könnte passen. Uns war abends immer aufgefallen, dass Minu ausführlich an einer Seite den Hang hinter dem Haus rauf schnüffelte. Mir war ein großes Loch zwischen den Sträuchern aufgefallen und ich dachte, vielleicht wäre es ein Kaninchenbau. Nun war es wohl eher ein Waschbärbau!

Irgendwie war ich froh, dass es unser letzter Abend war. Obwohl ich tierlieb und -begeistert bin, hatte ich nicht viel Lust, diesem Räuber nachts zu begegnen und mich dabei gehörig zu erschrecken. :-)

Noch zwei Fotos von Nachtstimmungen: In der zweiten Woche leuchtete der Vollmond vom Himmel und machte alles hell draußen. Zum Glück schliefen wir drei alle schlecht in dieser Nacht und tapsten durch das Ferienhaus: So konnten wir den Mond sehen, der sich über Meer spiegelte. Das sah magisch aus.

Was haben wir für einen Urlaub erlebt!

Ich habe so viel gelernt:

Herausforderungen, Baustellen, Schwierigkeiten, Schicksalswendungen wird es im Leben immer wieder geben. Ich kann sie nicht verhindern, so gut ich auch bin und lebe. Wichtig ist nicht, ob uns etwas passiert (es wird wahrscheinlich) oder was uns widerfährt, sondern wie wir mit der Situation, aber vor allen Dingen miteinander und mit uns selbst umgehen. Und dies wird uns mit den Jahren und Erfahrungen mit immer größerer Sicherheit und Gelassenheit gelingen.

So herausfordernd die Situationen waren, so viel Hilfe war auch da. Menschen, die uns zur Seite standen. Vor allem die Präsenz der anderen Menschen war wichtig. Von außen hat man einen neutraleren Blick, weil man emotional unbeteiligt ist, als wenn man selbst in der Notsituation steckt. Es war für mich wichtig, dass die Menschen einfach da waren. Die Frauen und der Mann am Strand zum Beispiel: Ihre Aufmerksamkeit und ihr Mitüberlegen war so eine Hilfe, natürlich auch die Tat. Oder der nette Nachbar. Dass sie mir zur Seite standen, hat mir Kraft gegeben.

Mit meiner Freundin Ariane, mit der ich einige Weiterbildungen besuchte, arbeiteten wir schon mal gegenseitig in Einzelaufstellungen an unseren Themen. Durch die darin gesammelte Selbsterfahrung wurde mir klar: Was wir für das Finden einer in uns selbst stimmigen Lösung brauchen, ist nicht ein Mensch, der leitet, der sich stark einbringt, sondern eher die liebevolle, wohlwollende, an uns glaubende Großmutter, die im Schaukelstuhl in der Ecke sitzt, strickt und dem spielenden Kind ihre Aufmerksamkeit alleine durch ihre Präsenz schenkt.

Das war für mich damals eine ganz wichtige Erkenntnis. Also wenn Ariane einfach da war und mit ihrer Aufmerksamkeit die Energie und Konzentration hoch hielt, konnte ich für mich mein Thema mit Hilfe von Einzelaufstellungen selbst lösen. Mir half das Dasein, die liebevolle Aufmerksamkeit. Manchmal hilft auch einfach ein Taschentuch reichen und Stille oder auch interessiert Fragen zu stellen und zuzuhören. So mag ich es am liebsten.

Im Urlaub hatten die Helfer genau das getan: Sie waren da. Wie wundervoll!

So ist es auch im Leben: Was wir für unseren Weg von außen brauchen, um unsere Ziele zu erreichen, ist liebevolle Aufmerksamkeit, Zuspruch, Glaube. So schön!

Ein Urlaub muss für die Erfüllung vieler Bedürnisse herhalten, die im Alltag einfach zu kurz kommen: Schlaf nachholen. Endlich die Füße hochlegen. Endlich Zeit miteinander verbringen. Endlich mehr bewegen. ... Es ist nicht einfach, damit umzugehen, wenn diese Hoffnungen über den Haufen geworfen werden und Bedürfnisse torpediert werden - wie bei mir zum Beispiel durch die Baustelle.

Dann einen Weg zu finden, gut mit sich selbst und der Situation umzugehen, ist ein wichtiger Weg. Wir alle schaffen das, mal schwerer, mal einfacher auf unserem Weg. Uns passieren solche Herausforderungen nicht ohne Grund, nicht ohne Nutzen für unsere weitere Entwicklung. Auch wenn die Geschenke erst mal in ganz schäbiger Folie verpackt sind, wir zweifeln, mit dem Schicksal hadern, wütend oder traurig sind:

Die wahre Schönheit der Inhalte zeigt sich zum Schluss und wenn wir sie sehen können, erfahren wir den wahren Reichtum dieser Lebensstürme.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Das nächste Mal hätte ich aber nichts dagegen, wenn es langweilige laue Lüftchen wären. ;o)

Das waren meine Urlaubserlebnisse Dänemark 2017. Schön, dass Sie mit mir gereist sind.

Hier das letzte Türchen mit stimmungsvollen Inspirationen zum Abschluss: Türchen 24: Impressionen von der See 

Ihre Anja Kolberg

* * * Bisher erschienen:

Der Adventskalender ist gestartet

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand

Türchen 21: Heidelandschaft und besondere Geschenke dieser Reise 

Türchen 22: Die Weitsicht nach innen und außen und noch ein Geschenk! 

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 23 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Türchen 22: Die Weitsicht nach innen und außen und noch ein Geschenk!

Nachdem ich einen ganzen Tag mit Hilfe verschiedener Musikvideos zur Ablenkung von dem Krach draußen meine Urlaubserlebnisse aufgeschrieben hatte, wollte ich meinen Körper und meine Seele mit einem Walkingspaziergang am Meer verwöhnen. Ich zog Schuhe und eine warme Jacke an, holte die Stöcke raus und maschierte Richtung Loekken los.

Nach einer dreiviertel Stunde erreichte ich eine Treppe, die mich schon Tage zuvor magisch angezogen hatte, da man von dort eine etwas steilere Düne hochklettern konnte. Gar nicht so einfach, den Sand bis zur ersten Stufe zu überwinden. Wie bei einem Fitnessgerät, wo man auf der Stelle steht und Stufen nimmt. :-)

Dann setzte ich mich oben auf das Plateau und genoß die Aussicht auf die Nordsee und das Glück einer trockenen Sitzgelegenheit.

Der einsetzende Nieselregen störte mich nicht. Was für ein Glück, dieser Blick.

Ich spürte, wie ich innerlich zur Ruhe kam und aufatmete. Was hatte ich das vermisst und letztes Jahr so oft gemacht, die hohe Aussicht von der Düne auf das Meer zu genießen.

Ich konnte meine Gedanken hier einfach ziehen lassen. Frei.

Mehrmals hatte ich in den vergangenen Wochen überlegt, nach Hause zu fahren und den Urlaub abzubrechen. Jetzt war ich froh, durchgehalten zu haben.

Auf einmal verstand ich, dass ich im Urlaub doch bekommen hatte, was ich mir zu Anfang so sehnlichst wünschte:

Ich wollte Ruhe und Erholung im Urlaub haben – die habe ich auch bekommen, aber anders, als ich wollte: Nicht im Liegestuhl lesend oder mit dem Blick aufs Meer schreibend, sondern durch die Walkingausflüge, die ich gemacht habe, um der Baustelle zu entfliehen.

Ich wollte an mir selbst arbeiten. Ich habe intensive Arbeit an mir selbst erfahren. Aber anders als geplant. Geplant war ein im letzten Urlaub begonnenes Fachbuch über Scham weiter durchzuarbeiten und mit meinen inneren Anteilen zu arbeiten – und zwar im Ferienhaus schreibend. Bekommen habe ich intensive Arbeit an mir selbst, aber durch all die Abenteuer, die ich bestanden habe – außerhalb und innerhalb des Hauses.

Ich wollte schreiben und war traurig, dass es mir einfach nicht gelang, weil mir die Ruhe fehlte. An diesem Tag schrieb ich viele Stunden in einem Rutsch unsere Erlebnisse auf. (Es wurde daraus das größte zusammenhängende Blogprojekt, das ich bisher gemacht habe.)

Mir fiel das Zitat von der mir sehr geschätzten Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross ein: "Eines weiß ich ganz bestimmt: Wir mögen nicht immer bekommen, was wir wollen. Aber wir bekommen immer das, was wir wirklich brauchen." Wie wahr!

Irgendwie werden wir doch geleitet und geschützt auf unserem Weg durch das Leben.

Als ich beschwingt von diesen Erkenntnissen im strömenden Regen zurück ging, traute ich meinen Augen nicht. Ich sah etwas großes schwarzes am Strand, das sich bewegte. Wahrhaftig eine Robbe!!!

Ich lief los und begrüßte sie vor Begeisterung mit stürmischen Rufen, was sie natürlich erschreckte. Übrig blieben die spannenden Spuren im Sand, die sie beim Robben ins Wasser hinterlies:

Ich sah der Robbe nach, die im Meer verschwand, freute mich unbändig und bedankte mich beim Himmel für so viel Glück.

Und während ich weiter meines Weges ging, meist den Blick auf den Boden, um zu sehen, wohin ich trat, dachte ich überrascht wieder: Was ist denn das?

Da hatte sich die Robbe erneut vor mir an den Strand gewagt!

Diesmal war ich etwas vorsichtiger und sie etwas vertrauensseliger.

Ich konnte vorsichtig näher an sie heran gehen, sie einen Moment beobachten und sie mich, bis sie wieder ins Nass robbte.

Endlich hatte ich eine Robbe in freier Wildbahn gesehen. Seit 2002 warte ich darauf. Und diesen Urlaub, wo ich niemals damit gerechnet hatte, sehe ich sie. Und nicht nur sie, sondern auch Delphine! Was für ein Glück!

Den ganzen Rückweg war ich wie auf Drogen, sang laut vor mich hin und bekam mein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Zu Hause angekommen, war ich durch und durch nass vom Regen und so froh wie nach zwanzig Mal Achterbahn fahren.

Hier geht es weiter mit Türchen 23: Ende gut, alles gut

Beschwingte Grüße,

Ihre Anja Kolberg

* * * Bisher erschienen:

Der Adventskalender ist gestartet

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand 

Türchen 21: Heidelandschaft und besondere Geschenke dieser Reise 

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 22 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Walking

Türchen 21: Heidelandschaft und besondere Geschenke dieser Reise

Dienstag in der letzten Ferienwoche hatte ich das starke Bedürfnis nach Ruhe und so entschloss ich mich, nochmal die grüne, stille Strecke durch die Heide zu laufen und als krönenden Abschluss die Weitsicht oben auf dem Dünenberg zu genießen. Obwohl Regen gemeldet war machte ich mich auf den Weg. Meine Softshelljacke ist zum Glück wind- und bis zu einem gewissen Grad auch wasserdicht.

Ich kam vorbei an Sanddornbüschen. Diese saure Frucht ist so gesund, dass ich viele der gelben Vitamin-C-Beeren naschte. Direkt vom Strauch in den Mund. Lecker!

Was hat das gut getan, durch die Stille der Natur zu gehen, immer wieder Pausen zu machen, um am Harz der Kiefern zu riechen oder Irish Moos auf dem Boden der Lichtungen zu entdecken:

Flitzenden Eichhörnchen zuzuschauen und winzig kleine Pilze im Moos zu bestaunen:

Auf einem der Dächer sah ich Auerhühner. (Die schwarzen Striche oben auf dem Dach.) Deren eigentümliches Klackern hatte ich vorher nur in den Abendstunden in den Dünen gehört und von weitem eines hochfliegen sehen.

Vom Weg durch die bergige Landschaft aus genoss ich die Aussicht über die Dünenhügel bis zum Wasser

und die Jammerbucht entlang:

Die Kartoffelrosen rochen einfach himmlisch und ihr vitaminreiches Fruchtmark lies ich mir auch schmecken:

Ich wollte nicht wie beim letzten Besuch gleich zum Wasser runter gehen, sondern wählte schmale Pfade durch die menschenleere Landschaft. Morgens hatte es gefroren und die Kälte war am Nachmittag immer noch zu spüren. Der Wind frischte auf.

Feuerrot waren meine Hände, als es stärker zu regnen begann. Aber in mir drin war es warm und voller Lebensfreude! Dank Google Maps fand ich einen neuen Weg Richtung Strand. Er führte mich durch das Dünental hinauf auf eine Anhöhe.

Als ich auf der Dünenspitze stand, wurde ich von einem atemberaubenden Blick auf das Meer und in die andere Richtung auf die vielen Häuschen, die sich in die Dünen schmiegten, belohnt. Wegen dem ungemütlichen Wetter war kein Mensch zu sehen. Ich war mit der Natur alleine.

Welch ein grandioses Farbenspiel: Es war kaum Wind, deswegen war das Meer fast glatt. Das zeigte sich in türkisfarbenen Schattierungen wie meine Wand im Büro, dazu die Farbe des cremigen Sandes und die Blauschattierungen des wolkenverhangenen Himmels. Ein Feuerwerk für meine Augen und meine Seele. Vor Rührung flossen mir die Tränen, so schön war das.

Ich war so dankbar, diesen über drei Stunden dauernden Ausflug gemacht zu haben.

Wow! Wieder wurde mir was klar:

Das hätte ich nicht gesehen, wenn mich die Bauarbeiten nicht raus getrieben hätten, weil ich ansonsten sicherlich im gemütlicheren Haus geblieben wäre. Ich wäre nicht so weit gewalkt, wenn ich wegen der schmerzhaften Diagnose Lipödem im Dezember nicht 2017 begonnen hätte mit Walking. Wenn ich durch meine Ernährungsumstellung bis dahin nicht über 30 kg abgenommen hätte und durch das Walking so trainiert wäre: Es wäre schwer für mich gewesen, durch die schmale Luke in der Kellerdecke zu steigen, um uns wieder aufzuschließen.

Ich begriff die Geschenke, die ich bekommen hatte und bedankte mich beim Himmel. Rückblickend machte alles Sinn und fügte sich zusammen: Die Lipödem-Diagnose, das Rutschen der ersten Kompressionsstrümpfe und das Losgehen, um ihren Halt zu testen, die Zahn-OP mit den damit empfohlenen Ernährungsveränderungen, die Schmerzen in den Beinen, die mich im Laufe des Jahres immer wieder zum Walking gebracht hatten. Die Baustelle, deren Lärm mich zur Bewegung außerhalb zwang.

So schwer ist es, das zu sehen, wenn ich in der vertrackten Situation steckte. So stimmig war es jetzt. Ich war in dem Moment voller Glück und Dankbarkeit erfüllt.

Ich hatte das Gefühl, dass ich als Belohnung für dieses Begreifen diesen atemberaubenden Blick am menschenleeren Strand geschenkt bekommen hätte und walkte beseelt zur Wasserkannte hinunter. Doch dann kam es noch besser!

Auf dem Meer sah ich zwei schwarze Punkte: Möven, die sich auf dem Wasser schaukeln ließen. Aber was war das? Hatte ich da schwarze Rückenflossen auf- und abtauchen gesehen? Ich ging näher Richtung Wasserkante, zückte mein Smartphone, das wollte ich aufnehmen. Ich suchte auf der großen Fläche des Meeres die beiden Möven als Fixpunkte und nahm ein Video auf. Da wieder etwas schwarzes. Ich sah gebannt auf das Wasser und suchte es nach den Tieren ab.

Wahrhaftig, das waren schwarze Rückenflossen, zwei Stück. Nach zwei Mintuten hörte ich auf zu filmen, ein Foto glückte mir nicht. Ich hatte wirklich zwei Delphine gesehen, an der Küste Dänemarks! Wie geil war das denn? Ich konnte mein Glück kaum fassen! Ich habe diese Tiere noch nie in der freien Wildbahn gesehen. Für mich war das ein kleines Wunder.

Ich hatte wirklich das Gefühl, die sind ein Geschenk des Himmels an mich für all die bestandenen Herausforderungen. Unfassbar! Ich konnte es kaum begreifen. Ich war so beglückt wie Sie an meinem Gesicht unten sehen können.

In dem Moment war ich überzeugt, dass die beiden nur für mich da aufgetaucht sind, nachdem ich all die Lernaufgaben und die Geschenke entdeckt, begriffen und mich dafür bedankt hatte. Denn es ist sauschwer, sich auf die mies eingepackten Geschenke des Lebens einzustellen, frohen Herzens und offen für die Botschaft. Ich kenne keinen, der sagt: „Super, da kommt die nächste Lernaufgabe. Ich leide zwar gerade wie Hund, mein Urlaub wird durchkreuzt, aber hey egal, es wird ein gutes Ende haben.“ Also ich kann das in jedem Falle nicht. Kann ja noch werden. Was ich aber immer besser kann, ist damit immer früher meinen Frieden schließen, mir gut zureden, für mich einstehen, an ein gutes Ende denken und für mich in der Zwischenzeit gut sorgen. Und das ist klasse!

Im Ferienhaus guckte ich mir die Videos mehrmals an und recherchierte im Netz, ob es dort oben wirklich Dephine gab. Ja, so war es: Es gibt dunkelgraue Tümmler oben an der Nordsee. Sie tauchen alleine oder zu zweit auf, mit Vorliebe in flachem Gewässer. Das passte. Hüüüüüüüüüüüüüüüühüpf! Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass ich an der Nordsee in freier Wildbahn Delphine sehe. Und jetzt war das einfach passiert!

Das war der Punkt, wo ich mir vornahm, über diesen ganz besonderen Urlaub ausführlich für den Blog zu schreiben und meine Erlebnisse mit Ihnen zu teilen.

Hier geht es weiter mit Türchen 22: Die Weitsicht nach innen und außen und noch ein Geschenk!

* * * Bisher erschienen:

Der Adventskalender ist gestartet

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand 

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 21 Dezember, 2017
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Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand

Hier ein paar Inspirationen vom bunten Leben am Nordsee-Herbststrand in Dänemark:

Bei Wind und schönem Wetter fuhren am Meer Paraglider, die an ihre dreirädgrigen, niedrigen Fahrgestelle große Segel gespannt hatten. Sie erreichten eine enorme Geschwindigkeit.

Die bunten Segel vor dem blauen Himmel sahen einfach toll aus.

Auch junge Frauen drehten mit den Gefährten ihre Runden auf der breiten Fläche. Ein Sport mit körperlicher Herausforderung.

Eine Gruppe junger Leute hatte sich Geschirre angezogen, an denen Schirme befestigt wurden, dann stiegen sie auf Skateboards mit großen Gummireifen und ließen sich in atemberaubender Speed über den Strand ziehen. Das Spiel mit dem Wind war nicht einfach, der Schirm klappte immer wieder in sich zusammen, aber wenn es klappte, nahmen sie unglaublich schnell Tempo auf.

So schöne Momente am Strand: Ich sah einen älteren Herrn, der die Klappe seines Kombis geöffnet hatte und auf der Kannte Platz nahm. Um ihn herum spielten seine Enkelkinder: Zwei Jungs im Alter um die zehn Jahre versuchten mit einer Schaltafel das Wasser aufzuhalten, ein Mädchen spielte mit dem Hund, ein anderes hielt einen Drachen.

Bei einem der starken Schauer beobachtete ich vom Wintergarten aus acht junge Mädchen in Regenbekleidung von Fuß bis Kopf, die mit einer grauhaarigen Frau den Weg zum Strand runter gingen. Auf dem Rücken sah ich einige rote Stäbe in ihrem Rucksack und wurde neugierig. Nach einer viertel Stunde sagte mein Mann, guck mal: Am Strand schwebten neun rote Drachen im Wind. (Bild unten) Was sah das schön aus!

Ich liebe es, mit den nackten Beinen durchs Meerwasser zu schlürfen. So oft wie möglich. Zwischen all dem Regenwetter schien die Sonne eines nachmittags, doch es war ziemlich frisch draußen. Sollte ich warten, ob es wieder wärmer werden würde? Unklar, ob ich wegen des instabiles Wetters im Urlaub überhaupt noch einmal in der Sonne am Wasser würde laufen können. Also jetzt oder nie!

Gut für die Beine ist es allemale. Ich zog die kurze Hose an und mehrere Pullover und Shirts übereinander an. Puh, es war schon arg kalt in der kurzen Hose, so jetzt allen Mut zusammen genommen und mit den nackten Füßen ins W........ Ah! Kalt. Sehr kalt!

Zuerst schmerzte das Wasser an den Füßen, so dass ich mich fragte, warum ich so verrückt war, das im Oktober zu machen. Irgendwann wurde es durch den kalten Wind an den nassen Beinen im Wasser angenehmer als draußen und kurz darauf war es mir wahrhaftig egal, ob ich im Wasser stand

und mir die Wellen bis an die Knie spritzten oder ich nur über den Sand lief, ich hatte mich daran gewöhnt und es war einfach schön!

Doch es gibt Menschen, die sind viiiiiiel abgehärteter:

Bei Wind und Wetter habe ich einige - meist ältere - Herrschaften gesehen, die nackig in die Fluten gestiegen sind. Hier ist es durch das flache Wasser leicht ins Meer zu gehen. Kaum Steine, kaum schneidende Muscheln. Mut erfordert es auf jeden Fall, ganz mit dem Körper unterzutauchen. Manche fuhren mit dem Auto bis ans Wasser, zogen sich komplett aus und stiegen in die Fluten, kamen fluchs wieder raus, rubbelten sich mit Handtüchern ab, zogen sich an und fuhren wieder weg.

Mir machte ja schon das Tauchen mit den Füßen ins Wasser etwas aus. Die Belohnung: Den ganzen Abend warme Füße!

Was gibt es noch am Strand zu erleben?

Natürlich Strandgut: Muscheln waren selten zu finden. Ein Glück, denn Minu knackt sie gerne und aufgrund ihres hohen Alters bekommt ihr das im Magen gar nicht gut.

Ein besonderer Fund war diese unversehrte Krabbe. Die Möven nehmen sie meist auseinander und dann sind nur noch Einzelteile zu entdecken...

Schon vom weitem sah ich etwas merkwürdig blaues, großes, rundes am Strand liegen. Was war das blos?

Wikipedia meinte, es sei eine riesige Wurzelmundqualle.

Ich liiiiiebe es, wenn Minus Ohren im Wind fliegen, weil das so lustig aussieht. Besonders quirlig ist sie nicht mehr, dafür etwas mutiger. Als mein Mann mit den Füßen ins Wasser ging, machte sie es ihm wahrhaftig nach. Sonst meidet sie Wasser, wo es eben geht.

Hmmmm, am Strand sind sooo viele spannende Gerüche. Manchmal bewegte sich nur ihre Nase.

Selfie mit Minu.

Diese beiden Strandbesucher spielen Kubb oder auch Wikingerschach/-kegeln, bei dem die Holzklötze des Gegners mit einem Wurf umgeschmissen werden sollen.

Auf dem Weg zurück zum Haus viel mir ein nasser Schmetterling ins Blickfeld, der am Strand lag. Lebte er noch?

Ich hob ihn vorsichtig auf. Seine Fühler bewegten sich etwas.

Er war zu nass und zu schwach, um zu fliegen. Was tun? Ich nahm ihn mit auf den Weg zurück zum Ferienhaus. In den Dünen sind so viele Heckenrosen, dort wollte ich ihn in der Sonne absetzen.

In einer duftenden Rosenblüte konnte er trocknen, Pollen naschen, sich stärken und dann vielleicht wieder fliegen.

Diese süße Schnecke begegnete mir auf dem Weg zum Ferienhaus. Damit endete mein Spaziergang am Meer.

Das tolle an kaltem, nassen Herbstwetter: Das anschließende Kuscheln im Warmen!

Das schnell wechselnde Wetter oben am Meer lehrt eines jeden Tag aufs Neue:

Nichts auf später verschieben. Es gibt nur jetzt als den richtigen Moment. Sonst ist das Wetter schon wieder weg, es regnet, die Sonne ist untergegangen. Eine wundervolle Erziehung zum Jetzt.

Hier geht es weiter mit Türchen 21: Heidelandschaft und ein besonderen Geschenke dieser Reise

* * * Bisher erschienen:

Der Adventskalender ist gestartet

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 20 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Hundemami

Türchen 19: Der Küste entlang in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

Für Donnerstag in der zweiten Woche hatten wir uns wegen des schönen Wetters einen Ausflug zum Rudbjerg Knudde vorgenommen. Das ist eine der Attraktionen in der Gegend, dementsprechend "viele" Menschen waren auf einem Fleck zu sehen. :-) Der Leuchtturm (Fyr) inmitten der riesig hohen Wanderdüne direkt an der Steilküste hatte es uns schon 2008 angetan.

Der Leuchtturm zierte 2009 den Tischkalender, vielleicht kommt er Ihnen daher bekannt vor. Viele Motive vom Meer bereichern die Tischkalender und Minikarten.

Vorbei an Sanddornbüschen und grasenden Kühen und Schafen führte ein neu angelegter Weg zur Düne.

Beim letzten Mal war der Sand ganz weich und man kam kaum die Düne hoch, weil der Untergrund immer wieder wegrutschte. Jetzt war es ein leichtes, die hohe Düne zu erklimmen. Der Sturm der letzten Tage und der Regen hatte die Oberfläche des Sandes zu faszinierenden Gebilden geformt, die einen festen Untergrund bildeten. Wow!

Oben angekommen wurden wir mit einer grandiosen Aussicht bis ins Hinterland, nach Loenstrup und darüber hinaus belohnt.

Erstaunt stellten wir fest, was der Wind in den vergangenen Jahren geleistet hatte: Der Sandberg war Richtung Land gewandert. Damals guckte nur die Spitze des Leuchtturms raus, der Eingang war wie zwei dort ehemals stehende Häuser verschüttet, dicht umschlossen von der Wanderdüne. Über dem 50 Meter hohen Küstenkliff liegt zwischen 20 und 50 Meter hoch der Flugsand, der sich beständig verändert.

Im Gegensatz zu vor neun Jahren (Bild oben) war der Leuchtturm nun wie zu seiner Erbauung vollständig frei gelegt, einschließlich seines Eingangs. Von den Wärterhäusern waren wieder die Fundamente zu sehen. (Bild unten) Was waren für Massen an Sand bewegt worden!

Der Fyr konnte jetzt sogar bestiegen werden. Eine Betonmauer (Bild unten) stützte den Leuchtturm zum Kliff ab, denn direkt dahinter geht es in die Tiefe. Da die Steilküste immer näher rückt, soll der Leuchtturm aus Sicherheitsgründen wohl irgendwann abgerissen werden. Was sehr schade wäre, er sieht einfach grandios aus.

Der damalige Parkplatz zu Fuße des Sandberges war inzwischen verschüttet. Beeindruckend, was die Naturgewalten leisten!

Ein schöner Ausflug. Anschließend ging es weiter ins benachbarte Loenstrup - ein in den Hügeln der Steilküste gelegenes, charmantes Fischerdörfchen. Wie viel farbenfroher sah die Küste nun im Herbst aus. Zuletzt hatten wir sie im Winter gesehen, nachdem lange Schnee gelegen hatte und das Gras braun war.

Auch in Loenstrup werden wie in Loekken die Fischerboote mit einer Seilwinde an den Strand und sogar den Berg hochgezogen.

Sieht doch herrlich aus, oder?

Da ist zu verschmerzen, dass hier im Zentrum die breiten Strände wegen der Steilküste fehlen, dafür genießen die Ferienhäuser von dort oben eine tollen Panoramablick aufs Meer.

Am Nachmittag walkte ich bei herrlichstem Sonnenschein am Strand entlang. Was für eine Wohltat!

Die Augen schließen. Atmen. Die Strahlen der Sonne genießen. In solchen Momenten bin ich soooo dankbar und froh. Im nächsten Türchen gibt es ein paar mehr Inspirationen vom bunten Strandleben im Herbst.

Als ich heim kam, hatten die Handwerker Feierabend. Der Freitag vormittag der zweiten Woche war auch schnell überstanden. (Während ich diese Zeilen zum Ende unseres Urlaubes schreibe, klackert die Nagelpistole und die Kreissäge heult. Alle Urlauber, die hier am Haus vorbei kommen, halten an, um das Bauspektakel zu betrachten.) Dann war wieder Wochenende! Hüpf!

Als ich Sonntags in einem nahegelegenen Supermarkt die Zeitung und für meinen Mann Brötchen kaufte, beobachtete ich Handwerker, die in dem Feriendorf die Dächer sanierten, ein Bagger fuhr, die Musik dröhnte. Plötzlich war ich heilfroh, dass auf unserer Baustelle Wochenende war. Wohl keine Selbstverständlichkeit.

Das Wochenende verbrachten wir mit Lesen, langen Spaziergängen, Ausschlafen, einen Tee draußen beim Sonnenuntergang mit einem schönen Vogelkonzert trinken, das wechselnde Aprilwetter und die Ruhe am Ferienhaus den ganzen Tag genießen. Ich wusste diesen Luxus soooo zu schätzen!

Montag war es trocken und somit gingen auch die Bauarbeiten weiter. Der Wind stand so günstig, dass wir dennoch auf der anderen Seite des Balkons relativ geschützt in der Morgensonne frühstücken konnten. Ich fands so klasse, dass mir der Lärm weniger ausmachte.

Wir entschlossen uns zu einem Ausflug nach Hirtshals - die Stadt an der Spitze zwischen Jammer- und Tannisbucht. Letztere endet ganz oben im Norden Dänemarks mit Skagen, wo sich Nord- und Ostsee die Hände geben.

Von der Hafenstadt im Norden der Jammerbucht starten viele Fährlinien Richtung Norwegen und dort kann man gut frischen Fisch kaufen. Den Leuchtturm wollten wir uns auch anschauen. Übrigens zierte sein Ebenbild den Tischkalender 2015 und ist noch im Minikarten-Set Balsam zu finden.

Für meinen Mann kauften wir am Hafen in Gaardboe's Fiskehandel Scholle und Seelachs. Am Leuchtturm genossen wir die Aussicht aufs Meer. Bei einer Umrundung trat ich fast auf eine Schlange, die sich am Wegesrand sonnte. Gut, dass ich nicht draufgetreten bin und Minu mit ihrer neugierigen Nase fern geblieben war, da ich voraus ging.

Nachher fanden wir heraus, es war eine Kreuzotter, durchaus für Kinder und Senioren - sicherlich auch für Hunde - gefährlich, weil giftig. Uns hat sie nichts getan, ich glaube, es war ihr einfach zu kalt, denn sie bewegte sich kaum und war froh über die wärmenden Sonnenstrahlen.

Auf dem Rückweg statteten wir Noerlev Strand einen Besuch ab, wo wir im März 2010 zu meinem 40. Geburtstag drei Wochen Urlaub machen. Das Häuschen hatte eingekuschelt in eine flache Düne gleich oberhalb vom Strand gestanden. So sah es dort 2010 aus:

Ich fand das Häuschen so schön, weil man auf der Couch lesend direkt durch das Sprossenfenster aufs wenige Meter entfernte Meer schauen konnte.

Und die Zweierbank auf der Terrasse war auch toll.

Als wir 2017 an den Strand kamen, sah es anders aus. Scheinbar hatte auch hier ein Sturm ganze Arbeit geleistet. Unser Haus und auch die Nachbarhäuser, die an der Dünenkannte gestanden hatten, waren nicht mehr da. Schade! Neue Häuser standen jetzt mehrere Meter weiter in wohl sicherem Abstand.

So ist das Leben am Meer mit der Natur. Alles ist in beständiger Veränderung.

Hier geht es weiter mit Türchen 20: Dieses Kribbeln am Strand

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Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber. 

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 19 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber.

Während ich den Blogartikel in Dänemark schrieb, klackerte der Regen wie Metallperlen gegen die Scheiben. Der Horizont dunkelgrau, das Meer etwas heller - als wollte die Welt untergehen. Plötzlich regnet es so stark, der Wind peitschte die Tropfen waagerecht gegen die Scheiben - ein Gefühl, als fährt das Haus durch eine rieisge Waschstraße. Klasse!

Ein Sturm ist ein Naturspektakel. So urgemütlich dem schnell wechselnden Wolkenspiel am Himmel zuzuschauen.

Innerhalb weniger Minuten kann sich das Wetter drehen von blauem Himmel und Sonnenschein zu Wolkenbruch.

Wenn es richtig stürmt und der Wind vom Meer kommt, dauert es nicht lange und Meersalz und Sand bilden einen schmierigen Film auf den Scheiben. Klarer Durchblick nicht möglich. Das Team aus Regen und Wind wäscht sie anschließend sauberer als ich das mit dem Putzlappen könnte. Frau muss ja auch nicht in jedem Moment klare Scheiben haben. ;o)

Trockene Momente nutzten wir für einen Spaziergang. Das Meer hatte sich fast bis zur Düne vorgewagt.

Ich mag es, der Gewalt des Windes zuzuschauen, wie er die Wellen hochpeitscht, den Sand über den Strand fegt oder den Strandhafer kämmt. Dann ist so nah am Meer richtig was los.

Der Sturm schwemmt jede Menge Strandgut an: Flaschen, Kisten, Seile und spannende Algenformationen wie dieser kleine Baum hier. Seine Blätter waren fest und elastisch wie Plastik.

Wenn es jedoch dunkel wird, der Wind ums Haus pfeift, ist mir der Sturm unheimlich. Am Abend dreht er nochmal richtig auf und all die klackernden, schlagenden, peitschenden Geräusche sind schwer einzuordnen, eben weil man nichts sieht. Die Abluftrohre der Abzugshaube über dem Herd rauschten.

Die großen Glasscheiben bogen sich bei den plötzlichen Böen, der Luftzug war spürbar. Irgendwo schlug etwas auf einander. Was tagsüber noch spannend ist, wird nachts gespenstig. Häuser mit Meerblick bekommen durch die ungeschütztere Lage mehr Wind ab, als wenn man unten im Dünental liegt.

Hier ein altes Haus, dessen Besitzer den immerwährenden Kampf gegen die Urkraft des Meeres aufgegeben haben.

Wenn es besonders laut klappert, denke ich darüber nach, ob sich etwas lösen könnte. Beruhigend ist der Gedanke, dass die Häuser hier schon viel mehr erlebt haben, als diesen einen Sturm und ich übe mich in Vertrauen. Ich weiß gar nicht wie viele Stundenkilometer Windgeschwindigkeit wir schon erlebt haben. So lange die Dänen ruhig bleiben, tun wir es ihnen gleich.

2015 machte ich bei Sturm einen Ausflug an den Stand: Wow, das voll Leben spüren!

Hier geht es weiter mit Türchen 19: Der Küste entland in den Norden. Wanderdüne Rudbjerg Knudde und Loenstrup. Hirtshals und Noerlev Strand.

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Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

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Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

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Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

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Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

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Türchen 17: Ein kleines Wunder 

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 18 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Türchen 17: Ein kleines Wunder

Das Wochenende war Salbe für meine Seele und meinen Körper:

Ruhe. Bewegung. Lesen. Füße hoch. Ein Mittagsschläfchen machen.

Ausruhen. Lesen. Schreiben.

Draußen im Sonnenuntergang essen. Die Konzerte der Natur genießen.

Walken. Atmen. Urlauben! Endlich. Was für ein Geschenk.

Montag in der zweiten Woche passierte dann ein kleines Wunder: In der Nacht war der Sturm stärker geworden und auch der Regen. Es war halb acht als ich wach wurde und nebenan noch keine Geräusche vernahm. Leise keimte die Hoffnung, die Handwerker würden bei dem Wetter an dem Tag vielleicht nicht am Dach arbeiten. So war es auch. Wir checkten die Wetterapp. Es sollte so bleiben. Die Baustelle ruhte: Welch ein Segen!

Wir drei genossen das stürmische Wetter und die Naturgewalten von innen und außen zu beobachten. Jeder machte, was er gerne mag. Ich mag es, einfach in die Natur zu schauen, zu lesen, zu schreiben. Den Sichtschutz montierten wir ab, da er einfach zu laut und instabil bei den Windstärken war.

Ich holte mir in einem trockenen Moment die Sonnenliege von draußen rein und machte es mir darauf hinter den großen Fenstern, von wo aus ich das Wetter nah beobachten konnte, so richtig gemütlich mit Lesestoff, Tee und einer kuschligen Decke. Herrlich!

Ich bin so dankbar, dass wir diese Ruhe geschenkt bekamen. In einem Newsletter las ich zu der Zeit ein Zitat von Hermann Hesse: "Das Paradies pflegt sich erst dann als Paradies zu erkennen zu geben, wenn wir aus ihm vertrieben sind." Wie wahr.

Wie oft hatten wir schon Urlaub hier in Dänemark gemacht, ohne Baulärm zu haben. Aber ich wusste es gar nicht zu schätzen. Und wie viel Glück hatten wir in den letzten beiden Urlauben gehabt, ohne Bauarbeiten. Ja, erkennen kann ich das Glück oder Paradies erst dann, wenn ich es nicht mehr habe. Bei wie vielen Dingen im Leben ist das ähnlich.

So bin ich dankbar für den Sturm und seine Auswirkungen auf die Baustelle. Dankbar, mich erholen zu können und aufzuatmen. Ich nahm mir vor, die Ruhe im Ferienhaus zu genießen, so lange es ginge und mich - wenn der Krach wieder begann - auf Ausflüge und vielleicht auf die Arbeit an mir selbst konzentrieren. Es lässt sich intensiv arbeiten am Inneren, wenn der Stress ausbricht, weil dann die Wunde so greifbar ist. Schön ist es, einen solchen Zeitpunkt selbst bestimmen zu können. Eine Herausforderung, wenn sie mir wie so oft im Leben unvorbereitet vor die Nase gesetzt wird und meine Bedürfnisse torpediert.

Ein Segen für meine innere Unabhängigkeit und inneren Frieden wäre es, wenn ich egal was im Außen passiert, innerlich ruhig und gelassen bleibe. Also gleich, welcher Krach, welche Gerüche, welche Ausblicke oder andere stressige Wahrnehmungen und Situationen. Ich bin mir bewusst, dass dies die Königsdisziplin ist und ich auf dem Weg gehend nicht gleich das Ziel erreichen muss.

Donnerstag in der zweiten Woche war der Sturm vorbei. Die Bauarbeiten begannen wieder. Doch hatte ich mich in den Tagen zuvor so erholt und an die Situation gewöhnt, dass ich damit meinen Frieden schließen konnte. Welch Glück!

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Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann... 

Bis morgen,

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Sonntag, 17 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Kleines Glück im Alltag

Türchen 16: Warum passierte das alles? Die Ursache finden und dann...

Nachdem der Adrenalinschub vorbei war, ging es mir nicht gut. Mein ganzer Körper schmerzte von den beiden Stürzen, dem Hochstemmen, Hochklettern und auch dem Stress. Nacken und die Schultern fühlten sich ebenso wund an wie die Handgelenke. Mein Mann schaute nach, ob ich Verletzungen hatte und rieb mir den Nacken mit einer Muskelsalbe ein. 

Dieser Urlaub war so verrückt! Warum passierte uns das alles? Was war blos los?

Noch nie hatten wir in einer solchen Intensität Herausforderungen im Urlaub zu meistern. Ich hatte Sorge, dass es so weiter geht und ich gar nicht mehr zu Ruhe komme. Es musste endlich aufhören mit den "Abenteuern". Ich wollte nur noch wirklichen Urlaub und Frieden haben.

Ich ging ins Bett und legte Heilungsmusik auf, um mich zu beruhigen und weinte. Ich nahm Bachblüten Notfalltropfen und versprühte Lavendelöl. Langsam kam ich zur Ruhe und dachte immer wieder über all das vergangene nach. Die Baustelle. Das Festfahren am Strand. Das Ausschließen auf dem Balkon. Wo hatte das alles seinen Anfang genommen?

Mir fiel eine Situation ein, als wir in Köln losgefahren waren und uns stritten, weil mir aus Unachtsamkeit etwas am Wagen passiert war, da ich morgens um halb vier noch müde und unkonzentriert war. Damit hatte es begonnen. Wie ein roter Faden zogen sich die Themen Schuld, einander verstehen, für sich selbst einstehen, Lösungen im Blick haben, Mitgefühl und Verzeihen durch die Herausforderungen.

Mir wurde auf einmal klar: Egal was uns widerfährt und wie sehr uns das stresst oder wir uns ärgern wie ungerecht eine Sache ist oder auch wie unverständlich die Reaktion von anderen: Wichtig ist nicht, ob oder was uns widerfährt, sondern wie wir anschließend mit uns selbst und den anderen umgehen.

Am nächsten Morgen sprach ich mit meinem Mann darüber. Wir bekamen zwei Tage später eine kleine Situation "geschenkt", um unsere Gefühle nochmal zu durchleben und konnten nochmal darüber sprechen und weiteres verstehen. 

Das Schicksal ärgert uns ja nicht nur, dahinter verbirgt sich meiner Auffassung nach ein Grund. Und mir war die Lernaufgabe dahinter klar geworden. Ich nahm mir vor, mich nun so gut es ging, auf das Gute konzentrieren und zu versuchen, das Beste aus dem Urlaub wie er nunmal war zu machen. Die Schultern, Beine und Arme waren noch vierzehn Tage von blauen Flecken überzogen, doch das war zu verschmerzen.

Es ist bis auf eine rätselhafte Begebenheit am letzten Abend nichts stressiges mehr passiert. Wir hatten verstanden, was zu lernen war und dann war es gut.

Von da an passierten nur noch schöne Dinge und ich hatte den Eindruck, ich werde belohnt wie noch nie zuvor in einem Dänemark-Urlaub. Genießen Sie mit mir nun den Norden, das Meer, die Kraft der Natur, kleine und große Wunder und Geschenke!

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Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

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Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

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Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein? 

Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo? 

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 16 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Dunkle Tage

Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

Ich teilte meine Beobachtungen mit und fragte den Nachbarn, ob er vielleicht mit mir gucken würde, ob da irgendwas in der Kellerdecke zu sehen wäre. Wir gingen in den Keller, machten Licht und ich fand die Stelle, worüber sich mein Schlafzimmer befand. Wahrhaftig, da etwas in die Holzdecke eingelassen, es sah aus wie eine Luke. "Super, da wäre ich nie drauf gekommen. Gut, dass Sie gefragt haben!" sagte ich zu meinem Begleiter.

"Hoffentlich ist sie nicht abgeschlossen." Ich überlegte: "Und genau da steht das Doppelbett drauf, ein Stuhl und der Koffer. Aber wir können ja mal probieren." Ich drehte an dem Knopf. Sie war nicht abgeschlossen. Der Nachbar, viel größer als ich, versuchte die Klappe über seinem Kopf mit der Hand anzuheben. Immerhin, einen kleinen Spalt ließ sie sich öffnen. Allerdings war die Kellerdecke hoch und die Luke wegen dem darauf stehenden Gewicht kaum zu heben.

"Wir brauchen was, um etwas dazwischen zu stecken, damit es nicht immer wieder zugeht." meinte mein Helfer. Ich fand schmale Holzbalken, die wir dazwischen klemmten. Hm, immer noch viel zu schmal und von oben viel zu viel Gewicht, um da rein zu kommen. Würde das überhaupt gehen: Das schwere Bett hochheben? 

"Wissen Sie was, ich brauche was stabiles, wo ich mich draufstellen kann, dann gucke ich mal", sagte ich. Ich fand zwei Böcke und in der Garage eine Schaltafel. Der Platz unter der Luke war eng, aber es passte. Ich stellte mich gebückt auf das gebaute Podest und wollte mit Kopf, Nacken und Schultern die Klappe in die Höhe stemmen. Mit aller Kraft drückte ich dagegen und konnte wahrhaftig das Gewicht von Bett, Stuhl und Koffer bewegen. Der Spalt war jetzt ca. 30 cm hoch, dass ich theoretisch durch klettern könnte. Allerdings war es auch etwas gefährlich. Wenn ich abrutschte, konnte mir die Luke mit dem Gewicht auf den Nacken schlagen. Ich musste ja die ganze Zeit das Gewicht von oben halten.

Trotzdem. Ein Lichtblick. "Das könnte gehen", freute ich mich. "Ja, aber sie brauchen was zur Absicherung, damit sie sich nicht verletzen", entgegnete mein Nachbar. 

Er wollte sich in der Garage nach was passendem umsehen. Ich versuchte mit der Hand über die Luke zu greifen und die inzwischen herunter gepurzelte Wäsche zur Seite zu schieben, damit der Ballast leichter wurde. Ich hörte wie nebenan Glasflaschen auf den Betonboden gestellt wurden.

Aber wie sollte ich da hochkommen? Der Höhenunterschied zwischen dem Podest und dem Fußboden in der oberen Etage war zu hoch. Ich hätte nicht genug Kraft, um mich selbst dort hochzuheben und das Gewicht auf der Luke hochzustemmen. Mein Mann wohl wahrscheinlich, aber der war ja noch draußen auf dem Balkon.

"Jetzt brauche ich nur noch eine Leiter, damit ich seitlich an der Wand hochklettern kann. Ich gucke mal", sagte ich. Während ich suchte, kletterte der Nachbar auf die Böcke, wuchtete Luke, Bett & Co. hoch und klemmte einen leeren Wasserkasten unter das angehobene Bett, so dass es gesichert war und ich nicht am Nacken oder Bauch gequetscht würde, sollte ich abrutschen und das ganze Gewicht auf mich fallen. Ungefährlich war es nicht. Doch das war mir egal.

Ich wollte da rein. Ich wollte alles versuchen, um da endlich wieder rein zu kommen und meinen Frieden zu haben. 

Im Keller fand ich eine Trittleiter. Die stellte ich gegen die Wand neben die aufgebauten Böcke. Ich hielt mich oben fest und mit den Füßen kletterte ich Tritt für Tritt auf der Leiter empor, während ich die Luke mit Kopf und Schultern gegen den Druck von Bett und Stuhl weiter hochhob und so mit meinem Körper höher kam. Irgendwann war ich so weit, dass ich mit dem Fuß auf den Teppichboden gelangen konnte und zog mich Zentimeter für Zentimeter durch den schmalen Spalt hoch. Dann war ich drin und die Luke schlug zu.

Es hatte geklappt! Ich war wahrhaftig rein gekommen!!!! 

Aus eigner Körperkraft hatte ich es geschafft und dank Hilfe von außen. HÜPF!

Voller Glückseligkeit öffnete ich meinem Mann die Terrassentüre, der es kaum glauben konnte. Minu kam freudig auf mich zugelaufen. Schnell schloss ich die Haustüre auf und rannte wieder in den Keller. Der hilfsbereite Nachbar hatte schon angefangen, alles wegzuräumen. Heilfroh bedankte ich mich für seine Hilfe und bekräftigte nochmal, dass wir es ohne seine Hilfe nicht geschafft hätten, weil ich gar nicht auf die Luke gekommen wäre. Erst durch seine Frage sei ich darauf gekommen.

Er wünschte uns noch einen schönen Urlaub und verabschiedete sich. Ich fragte nach seiner Adresse, damit ich mich bedanken könne und er kam mit hoch. Dort schilderten wir ihm den Hergang ausführlicher, weil er verständlicherweise nicht verstand, wie wir uns ausgeschlossen hatten, da es ja üblich ist, dass sich Terrassentüren wieder aufschieben lassen, solange man sie nicht von innen verschließt. Wir zeigten ihm die nun neu kennen gelernten, verhängnisvollen "dänischen Schnappschlösser", die heutzutage so sicherlich nicht mehr gebaut werden.

Nach dem Urlaub schickten wir ihm und seiner Familie ein Dankeschön. Einige Zeit später erhielten wir eine süße Karte, worauf die beiden meinten, dass das kleine abendliche Abenteuer auch ihre Urlaubserinnerungen bereichert hätte und ihre Kinder fänden die Geschichte superspannend. :-))

Was bin ich froh, dass Hilfe da ist, wenn wir sie brauchen und ich danach frage. Was bin ich froh, dass wir so einen glücklichen Ausgang erleben durften. Was bin ich froh, dass ich als Kind im Stall die schmale, an der Wand befestigte Leiter durch ein schmales Loch auf den Heuboden klettern musste, um Heu runter zu werfen. All das konnte ich jetzt nutzen! 

Wie verrückt war unser Erlebnis? Terrassentüren, die sich nicht von außen öffnen lassen, obwohl sie nicht abgeschlossen waren. Wie oft war das an diesen Türen schon passiert? Wie viele Situationen sind uns eingefallen, wo man draußen auf dem Balkon steht und die Türen zum Wohnraum zuzieht. Was, wenn hier alte Leute urlaubten, die können nicht mal eben vom Balkon springen? Was ein Glück, dass die Nachbarn noch wach waren und so vertrauensvoll, mir zu öffnen, mitzukommen und zu helfen.

Danke, lieber Himmel, danke! 

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Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

Von wo konnte denn Hilfe kommen, wo war ein Haus bewohnt? Zwei Häuser unterhalb von uns brannte noch Licht. Wer weiß wie lange noch. Es war ja schon spät am Abend und wenn wir wirklich irgendwo anrufen müssten, wäre wohl je früher je besser. Ich hatte dort ein Auto mit deutschen Kennzeichen gesehen, also keine Schwierigkeit, mich verständlich zu machen.

Auf den Balkon würde ich nicht mehr so leicht von außen klettern können. Es war für Minu besser, wenn mein Mann oben blieb. Ich hatte wenigstens Schluffen an und könnte runter laufen (und war in dem Moment froh, dass ich einen BH anhatte.)

Vielleicht hatten die Nachbarn ein Handy. Ich sprach mein Vorhaben mit meinem Mann ab und rannte die dunkle Straße herunter. Ich konnte den Eingang nicht sehen, wusste vom Vorbeigehen, dass wie bei uns ein schweres Holztor Eingang und Einfahrt begrenzte. Ich versuchte das ca. 1,20 hohe Tor zu öffnen. Keine Chance, es war so dunkel, ich konnte nichts sehen. Es nützte nichts, ich musste drüber klettern. Meine Füße fanden den Boden nicht, mein Hintern schon. Aua. 

Wo war die Haustüre? Es war zu dunkel, ich fand sie nicht. Beherzt klopfte ich gegen das mit Jalusien verhangene, erhellte Fenster. Nichts passierte. Nochmal.

Eine junge Frau zog die Jalusien nach oben, neben ihr ein kleines, etwa drei Jahre altes Mädchen. Ich sah wie sie etwas nach hinten sagte, dann öffnete sie das Fenster. "Guten Abend, verzeihen Sie die Störung. Danke, dass Sie aufmachen. Wir brauchen Hilfe", sagte ich gleich. "Wir haben uns ausgeschlossen und kommen nicht mehr rein."

"Oh nein, warten Sie, ich mache Ihnen die Türe auf." Ich hörte wie sich eine Tür öffnete, das Außenlicht ging an und sah nun auch den seitlich gelegenen Eingang. Die Frau hatte das Kind auf dem Arm, hinter ihr erschien ein junger Mann, der gerade eine Pfanne abtrocknete. 

"Wir haben ein Problem. Wir haben uns ausgeschlossen und kommen nicht mehr ins Haus rein. Es ist alles abgeschlossen. Wir haben nichts dabei. Kein Handy, auch keine Telefonnummer von der Agentur. Nichts." Die Frau fragte: "Wissen Sie denn, wo Sie gebucht haben?" Mir fiel in dem Moment nicht ein wie die Agentur hieß.

"Draußen am Zaun ist bei uns am Briefkasten ein Schild mit der Nummer der Agentur. Haben Sie vielleicht ein Handy und eine Taschenlampe, damit wir dort anrufen können?" (Voller Vertrauen, dass dort ein Anrufbeantworter lief und eine Notfallnummer angegeben war. Es gab auf jeden Fall eine in der Hausmappe, aber an die kam ich ja nicht ran...)

Der junge Mann stimmte zu, nahm Handy und Taschenlampe und folgte mir. Wieder auf dem Grundstück sagte ich meinem Mann, dass der Nachbar freundlicherweise mitgekommen wäre und wir nun nach der Nummer schauen und bei der Hausverwaltung anrufen würden. Der Nachbar sah das offene Garagentor. "Können Sie nicht von der Garage aus ins Haus?" Ich verneinte, da wäre kein Zugang, alles nur der Bereich des Hausbesitzers ohne Aufgang nach oben.

Halt. Als wir das Bett in meinem Schlafzimmer verschoben hatten, waren mir doch Metallschienen in einer Ecke auf dem Teppich aufgefallen. Ich hatte mich gefragt, was wohl darunter verborgen war. Vielleicht war ja da ein Zugang zum Obergeschoss? 

Hier geht es weiter mit Türchen 15: Ob das wirklich klappt?

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Der Adventskalender ist gestartet

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein? 

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 14 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Dunkle Tage

Türchen 13: Wie kommen wir da wieder rein?

Der Gedanke: Ist das wahr? Haben wir uns wirklich ausgeschlossen? war kein Traum, er war Realität. Um uns herum war es dunkel. Das Wohnzimmer hell beleuchtet. Wir guckten uns um. Auf dem Balkon standen vier Stühle, eine Liege, ein Tisch und ein Kasten Bier.

Da war nichts, das uns half, reinzukommen. Wir guckten runter. Dunkelheit. Es blieb uns gar nichts anderes übrig, als vom Balkon zu springen. Mein Mann fand meine Idee alles andere als gut, weiß er aufgrund seines Berufs als Schornsteinfeger doch wie gefährlich das ist.

Mir war das egal, irgendwas musste passieren und ich hatte die Terrassentüre zugezogen. Ich kletterte an der Stelle über das Balkongeländer, wo ich vermutete, dass statt Steinen unter mir der Hang mit Rasen war und wo es nicht ganz zwei Meter bis zum Boden waren. Ich wollte es einfach probieren.

Ich versuchte an der Hauswand mit dem Fuß Halt zu finden. Nichts. Fand ich denn sonst irgendwo Halt? Nein. Ich musste loslassen. Meine Oberarme sind nicht so kräftig, dass sie mich halten können, so dass ich mich hätte hängen lassen und so langsam runter gekommen wäre. Also lies ich los. 

Und landete auf dem Rasen, fiel nach hinten auf den Po und Rücken. Ein Uffff entfleuchte mir. Der Aufprall schmerzte, kurzer Check: Alles noch heile. Ein Glück. Also auf und weiter.

Um zu sehen, ob die Haustüre vielleicht doch nicht abgeschlossen war wie von meinem Mann befürchtet, lief ich erst mal ums Haus. In den letzten Tagen war die Türe bei Wind öfter aufgesprungen, deswegen hatten wir sie abgeschlossen und den Schlüssel stecken lassen, falls unsere 14jährige Hündin Minu mal schnell musste und wir dann nicht lange nach dem Schlüssel suchen brauchten.

Ich kletterte im Dunklen die Treppe zur Eingangstüre hoch. Abgeschlossen.

Dann suchte ich die Fenster ab, doch nirgendwo war ein Fenster offen. Ich lief auf die andere Seite des Hauses. Das Badfenster konnte ich erkennen, es war gekippt in ca. 3 Meter Höhe, doch viel zu hoch und so klein wie ein Blatt Papier. Keine Chance, da rein zu kommen.

Ich ging zurück zum Parkplatz, worüber der Balkon trohnte und teilte meinem Mann mit, dass wir nichts offen gelassen hatten. Der fluchte und raufte sich die Haare. Für den Bruchteil einer Sekunde stellte ich mir vor, dass wir wieder oben drin und alles gut gegangen wäre, ohne Probleme und stundenlangen Aufwand.

"Guck mal, ob du was in der Garage findest, irgendeinen Draht, vielleicht kann ich damit die Schiebetüre öffnen", fiel ihm ein. Mit aller Kraft hob ich das zum Glück nicht abgeschlossene schwere Garagentor in die Höhe.

Mit der Hand tastete ich nach einem Lichtschalter. Gefunden. Ich suchte die Räume nach Werkzeug ab. Fand zwei Schraubenzieher und eine Lampe mit längerem Kabel. Zum Glück war neben dem Tor gleich die Steckdose für die Waschmaschine. Dort schloss ich die Lampe an, gab sie und die Schraubenzieher durch das Geländer nach oben.

Ich sah mich unten um. Theoretisch könnten wir beide zur Not im Keller übernachten. Hier war es warm und trocken. Ich sah eine Leiter, mit deren Hilfe mein Mann sicher nach unten kommen könnte. Nicht auszudenken, er würde runter springen und sich wie vor einigen Jahren das Bein brechen. (Er erzählte mir später, dass er wohl versucht hätte, mit beiden Beinen aufzukommen, was gefährlicher gewesen wäre als dass was ich gemacht hatte: Mich einfach fallen lassen.)

Aber wenn wir nicht mehr auf dem Balkon wären, wie sollte das mit Minu oben gehen? Erfahrungsgemäß würde sie irgendwann Panik bekommen, wenn wir nicht wieder auftauchen würden. Sie hätte die Bude zwar nicht auseinander genommen, dafür war sie schon zu alt, aber es wäre kein gutes Gefühl gewesen. So war es gut, dass sie ihr Herrchen durch die Scheibe anschauen und hören konnte, wenn auch ihm nicht helfen. ;o)

"Die Schraubenzieher sind zu dick. Ich brauch einen Draht." Wieder den Keller durchsucht. Da Kleiderbügel aus der Reinigung. Ich reichte zwei durch die Brüstung nach oben. Von oben nach einiger Zeit ein Fluchen. Er sagte, er würde nicht ans Schloss kommen. Sch.... 

Was nun? Noch länger probieren? Die Zeit schritt voran...

Hier geht es weiter mit Türchen 14: Hilfe von außen muss her. Aber wer und wo?

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Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend  

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 13 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Dunkle Tage

Türchen 12: Die nächste Prüfung überrascht uns am Abend

Am nächsten Tag versuchte ich das Hämmern, Kreischen, Scheppern der Baustelle umzudeuten, mich selbst zu hypnotisieren, damit mir die Geräusche nicht mehr so viel ausmachten. Versuche, mich zu beruhigen.

Das war mir bei den ersten nachbarschaftlichen Bauarbeiten schon mal gelungen, als viele tagelang eine Putzschicht der Wand zu unserem Haus mit Boschhammer und per Hand abgeschlagen wurde.

Damals hatte ich mir vorgestellt, meine Zähne würden von kleinen Zwergen bearbeitet, die diese Geräusche machten. Das ging eine ganze zeitlang gut, die Situation war anstrengend, aber ich konnte so damit umgehen. Als es aber viel länger dauerte als geplant und neue Stressoren dazu kamen, kippte die Wirkung meiner Hilfe.

Beim Frühstück habe ich meinen Mann gebeten, laut Musik aufzulegen, die wir beide mögen und von der Störung ablenkt. Später habe ich über die Kopfhörer Musik gehört. Ansonsten habe ich mich in Dankbarkeit geübt, mich für all das Gute bedankt, um das Energiefeld zu verbessern und in Resonanz mit etwas positivem, statt negativem zu gehen.

Wir machten einen Ausflug nach Loekken, spazierten mit Minu zur Mole, ließen uns den Wind um die Nase wehen und genossen das schöne Dänemarkgefühl von Freiheit.

Und Freitag gegen eins war Wochenende. Endlich! Die Handwerker hatten Hammer, Kreissäge und Stemmeisen weggelegt und würden uns bis Montag in Ruhe lassen. HÜHÜPF!

Jetzt konnten wir uns entspannen und die Naturgeräusche genießen!

Es war kalt draußen und windig. Also machte ich es mir drinnen vor den großen Terrassenfenstern mit Blick auf das Meer gemütlich. Der Sichtschutz lenkte den Blick wunderbar.

Ich bereitete mir einen Bananen-Schokodrink zu, stellte die beiden Korbsessel zusammen, legte mir ein Kissen in den Rücken und schnappte mir "Halali", das neue Buch von Ingrid Noll. Jaaaaaaa: Lesen! Das herrliche und so sehr ersehnte Urlaubsgefühl stellte sich wieder ein.

Nun fühlte ich mich ungestört, sicher und geborgen und entspannte von Minute zu Minute mehr. Ich atmete auf und ein und aus ...

Freitag Abend frischte der Wind auf. Es war kurz nach 20 Uhr, unser Wohnzimmer hell erleuchtet. Der Fernseher lief. Minu lag in ihrem Körbchen. Draußen war es dunkel und laut. Der Sichtschutz klapperte immer lauter. „Sollen wir den Tisch noch davor schieben, damit es besser hält?“, fragte ich meinen Mann. Der nickte. Ich zog mir Schluffen an, mein Mann wollte nichts an die Füße ziehen, gut ja, ein T-Shirt zog er über. 

Da draußen Mückenschwärme die letzten Tage vor unserem Fenster schwebten und die von Licht magisch angezogen werden, zog ich die Glastüre am Balkon zu, damit uns nicht noch mehr im Wohnraum ärgerten. Wir stellten den Tisch vor den Sichtschutz, brrr frisch, schnell wieder rein in das gemütliche Wohnzimmer und weiter Fernseh schauen. Ich wollte die Türe aufziehen.

Es ging nicht. Sie war verschlossen. Das konnte doch nicht sein! Nein! Von drinnen guckte uns Minu an. Wir versuchten die Türen mit den Händen offen zu schieben. Keine Chance. Die andere Seite probiert. Es ging nicht. Keine der vier Glastüren war von außen zu öffnen! Das darf nicht wahr sein! Was war diesen Urlaub nur los?! 

Da standen wir auf dem Balkon, ich in Jogginghose, Schluffen und T-Shirt (zum Glück auch mit BH...). Mein Mann in kurzer Hose, Shirt, nackten Füßen. Kein Handy dabei, keine Telefonnummer von irgendwem, nix. Rundherum Dunkelheit. Hier in der Einsamkeit gibt es keine Straßenbeleuchtung. Keine Außenbeleuchtung. Unter uns irgendwo in ca. 1, 80 bis 2,20 Meter war der Boden.

Der Wind brauste laut und kalt ums Haus. Weiter oberhalb war ein Haus hell beleuchtet, auf der Terrasse johlten junge beschwipste Dänen in Bademänteln. Wer sollte uns hier rufen hören? 

Diese Situation fühlte sich so schräg an. Wir stehen draußen in der Dunkelheit, ausgeschlossen, drinnen hell erleuchtet ginge der Urlaub weiter.

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Türchen 10: Festgefahrene Situation

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 12 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Türchen 11: Und nu? Helfer in der Not.

"Da muss noch was festeres drunter", so der ältere Herr. Aber was soll das hier am Strand sein? Mein Mann machte sich mit ihm auf die Suche. Ich krabbelte noch weiter unter das Auto. Der Sand war ganz fest um das Rad und in den Radkasten rechts und links gepresst. Langsam wurde es frei. Mein Mund war trocken, ich konnte kaum schlucken.

Doch ich hatte den Antrieb, da wieder raus zu kommen, so lange die Flut noch weit weg war, Licht vorhanden und vor allen Dingen Menschen, die uns helfen konnten – das taten sie alleine durch ihre wohlwollende, positive Präsenz. Alle eingebrachten Ideen wurden umgesetzt und ausprobiert. Minu war ganz ruhig in ihrer Transportkiste. Wahrscheinlich die ruhigste von uns allen. 

Mein Mann kam mit einem großen Betonstück wieder, (wie hatte er das blos tragen können?), auch der nette Helfer brachte Beton mit, was wohl von den Bunkern abgebrochen war. Die wollten sie unter das rechte Vorderrad legen. Wir buddelten, was das Zeug hält. Reicht nicht, noch tiefer. Ich wollte den Unterboden vorne noch weiter frei legen, weil ich Angst hatte, wir würden uns den beim Rausfahren aufreißen. Nein, das würde nicht passieren, wir würden hoch kommen, keine Gefahr. Ich glaubte einfach den Menschen um mich herum.

Wir könnten es probieren. Ich solle wieder fahren, weil mein Mann mehr Kraft zum Schieben hätte, die Heckklappe aufmachen, dann könnten sie alle von hinten schieben und ich sollte links runter Richtung Meer fahren, wo fester Boden sei. Wir schauten uns die Stelle links an, um nicht ins Meer zu fahren. Ja, das müsste gehen. Vorne rechts unter dem Reifen lagen die Betonstücke, hinten standen die drei Senioren und mein Mann. 

"OK, jetzt Gang rein uns los!" Das machte ich vorsichtig. Erst bewegte sich der Wagen nicht, dann ein wenig und dann fuhr ich aus der Kuhle raus, Richtung Wasserkannte. Ich stoppte gar nicht erst, sondern fuhr noch einige Meter weiter, so dass der Wagen wirklich wieder festen Boden unter sich hatte. Hinter mir hörte ich ein Jubeln und sah glückliche Gesichter. Ich stoppte den Wagen, mehrere schwere Betonblöcke waren mir vom Herzen gefallen. WAS FÜR EIN GLÜCK!

Ich lief sofort zu unseren Helfern zurück, hob die Arme und umarmte einen nach dem anderen. Die kölsche Herzlichkeit bekamen sie körperlich zu spüren.

"Vielen Dank, dass Sie uns geholfen haben. Ohne Sie hätten wir das nicht geschafft. Sie sind unsere Engel." Ich sagte, wir würden nie wieder am Strand fahren. Eine Helferin guckte lachend: "Ach wieso, das kann doch mal passieren. Gestern haben wir auch einem geholfen, der sich festgefahren hatte." :-)

Auf dem Rückweg nach Noerre Lyngby, wo wir auf den Strand aufgefahren waren, fuhren wir mit so großer Vorsicht wie möglich, der Boden wurde mit den Augen abgesucht. Das Gefühl, dann endlich wieder Asphalt unter den Reifen zu haben: Unbeschreiblich sicher! Es war offensichtlich nichts am Auto dran. Wir hatten das Abenteuer unbeschadet überstanden. HÜPF!

Am ersten Supermarkt hielten wir an, um etwas zu trinken zu kaufen. "Weißt du, worauf ich jetzt richtig Lust hab? Auf Fritten!" Auf keinen Fall hatte ich nach der Anstrengung noch Lust, zu Hause etwas zu kochen. Mein Mann auch nicht. Wir waren von oben bis unten voll Sand. Das Auto innen und außen voller weißen Körner. Jetzt musste diese Belohnung sein. Wir fanden neben einem Imbiss in Loekken gleich einen Parkplatz, konnten draußen in der Sonne mit Minu sitzen und unseren Schock bei Fritten, für meinen Mann mit Bratfisch verdauen.   

Zu Hause steckte ich unsere Sachen in die Waschmaschine, die für mich so wichtig war, damit ich meine Kompressionswäsche alle zwei Tage waschen konnte. Wir machten den frisch erstandenen Sichtschutz auf dem Balkon fest. Anschließend wuschen wir uns den Sand aus den Ohren. Durchatmen. Was für ein Tag!

Rückblickend (heute am 2. Advent 2017 in Köln, wo ich diesen Text für die Veröffentlichung überarbeite und illustriere) bleibt ein schönes Gefühl zurück. Es war aufregend und so berührend, wie uns geholfen worden war und wir auch offen für Hilfe waren.

Es wäre für meinen Geschmack völlig ausreichend gewesen, wenn wir ab da keine Abenteuer mehr gehabt hätten. Doch es sollte anders sein...

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Türchen 10: Festgefahrene Situation

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 11 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Dunkle Tage

Türchen 10: Festgefahrene Situation

Mein Mann lenkte auf den Sandberg zu. Wir kamen einige Meter weit, dann drehten die Reifen drehten durch und der Wagen bewegte sich keinen Centimenter mehr weiter. Ohoh.

Rückwärtsgang. Der Wagen bewegte sich auch in diese Richtung nicht, die Reifen drehten weiter durch. Schluck. Wir gucken uns an. Passierte das gerade wirklich? Wir steckten im Sand fest!

Ich stieg aus, um es mit Schieben zu probieren. Keine Chance bei dem schweren Wagen. Hoch oben auf der Klippe saßen zwei Männer und beobachteten uns. Ich hörte, wie einer von denen sagte: "Jetzt haben sie sich festgefahren." Ja, stimmt. Vielleicht hätte ich das auch gesagt, wenn ich da gesessen hätte. So Kommentare als selbst Betroffene zu hören, sind in dem Moment nervig und schon gar nicht hilfreich. (Gut, die andere Seite mal zu erleben.)

Am Auto spazierten zwei Seniorinnen mit ihren Hunden vorbei. Mit vereinter Kraft würde es vielleicht klappen, hoffte ich. Ich fragte die beiden Frauen: „Wir haben uns festgefahren. Könnten Sie vielleicht mit schieben?“

Sofort stimmten die Urlauber – es waren auch Deutsche - zu. Eine der Frauen rief noch ihren Gatten herbei. Wir gaben uns alle Mühe, doch auch zu vier Schiebenden bewegte sich der Wagen nicht. Wäre auch zu schön gewesen.

Der Senior meinte, wir müssten die Reifen freibuddeln, so kämen wir nicht raus. Der älteren Dame neben mir, mit rotem Haar, Brille und mit zwei Dackeln, sagte ich, während ich mir die Jacke auszog: "So ein Mist. Ich habe gelesen, wir können hier entlang fahren. Doch es gibt keinen Ausgang mehr in Loekken und jetzt das, oh nein." Sie meinte, man hätte hier bisher auch fahren können, die Brücke wäre erst vor kurzem kaputt gegangen.

Meine innere Sorgen-Maschine war angesprungen. Sie arbeitet in Milisekunden alle möglichen Szenarien durch:

Angst, da nicht selbst rauskommen. Womöglich einen Abschleppwagen besorgen müssen. In dieser verlassenen Gegend sicherlich keine Sache von fünf Minuten, ganz zu schweigen von den Kosten. Es war schon später Nachmittag. Und was, wenn die Flut kam? Wie hoch stieg die hier?

Mein Mann und ich schmissen uns in den weichen Sand, um die Situation von unten zu begutachten. Die Sonne brannte. Der Sand war zum Glück trocken. Weiterhin kaum Wind. Der Wagen war vorne unten auf dem Strand aufgesetzt und die Reifen im Sand eingegraben. Wir versuchten, die Vorderreifen mit der Hand frei zu schaufeln. Eine der Damen fragte, ob wir nicht etwas zum Buddeln dabei hätten. Eine Schaufel oder so. Normalerweise gehören wir ja zu den Eichhörnchen unter den Urlaubern und haben alles mögliche dabei. An einen Klappspaten haben wir bisher nicht gedacht. Wir überlegen, ihn künftig auf die Liste zu setzen. :-)

Ich suchte den Wagen ab und fand eine feste Parkscheibe aus Kunststoff und den Eiskratzer. So lagen und knieten wir zum Teil zu fünft um die Front des Autos im Sand. Ist das nicht toll, wie sich die Senioren einfach so einbrachten? Mehrfach sagte ich ihnen wie froh ich war, dass sie da waren. Alleine die moralische Unterstützung täte so gut!

Es war unglaublich viel Sand vorne um das Auto und die Vorderreifen hatten sich tief eingegraben. Der Motorraum lag unten auf. Ich hörte wie der Mann fragte, ob wir ein Abschleppseil dabei hätten, worauf mein Mann entgegnete, das ginge nicht, weil wir einen Automatikantrieb haben, deswegen hätten wir auch kein Abschleppseil dabei. Mir wurde anders - müssten wir sogar einen Kranwagen bestellen? Und wie sollte der hier in der Gegend zu finden sein?

Wir buddelten weiter. „Haben Sie nichts zum Unterlegen dabei?“ fragte der Senior. Wir haben nur durchgehende Fußmatten, die befestigt sind. Mein Mann fand aber mein Kniekissen, das ich für Fotos immer dabei hatte, wenn ich mich auf den Boden knie, um einen schöneren Aufnahmewinkel zu bekommen. Sonst war da nichts im Auto. Wir legten es rechts unter den Reifen. Eine der Frauen hatte die Idee, nicht an der Motorhaube zu schieben, sondern die Fenster aufzumachen, damit wir an den Türholmen schieben konnten und wir so keine Beule in die Haube bekämen. Gute Idee! Daran hätten wir in der Aufregung nicht gedacht.

Die Matte lag unter, ich setzte mich ans Lenkrad. Die Kraft meines Mannes war beim Schieben besser genutzt. Ich versuchte den Rückwärtsgang, gab vorsichtig Gas und alle schoben. Der Wagen bewegte sich nicht, die Reifen drehten durch. Motor wieder aus. Mein Mann zog das angefetzte Kniekissen weg. (Oben ein Foto, das ich zu Hause von dem guten Stück machte, bevor ich es in den Müll verabschiedete.)

Wieder kein Erfolg. Würden wir da ohne einen Abschleppwagen wieder rauskommen? Und rechtzeitig vor der Flut? Hatte der Wagen Schaden genommen durch das Aufsetzen und konnten wir mit ihm wieder nach Hause fahren?

Glauben Sie mir: In diesem Moment dachte ich, wie klein dagegen das Problem der Baustelle doch ist und versprach mir - wenn wir aus der Situation heile wieder rauskommen würden - zu üben, sie mit allen Unannehmlichkeiten anzunehmen.  

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Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus? 

Bis morgen,

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Sonntag, 10 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Dunkle Tage

Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

Wir kamen an einem Campingplatz vorbei, wo wir ein stabilen Sichtschutz, verstärkt mit Besenstilen fanden. Eigentlich ein Windschutz für den Strand. Wir würden ihn am Balkongeländer befestigen. Der nette Verkäufer schenkte uns die passende Kordel dafür. Super. Das ging ja flott!

Dann also auf nach Noerre Lyngby. Dieser Ort nördlich von Loekken liegt an der Steilküste. Zugänge zum Strand gibt es nur über steile Treppen (solange sie denn stehen und nicht durch Sturm, Unterspülungen, Landwegbruch unbrauchbar werden) oder über die geteerte Straße in der Ortsmitte zum Meer hinunter. 2008 urlaubten wir an diesem Ferienort.

Das hübsche rote Häuschen, das wir damals in Noerre Lyngby bewohnten, stand 2008 gut 25 Meter weg von der vielen Meter hohen Steilküste. Eine grandiose Aussicht war es von da oben auf das Meer. Besonders der Blick von der Haustüre gen Sonnenuntergang über dem Horizont hatte es mir angetan. Diese einmalig Stimmung von "nach Hause kommen", "ankommen", "bei mir selbst sein" fing ich in einem Foto ein. Heute weiß ich: Das wird es so nicht wieder geben. Das Foto ziert den Kalender Auf dem Weg zu mir selbst im Dezember 2018. Hier können Sie es sich anschauen und sogar nach Hause holen.

Neben uns befand sich ein mit dicken Steinen eingefasster alter Friedhof, der gerade bei Nebel, den wir im Februar oft hatten, herrlich mystisch aussah.

Es gab an der Abbruchkannte bizarres zu sehen, wie eine abgebrochene Straße oder diese leeren Hinweisschilder:

Am Strand fanden wir damals Gebäudeteile von Häusern, die sich die Natur von oben runter geholt hatte.

Ein bisschen mulmig war es schon, da oben zu wohnen, wenn es auch noch 25 Meter waren. Neben uns das süße schwarze Häuschen stand bedenklich näher am Abgrund:

Wir waren neugierig: Wie würde es jetzt - neun Jahre später - dort aussehen? Stand das schwarze Häuschen noch? Wie hatte sich die Küste verändert?

2017 standen wir an der Stelle, wo wir einst in unserem roten Haus gewohnt hatten. Das Haus und große Teiles des Grundstückes waren verschwunden! Nur noch Teile des Fundamentes waren zu sehen. Es war wohl abgerissen worden, bevor es hinunter kippen konnte.

Was für ein komisches Gefühl, dass jetzt die Abbruchkante da war, wo wir mal schliefen. Auch der Friedhof war zur Hälfte vom Meer geholt worden. Klar, das kleine schwarze Haus war auch nicht mehr da und weitere, die damals noch auf Fotos zu sehen waren.

In den letzten Jahrzehnten waren viele Hundert Meter Steilküste dem Meer zum Opfer gefallen, damit auch Kirchen, Höfe und viele Ferienhäuser. Jetzt also auch das hübsche rote Holzhaus, in dem wir damals wohnten. Komisches Gefühl.

 

Wir wollten uns die Steilküste unten vom Meer aus anschauen und fuhren - wie auch hier in Noerre Lyngby üblich und erlaubt - mit dem Auto runter zum Strand.

Ich hatte in Touristeninformationen gelesen, dass wir von Noerre Lyngby im Norden bis nach Loekken gen Süden am Strand entlang fahren konnten. Dann würden wir Richtung unseres Ferienhauses fahren und konnten die Strandabschnitte bis Loekken sehen.

Die Strecke führte kilometerlang am türkisfarbenen Meer vorbei.

Auf der anderen Seite die Steilküste. Kaum Menschen, nur ein paar Autos auf dem so breiten, flachen und festen Sandstrand. Es war später Nachmittag, herrlich warm, die Sonne schien, kaum Wind.

Rund 8 km fuhren wir an der scheinbar ewig gleichen Küste entlang bis wir kurz vor Loekken die ersten Bunker passierten. Diese Überbleibsel aus dem zweiten Weltkrieg säumen die Nordseeküste in Dänemark. Mal stehen sie am Strand, weil sie von der Steilküste runtergefallen und freigespült wurden, was wirklich keine Augenweide ist, mal sind sie versteckt in den Dünen von Gras und Sand überwachsen.

In Hirtshals ganz im Norden, gibt es sogar ein Bunkermuseum, weil an dieser strategisch wichtigen Stelle wohl sehr viele Betonklötze im Boden liegen. Nördlich von Loekken stehen sie, freigespült, mit Graphiti besprüht und ein wenig unheimlich.

Hier sehen Sie welche rechts im Bild. Die beiden folgenden Fotos stammen von Februar 2008. Ein bisschen verschwinden die Bunker im winterlichen Licht vor der Steilküste:

Auf dem folgenden Foto ist deutlicher zu erkennen, was das für Riesen sind. Positiv ist wohl, dass sie heute dem Schutz der Küste vor der Stärke der Natur dienen.

Im September 2017 auf dem Weg nach Hause passierten wir auch diese Stelle mit den vielen Bunkern am Strand mit dem Auto. Die Breite des Strandes nimmt an dieser Stelle stark ab, ist nur noch wenige Meter breit. Wir waren gezwungen, eine Kurve um die Steilküste zu fahren, um zum Ausgang nach Loekken zu kommen.

 

Der Sand hatte sich an dieser Engstelle durch den Wind aufgetürmt und war nicht so fest und ebenerdig wie das ganze Stück zuvor. Sollten wir weiter fahren und es riskieren oder umkehren? Fünfzehn Minuten waren wir bestimmt am Strand entlang gefahren. Geschätzte 300 Meter hinter der Enge musste die Ausfahrt nach Loekken sein.

Mein Mann fuhr los. Die Reifen verloren den Halt auf dem feinsandigen, sehr trockenen Untergrund, die Reifen drehten leicht durch, das Auto rutschte und kippte etwas Richtung Meer ab. Eine Schrecksekunde, doch wir kamen durch.

Puh, Glück gehabt. Mein Herz pochte. Jetzt nur noch raus.

Wo war denn der Ausgang? Wir sahen große Sandkipper, die für Küstenschutzmaßnahmen Sand von der einen Seite Loekkens zur anderen brachten. Deren Reifen sind so hoch ist, dass gefühlt zwei Menschen übereinander stehen müssten, um die Reifenspitze zu erreichen.

Die Kipper fuhren durch das Meerwasser. Warum fuhren sie nicht näher zur Küste durch den Sand? Wir suchten mit den Augen den Ausgang und sahen dann, dass wir erst einen Fluss passieren mussten und eine Brücke über diesen führte. Wenige Meter weiter war klar: Die Brücke zum Ausgang war gesperrt!

Bestimmt dreizig Zentimeter tief war der Abgrund davor, der Sand war weggebrochen. Das vom Regen ablaufende Wasser hatte einen tiefen Graben in den Untergrund gebuddelt. Da konnten wir nicht drüber fahren. Und nun? (In Noerre Lyngby bei der Strandauffahrt hatte kein Hinweis gestanden, dass die Ausfahrt in Loekken gesperrt ist.)

Sollten wir durch die Wasserkannte fahren wie die Lkw? Das sah gefährlich aus, wir wussten nicht, ob der Boden uns hielt. Ich bin beim Spaziergang an der Wasserkante mal knietief im Sand versunken, weil der kleinsteinige Boden darunter unterspült war.

Wie hoch war das Meerwasser? Wenn es den Unterboden des Autos umspülte war das Salzwasser sicherlich nicht gut für die Karrosserie. Doch eine andere Möglichkeit gab es nicht. Wir kamen hier nicht raus.

Wir beschlossen zu drehen und wieder zurück nach Noerre Lyngby zu fahren. Das bedeutete, dass wir wieder durch die Sandwehe mussten. Von dieser Seite aus war der Weg darüber etwas steiler und auch feinsandiger, nicht so fest wie auf der anderen Seite. Wir konnten nicht so gut Schwung holen. Oh nein. Würden wir das schaffen?

Morgen geht es hier ab 12 Uhr weiter mit Türchen 10: Festgefahrene Situation

* * * Bisher erschienen:

Der Adventskalender ist gestartet

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung 

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 09 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Türchen 8: Die Chancen im Unglück entdecken – Entscheidung

Ich wollte die Walkingrunde nutzen, um in Ruhe nachzudenken, womit ich mich am wohlsten fühlte und eine Entscheidung finden. Mein Mann überließ mir die Entscheidung. Dafür eignet sich das Gehen durch die Natur wunderbar.

Eine Herausforderung wie ich sie gerade im Urlaub erlebte, bot auch Chancen:

Nach innen zu schauen und zu heilen, was verletzt ist. Arbeit am Selbst geht besonders dann gut, wenn die Wunden aufbrechen, so wie es im letzten Jahr durch den krachenden Wochenendbesuch im Urlaub geschehen war. Ergebnis war durch das stundenlange Schreiben eine der intensivsten Selbstbegegnungen, die ich in dem Jahr hatte.

Vielleicht ging es auch darum, etwas mehr zu lernen, den Lärm im Außen zu lassen und zu üben, mich auf mich selbst zu konzentrieren? Ziel: Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen erlangen.

Das klang eigentlich toll.

Die Flucht-Walkingtour war eine reine Freude: Ich passierte Waldabschnitte zwischen weiter Heidelandschaft.

Die meisten Häuser in dieser Gegend hatten begrünte Dachflächen,

auf manchen wuchsen sogar kleine Tännchen.

Ein Weißdorn stand am Wegesrand voller roter Früchte.

Eine Bank mitten in der Landschaft,

daneben ein Buchregal. Wie klasse!

Und dann fand ich den Weg Richtung Meer. Ich erklomm über einen schmalen Pfad einen kleinen Berg, den 43 Meter hohen Oernbjerg (Adlerberg).

Von dort aus ergab sich ein toller Blick über das Gebiet und die Jammerbucht:

Sieht ein bisschen aus wie in Auenland, wo die Hobbits wohnen. :-)

In herrlich hügeliger und grüner Landschaft ging eine steile Treppe Richtung Meer.

Hier in der Natur und Stille war ich einfach froh und glücklich. Ganz bei mir, klar, ruhig. So viele wundervolle Eindrücke. Zwei Stunden war ich unterwegs und es hatte mir einfach gut getan!

Während dieses Walkings am Donnerstag Mittag war mein Entschluss gereift:

Ich wollte im Haus wohnen bleiben und wie von meinem Mann vorgeschlagen einen Sichtschutz kaufen, um etwas privater sein zu können und auch weniger konfrontiert mit der Baustelle.

Wenn mir der Lärm zuviel würde, wollte ich Kopfhörer tragen, bzw. könnten wir Musik im Haus zum Beispiel beim Frühstück aufdrehen, um die Geräusche zu übertönen. Und ich wollte üben, meine Gedanken besonders im Haus immer wieder auf positive Impulse zu lenken.

Damit die Vorstellung "Drei Wochen nur Lärm" erträglicher wurde, wollte ich die Zeit in Abschnitte aufteilen:

Das Wochenende, wo Ruhe auf der Baustelle war, wollte ich möglichst im Haus bleiben und das tun, was ich mir so ersehnt hatte: Schlafen, Faulenzen, Lesen, Schreiben, aufs Meer schauen.

Und während der anderen Zeit möglichst viel unterwegs sein, bis die Handwerker Feierabend hatten: Zum Beispiel bummeln, einige Sehenswürdigkeiten anschauen, wenn das Wetter passte am Strand picknicken und lesen. Wenn mein Mann Lust hatte, mit ihm zusammen, sonst eben alleine. Und natürlich viel walken zu gehen.

Als letzte Option, nur im Notfall, aber sie zu haben, war wichtig: Wenn es ganz unerträglich würde, wirklich früher abzureisen. Wenn Bedürfnisse und Pläne über den Haufen geschmissen werden, ist das herausfordernd. Gut, dieser Urlaub sollte also eine besondere Herausforderung des Schicksals sein. Ich war bereit sie anzunehmen.

Alleine, als ich die Entscheidung für mich gefunden hatte, ging es mir schon etwas besser. Mein Mann war auch froh, dass kein Umzug anstand. Minu war es glaube ich wurscht. :-)

Die deutsche Agentur wollte uns, obwohl wir nicht erneut buchten, die 10% als kleine Wiedergutmachung erlassen - sei es für den Sichtschutz oder ein Fluchtfrühstück außerhalb. Alleine deren Zuhören, Mitüberlegen und Mitgefühl hatte gut getan.

Wir beschlossen am späten Nachmittag, einen Ausflug zu machen, nach einem Sichtschutz Ausschau zu halten und einmal auf dem Weg wollten wir nach Noerre Lyngby fahren, wo wir im Februar 2008 Urlaub in einem Häuschen an der Steilküste gemacht hatten. Jo, und damit rutschten wir wenige Stunden später ins Abenteuer.

Hier geht es weiter mit Türchen 9: Die Stärke der Natur und wie kommen wir da blos wieder raus?

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 08 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Türchen 7: Es tut sich was. Hoffnung. War das denn immer schon so? Hochsensiblität.

Als wir von der Besichtigung der Hausalternativen zurück kamen, entdeckten wir einen weiteren Gesellen auf der Baustelle. Auf einmal ging es vorwärts. Sie hatten schon auf der zweiten Dachfläche mit dem Abriss der Bedachung begonnen. Toll!

Hatte der Anruf vielleicht doch etwas bewirkt und der Chef einen weiteren Mitarbeiter zur Baustelle geschickt? Vielleicht würden sie doch eher als in drei Wochen fertig und wir hätten noch eine Woche wirklichen Urlaub? Hoffnung keimte auf.

Ich konnte im Haus nicht nachdenken, deswegen schnappte ich mir meine Walkingstöcke und ging los. Als Ziel hatte ich mir eine Gegend etwas weiter entfernt ausgesucht, wo in einer Heidelandschaft noch ein freies Haus für uns stand. Auf dem Weg dorthin hörte ich Bagger arbeiten. Hm, also war auch dort keine wirkliche Ruhe. Auf der schmalen Straße rumpelte ein großer mit Dreck beladener Lkw an mir vorbei.

Mir wurde schmerzhaft klar: Es gibt keine Garantie, in einem anderen Haus in unserem Urlaub Ruhe zu haben.

Wie war das vorher in Dänemark Urlauben gewesen? Hatten wir denn vorher nie Baustellen in der Nähe gehabt?

2005 im Bjerregard - einem großen Ferienhausgebiet im Süden Dänemarks in der Nähe des Ringkoeping Fjord - wurde etwa zwei Häuser entfernt ein neues Haus gebaut. Es hatte mir damals nichts ausgemacht, zumindest erinnere ich mich nicht daran. Gut, es lag auch nicht in Blicklinie und war weiter entfernt von uns als dieses Jahr war.

Aber worin lag der große Unterschied zu heute?

Der Unterschied waren die Belastungen, die ich von 2011 bis 2015 durch die Sanierungen der direkten Nachbarhäuser zu Hause erfahren hatte. Durch die damit einhergehenden Beeinträchtigungen (Krach, Schmutz, Erschütterungen, Sorge um Beschädigungen...) war ich ausgebrannt und müde, da ich kaum Ruhe und Regeneration gefunden hatte. (Seit dem mir das passiert ist, kann ich andere so gut verstehen, die über ähnliche Erfahrungen sprechen.)

Mein Stresssystem läuft bei lauten Geräuschen, den ich unangenehm finde, auf Hochtouren. Entspannung unmöglich.

Verstärkend wirkt meine Hochsensibilität. Das bedeutet unter anderem, dass ich Stressauslöser aber auch schöne Dinge intensiver wahrnehme. (Über meine Hochsensiblilität habe ich hier ausführlicher berichtet.)

Ich übe, mich nicht mit anderen zu vergleichen oder dafür zu verurteilen, dass ich so empfindsam bin. Zum Beispiel statt "Sei doch wie dein Mann, der macht sich nichts draus." mir zu sagen: "Ich bin wie ich bin in Ordnung. Jeder ist anders. Jeder hat woanders seine Stärken und seine Schwächen. Das ist ok so." oder statt: "Warum bist du so empfindlich. Stell dich nicht so an." mir zu sagen: "Ich darf empfindsam sein. Es ist völlig in Ordnung, dass mir die Situation zu schaffen macht." Zwei Möglichkeiten von unzähligen.

Komisch. Mir viel auf, dass sich diese Stressauslöser in den beiden letzten Urlauben leise an mich heran geschlichen hatten, als solle ich lernen, damit wieder besser umzugehen.

Vor zwei Jahren (Bericht hier) zum Ende der zweiten Bauphase in unserer Kölner Nachbarschaft war ich völlig ausgelaugt und mit den Nerven am Ende. Der Nachbarin auf der anderen Seite ging es ähnlich. Im Urlaub hielt ich die Luft an, ob wirklich wie mir von der Vermietungsagentur versichert wurde, keine Bauarbieten im Ferienhausgebiet seien. Danach hatte ich zuvor nie gefragt.

Zum Glück waren dort nur Urlauber, keine werkelnden Arbeiter oder Eigentümer. Sonntags kam nur ein Däne zu seinem Haus und renovierte das Dach. Da das aber relativ weit weg war, ich es hören, aber nicht gleichzeitig sehen konnte, gelang es mir, dies auszublenden und mich immer wieder auf mich konzentrieren. Eine gute Übung!

Letztes Jahr, 2016 wurde es etwas intensiver. In der 70er Jahre Ferienhaussiedlung am Meer renovierten alle Besitzer mehr oder weniger ihre Häuschen. Da hörte ich mal kurz ein Schleifen, dann wurde gestrichen, was ja nicht zu hören ist. Das zu sehen macht mir nicht so viel aus, wie es zu hören. (Es gibt Streßpunkte bezogen auf unsere Sinneskanäle, wo man besonders empfindlich ist. Bei mir sind es Geräusche, bei anderen was sie sehen oder riechen...).

Diese Arbeiten dauerten ein paar Stunden und es war vorbei. Auch die riesigen Bagger am Strand, die große Steine bewegten oder die Sägearbeiten an einem oben gelegenen neuen Ferienhaus konnte ich ausblenden. Es war erträglich, wenn auch nicht schön.

Dann stoppte von jetzt auf gleich meine Erholung: Ich genoss Samstag in der zweiten Woche die über dem Meer untergehende Sonne auf unserer kleinen Terrasse im blauen Holzhäuschen wie wohl die meisten in dieser abgeschiedenen Siedlung. Ein Traum!

Plötzlich polterte ein voll beladener VW-Bus den Kiesweg herunter, fuhr knapp an unserer Terrasse vorbei und bremste neben dem grünen Haus neben uns. Es stiegen zwei Erwachsene, drei kreischende Kinder und ein bellender Hund aus. Die Lautstärke änderte sich schlagartig von Naturgeräuschen zu High Live.

Der Mann begann mit einem Hochdruckreiniger das Haus von außen zu reinigen. Dahin war die Abendstimmung. Ich wollte wegen der immer mehr werdenden Mücken sowieso reingehen. Bis in die späte Nacht hörten wir ihn durch die dünnen Holzwände arbeiten. Am nächsten Tag ging es gleich in der früh weiter: Der Rasen wurde gemäht, das Haus gestrichen.

Wie sollte ich das aushalten? Die ersten vierzehn Tage lang hatte ich es so genossen, auf der Terrasse zu frühstücken, zu lesen und aufs Meer zu schauen. Diese Erholung hat mir so geholfen und gut getan. Und nun? (2017 dachte ich darüber: Welch ein Luxus - 14 Tage Ruhe!)

Es widerstrebte mir, mich von dem Krach nach drinnen ins Haus vertreiben zu lassen. Auf keinen Fall wollte ich meinen Glücksplatz an der frischen Luft mit Blick aufs Meer hergeben.

Ich zog mir Kopfhörer an - womit ich mich normalerweise gar nicht konzentrieren kann, doch mit einer noch nie gehörten Musik (einer Mischung aus Entspannung und Techno würde ich es beschreiben) funktionierte es wunderbar - und schrieb mir stundenlang meinen ganzen Frust über diese Situation von der Seele. Schaute nach innen, fand einen verletzten Anteil und arbeitete mit ihm, schenkte ihm Aufmerksamkeit.

Gleichzeitig war mir durch das Gesetz der Anziehung klar, dass es gut war, mir gute Gedanken wegen der Baustelle zu machen und keine negativen. So schwer das ausgerechnet in einer solchen Situation auch ist.

Am Nachmittag war ich müde geschrieben und wir drei machten einen Ausflug zum Leuchtturm. Ich wünschte mir, die Nachbarn wären dann weg, alles nur eine Fata Morgana gewesen. Die Kinder waren im Schulalter, sie mussten ja auch zur Schule.

Als wir zurück waren, sahen wir keinen Bus mehr vor dem umgestrichenen Haus neben uns. Stille. So laut wie die Wikinger über uns hergefallen waren, so leise waren sie gegangen. Ich war so unendlich erleichtert und dankbar. Mein Urlaubsglück war wieder hergestellt!

Diese Erfahrungen in den beiden vergangenen Urlauben waren Kleinigkeiten im Vergleich zu dem, was uns in diesem Jahr wiederfuhr und Winzigkeiten im Gegensatz zu dem, was die mehrjährigen Bauarbeiten der Nachbarn in Köln an Spuren bei mir hinterlassen hatten.

Irgendwie habe ich das Gefühl, ich wäre - wie von oben geleitet - von Jahr zu Jahr wieder mit etwas mehr Lärm beschallt worden, um zu üben, wieder mit solchen Belastungen umzugehen. Dieses Jahr war wirklich die Meisterarbeit. :-)

Aber es gibt auch Situationen, die sind unangenehmer als die Baustelle wie Sie bald lesen werden...

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Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 07 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Dunkle Tage

Türchen 6: Aktiv werden. Wie kann ich mir beistehen?

Als wir von unserem Strandbuggy-Picknick am Strand Dienstag späten Nachmittag nach Hause kamen, hatten die Arbeiter zum Glück Feierabend. Aufatmen. Wenn die Arbeiten vorüber sind, kann ich mir meist nicht vorstellen, warum der Lärm so stressig für mich ist. Ach, war vielleicht doch alles nicht so schlimm?

Doch innerlich fand ich keine Ruhe. Das Problem war ja nicht wirklich weg, nur weil nebenan Feierabend war. Und langsam war klar: Das war keine 2-Tages-Baustelle nebenan. Das dauerte länger und schlich sich in meine Urlaubsfreude herein. Was hatte ich denn für Handlungsmöglichkeiten?

In der Hausmappe las ich unter Lärmbelästigung: "Während sie Urlaub machen, geht das Leben in Dänemark weiter. Es kann deshalb durchaus sein, dass sie Lärm von Baustellen, Restaurants, Flugzeugen, Autos, Motorbooten, Landwirtschaft, Militärübungen u.a. hören können. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Urlaubsgäste dafür Verständnis haben, das wir dafür keine Verantwortung übernehmen können."

Diese Aussage hinterließ bei mir einen fahlen Geschmack.

Abends schrieb ich an die deutsche Vermittlungsagentur und schilderte die Situation, auch wenn ich wusste, dass sich die dänische Agentur vor Ort aus der Verantwortung zieht. Mir war einfach wichtig mitzuteilen, wie es mir ging und für meine Bedürfnisse einzustehen.

Mittwoch Morgen ging der Baustellenalltag weiter mit dem ganzen Programm. Die Handwerker hatten die Musik aufgedreht. Gefühlt kamen die zwei Mann nicht vorwärts. Von den acht Dachflächen war gerade eine einzige abgerissen, die Dämmung entfernt und ein Regenschutz aufgetackert. Der Kompressor lief.

Ich fühlte mich auf dem Balkon - wo wir hätten wieder so schön frühstücken können - überhaupt nicht mehr wohl, sondern beobachtet und beobachtend. Ständig mit der Baustelle beschäftigt, da von dort Krach kommt und sie genau auf der Höhe sind, wo sie uns in die Wohnung gucken konnten. Das war das Gegenteil von Erholung für mich.

Selbst hinter dem Haus hörte man sie wirken. Meine Laune sank in den Keller. Ich war im Schockzustand und in alten Verletzungen aus den Bauphasen der Nachbarschaft in Köln gefangen. Musste ich meine Herzenswünsche des auf dem Balkon Lesens und Schreibens an den Nagel hängen? Selbst im Haus bei geschlossenem Fenster war all das Wirken zu hören. Dafür waren wir 950 km gefahren?

Musste ich den ganzen Tag über Kopfhörer Musik hören, um bei mir sein zu können? Oder den Tag über fliehen, bis die Arbeiten gegen Abend ruhten? Ich fand das so ungerecht. Was für ein furchtbares Gefühl, mich "zu Hause" nicht wohlzufühlen. Der Gedanke, bei schönem Wetter nicht mehr draußen essen zu können, sondern nur noch drinnen, war unerträglich.

Mein Mann fand die Baustelle auch nicht toll, aber wiederholte, dass ihm der Lärm nichts ausmachte. Er als Handwerker fand sie eher interessant. Was ihm was ausmachte, war dass ich damit Stress hatte. Was sollte ich tun? Ich fuhr mit dem Auto zum Strand, wollte dort den Wagen abstellen, walken gehen und mich dann vielleicht etwas neben das Auto in die Campingstühle setzen und lesen bzw. schreiben.

Im Auto änderte meinen Plan. Ich fuhr zur dänischen Vermietungsagentur vor Ort in Loekken und erzählte dort von der Situation und wie unglücklich ich damit sei. Man wollte sich mal schlau machen, wie lange das denn ginge. (Ich spreche kein Dänisch und wäre selbst mit Englich mit der Situation - auch wegen dem inneren Stresspegel - an meine Grenzen gestoßen.)

Danach ging es mir ein klitzekleines bisschen besser. Es hatte einfach gut getan, etwas zu unternehmen. Aktiv zu werden. Danach fuhr ich zum Strand, zog mich um, erklomm die hohe Düne, vor der ich geparkt hatte und genoss eine grandiose Aussicht über das Meer und das Dünengebiet. Hach, war das schön hier!

Danach walkte ich bis zu den Strandhäuschen in Loekken, was ungefähr 6 km eine Strecke waren. Wow, toll, dass ich das geschafft hatte! Ich war stolz auf mich.

Zurück am Auto wollte ich eigentlich mit dem Campingstuhl etwas Lesen. Das neue Ingrid Noll Buch hatte ich dabei. Doch es war kühl und zu windig, um draußen zu sitzen. Ich probierte es drinnen, doch im Auto fühlte ich mich wie eingesperrt. Also Zähne zusammen beißen und zurück ins Haus.

Dort erwartete mich die Nachricht der dänischen Vermietungsagentur, dass die Bauarbeiten für drei Wochen (= genau unsere Urlaubszeit) geplant seien. Der Chef der Baufirma hätte aber gesagt sie würden versuchen, leiser zu arbeiten (witzig). Die gute Nachricht sei noch, dass sie freitags um eins Feierabend machen würden und wir dann ja das ganze Wochenende Ruhe hätten. (Unfassbar! Durchatmen, sonst platzt du gleich, Anja) Ansonsten schrieb die Frau, sie könne nichts weiter für mich tun und verwies auf den oben zitierten Passus. Mitgefühl? Lösungen? Nein. Ich war wütend, enttäuscht, traurig.

 

Mein innerer Kümmerer wurde aktiv. Ich überlegte, was ich für mich tun könnte.

Wäre ein anderes Haus eine Lösung? Gleich wie es ausging, es war einfach wichtig für mich, alles zu versuchen, damit es mir besser ging und gut für mich und meine Bedürfnisse einzustehen.

Ich schrieb nochmal an die deutsche Agentur, die uns das Haus vermittelt hatte, von denen ich noch nichts gehört hatte und fragte, ob es möglich sei, dass wir nach einer Woche in ein anderes, ruhigeres Haus umziehen und uns ein Teil der für die drei Wochen gezahlten Miete erstattet würde. Kurz darauf klingelte mein Handy, eine freundliche Mitarbeiterin der deutschen Agentur teilte mir ihr Mitgefühl mit, hörte sich meine Idee an und sagte, sie wolle schauen, welche Häuser frei wären. Sie wären bereit 10% des gezahlten Hauspreises zu erstatten, wenn wir erneut buchen würden.

Mit der dänischen Agentur, wo das Haus unter Vertrag ist, wollte sie zumindest über eine Umbuchung sprechen. Sie vermutete aber, dass es keine Erstattung geben würde, da jedes Haus einem anderen Eigentümer gehört und unserer ja nichts für die Baustelle seines Nachbarn könnte.

Keine super befriedigende Antwort. Aber wie gut hatte alleine das Mitgefühl, das Zuhören und Kümmern getan.

Im Internet recherchierte ich nach Hausalternativen. Ich sah mir die abends eingetroffenen Vorschläge der Agentur an. Mein Mann und ich diskutierten hin und her. Es war für mich kein Urlaub, sondern ein Alptraum. Es machte mir puren Stress, hier zu sein. Schwierig war, dass wir genau das optimale Haus gefunden hatten: Toller Meerblick, nah zum Strand, ein abgeschlossenes Grundstück, Waschmaschine, W-Lan ...

Keines der noch freien Häuser konnte da mithalten. Es war heftig, nochmal ein Haus voll zu bezahlen, wo wir unseren Urlaub ja schon bezahlt hatten.

Donnerstag früh beim Spaziergang mit Minu sahen wir uns zwei Ausweichquartiere in der Nähe an. Das eine lag unscharmant nur mit Blick auf eine Straße, weit ab vom Meer und das andere in einem Waldgebiet. Der Blick ging nur wenige Meter in schäbige Tannen hinein. Außerdem hörte man von dort die Schnellstraße und irgendwo hörte ich Bagger. Seufz. Abgeschlossen waren die Grundstücke auch nicht.

Was war die richtige Lösung?

Im Haus bleiben und den Baulärm irgendwie versuchen auszuhalten, Kopfhörer tragen, mehrere Stunden am Tag wegfahren (statt da zu bleiben und das zu tun, was ich eigentlich wollte: Lesen, schlafen, schreiben, aufs Meer schauen), vielleicht einen Sichtschutz kaufen, damit wir etwas mehr Privatsphäre hatten?

Oder packen, das Haus reinigen, uns auf das neue Haus einstellen, Stress mit Minu haben, weil sie vielleicht ausbüchsen will, den Meerblick missen? Oder ganz nach Hause fahren? Die Zeit drängte nach einer Entscheidung, wenn wir wirklich das Haus zum Wochenende wechseln wollten.

Erst mal gingen wir zum Haus zurück, um zu frühstücken und entdeckten wahrhaftig etwas Positives auf der Baustelle...

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Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß 

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

PS: Heute hatte ich auch ein Glückserlebnis. Prof. Dr. Ingrid Gerhard vom Netzwerk Frauengesundheit hat meine Tischkalender empfohlen. Sie glauben gar nicht wie sehr ich mich darüber freue. Ein Geschenk für mich!

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 06 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Dunkle Tage

Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß

Ab 7 Uhr am Dienstag war der Urlaubsschlaf beendet. Die Handwerker warfen große Platten vom Dach in den Container. Ich habe in den Bausituationen zu Hause gelernt wie wichtig es ist, in solch stressigen Momenten, wo ich nicht so leicht davon laufen kann, meine Aufmerksamkeit auf Schönes zu richten. Also brachen wir mit Minu zu einem Spaziergang durch die schöne Dünengegend auf.

Dieser alte und scheinbar verlassene Bauernhof hatte eine tolle Ausstrahlung:

Am Wegesrand entdecken wir tolle Blüten:

Oben der rote Klee oder diese rot-grünen Perlen:

Wicken in gelb:

und in lila:

Hornveilchen:

Margeriten:

Lungenkraut:

Schafsgarbe:

Und natürlich die unglaublich gut duftenden Kartoffelrosen, die in großen Büschen überall an der Küste anzutreffen sind. An ihnen habe ich so oft es geht gerochen, weil diese Düfte sich beruhigend auswirken. Hier gab es sie in weiß

und in pink:

Löwenmäulchen:

Strand-Grasnelken:

Glockenblumen:

Was für ein schöner Ausflug durch die Natur. Die wilden Blüten anzuschauen, durch die bewachsene Hügellandschaft zu gehen, hat einfach gut getan.

Zurück am Haus wollten wir allem Baugedöns zutrotz auf dem Balkon Frühstücken.

Keine gute Idee. Während wir da saßen, wurde viel Material per Lkw angeliefert und vor unserem Haus parkte ein Tanklaster und brachte uns Öl. Urlaubsatmosphäre? Nein. Die Hoffnung einer einwöchigen Baustelle, so dass wir noch zwei Wochen wirklichen Urlaub hatten, schwand dahin.

Mein Mann kann selbst größten Krach ausblenden und dabei entspannen. Er liebt auch Kopfhörer auf den Ohren und kann bei Musik und Hörspielen abschalten. Wie unterschiedlich wir sind. Wenn er zu Hause fernsieht und ich arbeite noch, trägt er einen Kopfhörer. Wenn man den Reciever ausschaltet, verliert der Kopfhörer seine Funkverbindung und er beginnt laut zu krachen und zu rauschen. Mir ist das mal passiert, da habe ich mich so erschrocken, dass ich ihn vom Kopf gerissen habe. Nun wunderte ich mich im Arbeitszimmer mal über den merkwürdigen Krach und stand auf, um zu sehen, woher der kam. Mein Mann lag auf dem Sofa, surfte auf seinem Tablett und der Kopfhörer rauschte so laut, dass ich es nebenan hörte. Ihn hatte das gar nicht gestört! Ein Phänomen. Manchmal wünsche ich mir diese Fähigkeit, störende Geräusche auszublenden. Ich hab sie nicht und lerne, damit zu leben.

Ich musste weg von dem Krach. Also fuhr ich in die nächst größere Stadt, in das ca. 30 km entfernte Hjoering (ca. 25.000 Einwohner). Auch größere Städte haben meist die typischen anderthalbgeschossigen Häuser, rote Ziegeldächer, oft dicht an der Straße stehend. Ich bummelte durch die Fußgängerzone, wo es auch höhere Gebäude gab.

Wie schon sonntags in Loekken fand ich schöne Klamottenläden, die typischen Gebrauchtwaren- oder Antikgeschäfte, Sportgeschäfte, Cafés, Restaurants, sogar ein Shoppingcenter mit Deko- und Einrichtungswaren. Doch charmanter fand ich das kleinere Loekken.

Hjoering war schnell angeschaut. Besonders schön fand ich diese alte Hausfassade. Ich hätte Museen oder Parks anschauen können, aber darauf hatte ich keine Lust. Und nun? Zurück in den Krach ins Ferienhaus? Nein. Ich fuhr nach Loekken, wo ich sonntags ein Geschäft mit Strandzubehör und Drachen gesehen hatte. Ob die vielleicht so faltbare Strandstühle hatten, die ich am Tag zuvor am Strand gesehen hatte?

Die freundliche Verkäuferin zeigte mir einen klappbaren Stuhl aus Holz, der mit Stoff bezogen war. Allerdings saß man darauf fast auf dem Boden. Das würde uns keine Freude machen, davon wieder aufzustehen. Ich sagte ihr, wir suchten etwas höheres wie Stühle. Sie guckte mich einen Moment an, sagte so was verkaufe sie nicht im Laden, aber sie hätte da vielleicht etwas für mich.

Ich solle mal mitkommen. Sie lies den Laden unbeaufsichtigt und ging mit mir durch die schmale Gasse hinter das Haus. Da standen zwei faltbare Campingstühle wie ich sie mir vorgestellt hatte. Von Sand überzogen, leichter Rost am Rahmen (was hier bei der salzigen Luft schnell passiert) und voll funktionsfähig. Zwei Urlauber hätten die Stühle da gelassen.

Sie wären kostenfrei, ich könne sie so mitnehmen. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Damit ließe sich selbst bei starkem Baustellenlärm die Zeit am Meer tagsüber verbringen. Ich musste nicht noch lange suchen, wo ich genau so Stühle in der Gegend finden konnte. Da war mir einfach so eine klasse Lösung geschickt worden! Hüpf! Ich schleppte die Stühle zum Auto und fuhr erfreut nach Hause.

 

Es war trockenes Wetter und wenig Wind. Meinen Mann lud ich am Nachmittag zum Picknick am Strand ein. Wenn wir nicht auf dem Balkon in Ruhe sitzen und das Meer genießen können, dann dort in jedem Falle. Dann könnten wir auch Minus Wagen ausprobieren. Wir hatten für Minu einen Strandbuggy gekauft. Letztes Jahr konnte sie weite Strecken nicht mehr gehen und wir mussten unsere Spaziergänge oft abbrechen.

So kam mein Mann auf die Idee, einen faltbaren Strandbuggy mitzunehmen, darin könne Minu sitzen und wir weiter spazieren gehen. Gedacht, gemacht. Wir hatten so viel Spaß alleine bei dem Gedanken und als wir zu Hause den Buggy ausprobierten guckte Minu ganz freudig.

Also auf zum Strand! Es war herrlich gleich in der Nähe der Wasserkannte im Windschatten des Autos zu sitzen. Etwas trinken und essen, das Meer beobachten, klasse.

Die Krönung war dann Minu, die wie die Queen im Wagen saß und sich über den Strand ziehen lies.

Es fehlte nur noch, dass sie winkte.

In diesem Moment dort am Strand war ich einfach glücklich. Der Himmel hatte mir diese Strandstühle beschehrt und wir wären wohl nicht mit dem Auto zum Picknick an den Strand gefahren, wenn uns die Baustelle nicht von unserer genialen Aussicht auf dem Balkon vertrieben hätte. So konnten wir ganz nach am Wasser eine schöne Zeit verbringen. Pech und Glück können so nah bei einander liegen.

Guckt sie nicht einfach zufrieden?

Soviel für heute vom Meer.

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 05 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Hundemami

Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

Am ersten Montagmorgen unseres dreiwöchigen Urlaubs wurde ich gegen sieben Uhr von seltsamem Krach geweckt und dachte unser Hund würde etwas anstellen. Stand auf. Minu schlief seelenruhig. Ich ging den Geräuschen nach. Unterhalb von uns stand ein riesiges Ferienhaus. Männer bauten darum mit Geklapper und Geschepper ein Gerüst auf. Ein weißer Lieferwagen mit Aufschrift "Tournemester" (Schreinermeister) stand davor. Konnte das wahr sein? Eine Baustelle?

Seit dem zu Hause in Köln ab 2011 jeweils neue Nachbarn die beiden direkten Reihenhäuser neben uns weit über ein Jahr sanierten - nicht zur gleichen Zeit, sondern mit einem Abstand von ca. anderthalb Jahren, bin ich davon richtig geschädigt. Die von 1926 stammenden Häuser wurden komplett erntkernt bzw. zum Teil abgerissen und wieder aufgebaut. Das bedeutete Baulärm von Montag früh um sieben bis Samstag abend. Noch nicht mal sonntags war Ruhe, weil die Inhaber dann aktiv wurden.

Während dessen versuchte ich in meinem Homeoffice zu arbeiten oder sonntags zumindest Ruhe zu finden. Wofür ich anfangs noch gute Lösungen hatte, damit umzugehen, fand ich nachher keine Ruhe mehr.

Es war nur noch schädigender Stress für meine Gesundheit wie ich heute weiß. Ein Teil meiner Konzentrationsprobleme, Erschöpfung und Ausgebrannt sein der letzten Jahre hat meiner Meinung nach genau mit dem Baulärm zu tun. Dauerstress über einen so langen Zeitraum führt zum Ausbrennen der Nebennieren. Das ist nicht so schnell wieder behoben. Kein Spaß für den Körper. Früher hat mir Baulärm nichts ausgemacht. Ich habe es gar nicht so stark wahr genommen wie jetzt. Da hatte ich diese Erfahrung auch noch nicht gemacht.

Seit dieser Erfahrung reagiere ich auf Baulärm, besonders an meinem Wohnort: Mein Herz rast, ich bin innerlich unruhig, mir wird heiß und kalt, der Hals geht zu, die Stimmung in den Keller, meine Nacken- und Rückenmuskulatur verspannt sich und ich kann mich nicht mehr konzentrieren oder mit meiner Aufmerksamkeit bei mir sein, geschweige denn entspannen. Stress pur. Also das Gegenteil von Urlaub und Erholung.

Beruhigende Prognosen stellten wir erst noch an, während wir am ersten Tag noch oberhalb der Baustelle auf dem Balkon frühstückten. Ausgerechnet rechts Richtung Meerblick, unterhalb vom schönen Sitzplatz entstand die Baustelle. Ach, vielleicht muss ja nur die Regenrinne neu gemacht werden oder was am Dach repariert. Das Gerüst sprach jedoch für einen Umfang von mehr als einem Tag. Vielleicht eine Woche?

Ich dachte erstmal: Ich lenke mich ab. Es gibt hier noch so viel zu gucken und vielleicht war das alles ein kurzer Schreck und die Baustelle wieder weg, wenn ich zurück nach Hause komme. Mein Mann hatte Rückenschmerzen und wollte sich ausruhen - ihm machte der Baulärm nichts aus. Ich musste raus. Im Haus kam ich gar nicht zur Ruhe. Also fuhr ich alleine 9 km am Strand mit dem Auto entlang.

Den nächsten Ort konnte ich so gut erreichen. Das Wetter war traumhaft. Ich wollte mir die in Blockhus ebenfalls am Strand stehenden weißen Badehäuschen mal aus der Nähe anschauen.

Herrlich sahen die weißen Würfel vor dieser Kulisse aus.

Die Häuschen sind ganz unterschiedlich eingerichtet. Mal praktisch, mal schnuckelig.

Und in unterschiedlichem Zustand. Manche zeigen Rostspuren, das Holz ist verwittert, in andere möchte man gleich einziehen. :-)

Am Strand hatte ich Urlauber gesehen, die mit Campingstühlen neben dem Auto saßen, etwas tranken, den Ausblick genossen.

Wäre das auch etwas für uns? Falls ich im Haus nicht mehr entspannen könnte, zumindest hier am Strand sitzen und entspannen? Doch woher Campingstühle bekommen? Ich versuchte, mich so gut es ging, während meines Ausflugs abzulenken, mich auf die schöne Natur zu konzentrieren und mir Gutes zu tun.

In einem Supermarkt in Blockhus sah ich einen ähnlichen veganen Brotaufstrich wie ich ihn verwende. Beruhigend, falls ich nicht genug dabei hatte. Für meinen Mann fand ich wieder eine Süßigkeit zum Nachmittagskaffee. Den könnten wir auf der Terrasse bei dem tollen Wetter jetzt genießen!

Als ich zurück kam, war das Gerüst aufgebaut und ein großer Container geliefert worden. Die Handwerker hatten begonnen, das Dach abzureißen. Das sah aus, als würde es mehr als eine Woche dauern. Was tun? Ich versuchte irgendwie die Fassung zu bewahren, doch meine Stimmung sank in den Keller. Ich hatte Sorge, gar keine Ruhe finden zu können. Deswegen waren wir doch hierhin gefahren.

Den Tee versuchte ich in der Sonne zu genießen, während nebenan eine Plane aufs Dach geschlagen wurde. Ein Handwerker mit einem Hilfsarbeiter, der so gar nichts von der Arbeit zu verstehen schien, auch die Sprache nicht, waren die einzigen auf der Baustelle. Mein Mann, selbst Handwerker, fand es hoch interessant, dies zu beobachten. Ich fands furchtbar und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ich fühlte mich so in meinem Urlaubsfrieden, meinen Plänen gestört. Was tun?

Ich musste wieder weg. Da das Wetter sonnig war, brach ich zu einem Ausflug an den Strand auf. Ich wollte mit den nackten Beinen durchs Wasser laufen. Etwas, das ich einfach liebe! Hm, tat das gut!

Ich hatte Freude den rasend schnellen Strandläufern zuzusehen, wie sie versuchen, den flachen Wellen davon zulaufen. So putzige winzige Vögel:

Als ich zurück zu unserem Ferienhaus kam, hatten die Handwerker Feierabend. Die vom Wochenende so geschätzte Stille war wieder hergestellt. Ein Segen. War das mit der Baustelle wirklich so schlimm? Doch kaum blickte ich aus dem Fenster dorthin, ging es mir wieder mies. So sah der Sonnenuntergang vom Balkontisch am Montag Abend aus. Zum Glück verdeckt der rechts stehende Nadelbaum den größten Teil der dahinter liegenden Dachflächen.

Ein Teil von mir wollte das alles nicht wahrhaben. Ich bin jetzt (3.12.) beim Korrigieren und Illustrieren des in Dänemark geschriebenen Artikels froh, dass ich vor Ort Schritt für Schritt eine Lösung entwickelte, wie ich mit der Situation umgehen konnte, damit es mir möglichst gut ging. Eine enorme psychische Leistung. Da solche Störungen und Herausforderungen immer wieder im Leben passieren können, war es mir auch wichtig, hier im Blog darüber zu schreiben. Vielleicht finden Sie sich darin wieder und können etwas für sich mitnehmen. Ich brauche es auch als Erinnerung für ein nächstes Mal.

Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich am Donnerstag der ersten Woche dachte: "Die Baustelle ist mir doch wirklich piepegal, wenn wir hier nur wieder rauskommen." Zum Ende des Urlaubs habe ich begriffen, was ich davon hatte, dass diese Baustelle und noch viel mehr Abenteuer dort oben passiert sind. Daran möchte ich Sie teilhaben lassen - und an der Schönheit der Natur und dass in jedem Grauen auch ein Geschenk für uns liegt.

Hier geht es weiter mit Türchen 5: Pech und Glück liegen nah beieinander. Wilde Blüten und Strandbuggyspaß 

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Bisher erschienen:

Der Adventskalender ist gestartet

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken 

Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 04 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Dunkle Tage

Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken

Am ersten Sonntag wollte ich beim sechs Kilometer entfernten Ferienhausvermittler Bescheid geben, dass bei uns ein Wasserschlauch draußen defekt war. Und wo ich schon im Städtchen Loekken war, guckte ich mir gleich mal die Kleinstadt an. Loekken hat rund 1500 Einwohner (ist viel für für dort oben, es gibt nur wenige Städte) und liegt gleich am Meer.

Ganz typisch für Dänemark: Die anderthalbgeschossigen Häuser, Bürgersteige, die direkt am Haus vorbei führen. Besonders schön finde ich die gelb getünchten Häuser mit den roten Dächern. Irgendwie macht das bei jedem Wetter gute Laune.

Am Fuß der Dünen fand ich dieses alte, reetgedeckte Fischerhaus. Hatte was märchenhaftes.

Besonders gut gefällt mir die Fußgängerzone in Loekken, die wirklich etwas besonderes ist. In dieser Kombination (Nähe Meer, schöne Geschäfte dicht beeinander, Supermärkte, Gastronomie, einfach und gut überschaubar, gut erreichbar, genügend Parkplätze) habe ich das bisher selten in Dänemark gesehen. (Ribbe und Tonder können noch mithalten.) Viele Geschäfte hatten sonntags geöffnet. Tolle Klamotten- und Dekoläden, Bernsteingeschäfte, Sportartikel ... Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst rein sollte:

Den Dänen sagt man ja einen besonders stilsicheren Einrichtungsgeschmack nach.

Eine Bonbonmanufaktur gibt es auch. Man kann hier zuschauen, wie die Bonbons per Hand und Maschine gerollt werden und wer mag gleich nebenan kaufen:

Im Mittelpunkt reiht sich ein Lokal mit Außengastronomie an das nächste. Auch etwas besonderes. Ich kann mir gut vorstellen, was hier im Sommer los ist!

Richtung Strand gibt es eine Surfstation und ein Surfcafe:

Loekken ist auch bekannt für die Fischerboote, die an den Strand gezogen werden:

Die Fischer verkaufen fangfrischen Fisch direkt vom Boot aus.

Auf der weit ins Meer reichenden Mole machen es sich viele Möven gemütlich und man hat eine tolle Sicht auf die Küste:

Minu mag die Seeluft. Hmmmmm, riecht so interessant nach Fisch und Meer:

Bekannt ist der Ort auch für die hübschen weißen Badehäuschen (485 gibt es), die während der warmen Monate am Strand stehen. Im Herbst werden sie in geschütztere Bereiche gebracht. Auf dem Foto sieht man, dass einige schon abtransportiert wurden. Von innen sind sie vom Besitzer ganz individuell mit Tisch, Stühlen oder Bänken, auch einer Küche ausgestattet. Übernachten darf man darin leider nicht.

Es gibt im Ort einige Supermärkte. Im ersten fand ich gleich ein tolles Gemüse- und Obstsortiment. Sogar ein langes Regal nur mit Bioprodukten:

 

Super, mein Essen war gesichert. :-)

 

Mit einem Teilchen für meinen Mann und super Laune kehrte ich ins Ferienhaus zurück. Wir genossen eine Tasse Tee und Kaffee auf dem Balkon und gingen mit Minu am Strand spazieren, wo die Sonne sooo schön unterging:

 

Ich war so beglückt und dankbar, an so einem schönen Ort sein zu können, das Ferienhaus gut ausgesucht, toller Meerblick. Endlich hatten wir Urlaub! Endlich Ruhe, Entspannung und Natur. Ich war so reif dafür. Mit einem guten Gefühl schlief ich Sonntag ein.

... und dann kam der Montag.

Hier geht es weiter mit Türchen 4: Die erste Prüfung beginnt

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Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang? 

Bis morgen,

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Sonntag, 03 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang?

Am ersten Abend ging ich mit Sportschuhen und Stöcken hinunter zum Meer. Ob ich hier walken könnte? Zu schön die Vorstellung, an der Wasserkannte entlang zu laufen, die Meeresluft einzuatmen, die Küste zu erkunden. Die Luft war angenehm, der Wind kam vom Land, daher kaum Wellen. Auch wenn dadurch der typische Meeresduft nicht wahnehmbar war: Hmmmm, ich war endlich am Meer!

Zu meiner Freude eignete sich dieser Strand hervorragend zum Walken. Wir hatten schon Strände, wo der Sand in kleinen, weichen Hügeln war, die bei jedem Schritt nachgaben, so dass die Beine wegrutschen oder wo viele große und kleine Steine waren. Alles schön, aber nicht gut zum Walken. Hier war der Strand fest. Die Walkingstöcke versanken nicht im Sand, der Boden gab nur leicht nach. Prima!

Als ich einige Zeit unterwegs war, bemerkte ich im Augenwinkel etwas Schwarzes im Wasser. Ich guckte genauer hin und sah einen schwarzen Kopf im Wasser, der immer mal wieder auftauchte. War das wie im letzten Urlaub wieder ein Surfer? Ich guckte genauer hin. Nein, es war definitiv kein Mensch mit oder ohne Surfbrett im Wasser. War es etwa ein Seehund?

Meine Begeisterung für Robben hat eine Geschichte: 2002 waren wir an der Nordsee in Holland in Ferien. Ich war mit Rückenschmerzen in Urlaub gefahren. Die Matratze in der Ferienwohnung war so weich, also Gift für meinen Rücken. Nachts war ich deswegen mehrere Stunden wach, setzte mich an den Esszimmertisch, schrieb etwas, legte mich für eine Stunde auf das Sofa, welches ein wenig fester war. Ich konnte nicht lange liegen, nicht lange sitzen.

Als ich morgens um sechs Uhr an der Deichkannte entlang spazierte, traurig, dass ich keine Ruhe und keinen Schlaf fand und im Urlaub Schmerzen hatte, tauchte plötzlich wenige Meter neben mir im Wasser eine Robbe auf und guckte mich mit ihren großen Augen an.

Ich war so überrascht. Glück durchflutete mich und

Sofort änderte sich meine Stimmung. Ich habe gesungen und war fröhlich. Ich habe die Robbe nach dieser Begegnung nicht wieder gesehen, aber sie hatte mich aus meinem Tief raus gerissen und von da an wurde es auch ein klein wenig besser mit dem Rücken. Noch heute wird mir warm ums Herz, wenn ich an diese Begegnung denke. Ich liebe Tiere!

Deswegen suche ich nach Robben in freier Wildbahn. Ich möchte dieses Glück wieder empfinden.

Um mir nun gerade am Strand sicher zu sein, dass ich keine auf dem Meer schaukelnde Möve falsch deutete, wollte ich die Robbe fotographieren. Ich holte mein Handy raus und versuchte, sie - oder was ich für eine Robbe hielt - auf der großen Fläche des Meeres einzufangen.

Keine Chance, der Kopf war schon wieder weg, es war dämrig und die Aufnahmen verwackelt. Hatte ich mich geirrt? Robben sind in Dänemark am Limfjord und der Ostseeküste zu sehen, seltener an der Nordsee, wo wir urlaubten. 2016 sind wir lange am Limfjord entlang gefahren, weil im Reiseführer stand, dort seien die Meeresbewohner zu sehen. Keine einzige zeigte sich uns.

Über die Freude am Meer und den schwimmenden Begleiter hatte ich gar nicht gemerkt wie es dunkler geworden war. Die Küstenlinie aus den hohen Dünen – also riesigen mit Gras bewachsenen Sandhaufen - sah in der Dämmerung vom Meer völlig gleich aus. Wo war der Ausgang zu unserem Haus?

Die Entfernung von der Wasserlinie bis zu den nicht sichtbaren Pfaden über die Düne zu den Ferienhäusern war so weit voneinander entfernt, dass es schwer zu erkennen war. Ich hatte mir die Zeit gemerkt, wann ich losgelaufen war und an welcher Stelle ich gedreht hatte, also war klar, wo ich ungefähr wieder hin musste. Aber war ich in gleichem Tempo gewalkt und ich hatte doch auch Pause gemacht. Ich hatte noch nicht mal die Adresse unseres Hauses im Kopf. Wie sollte ich, falls ich an der falschen Stelle durch die dunkeln Dünen musste, zwischen all den Häusern unseres finden?

Unruhe stieg in mir auf und ich walkte schneller. Zum Glück hatte ich mein Handy eingepackt, aber von der praktischen Ortung über Google Maps noch überhaupt keine Ahnung und auch nicht unser Haus als Standort eingepflegt. Als Notlösung fiel mir ein, meinen Mann anzurufen und ihn zu bitten, mit dem Auto zum Strand zu fahren und Blinkzeichen zu geben, damit ich eine Orientierung hätte. Aber eigentlich wollte ich das alleine schaffen. Also suchte ich erstmal weiter. Meine Augen sind nicht mehr die besten bei Dunkelheit. Räusper.

Irgendwann entdeckte ich einen weißen Masten und erinnerte mich, dass ein solcher an unserem Ausgang gestanden hatte. Ich hatte den Weg gefunden. War ich erleichtert!

Am nächsten Tag traf ich ein älteres Ehepaar mit zwei süßen Hunden am Strand. Wir unterhielten uns in beidseits ungeübten Englisch einfach wunderbar. Die Frau erzählte mir, dass eine Bekannte in ihrem Haus übernachtet hatte und auch gleich am ersten Tag am Strand entlang spazierte und in einer kleinen Imbissbude etwas essen ging, um dann fest zu stellen, dass sie nicht mehr wusste, wohin sie musste. Sie bestellte sich ein Taxi, was hier bei den weiten Anfahrtswegen wohl sehr teuer gewesen war.

Die beiden machten mich deswegen auf die Strandausgangsnummern aufmerksam. (Unten ein Bild aufgenommen am Tag bei Sonnenschein aus relativer Nähe.) Kleine, grüne Schilder mit durchnummeriereten Zahlen, die gleich am Dünenfuß stehen. Gut, wenn man sich diese gleich beim ersten Betreten des Strandes merkt. In den Feriengebieten tauchen die hilfreichen Pfade zum Strand über die Dünen mit grünen "Sti Strand" Schildern auf.

Dass die Küstenlinie in weiten Strecken so ähnlich aussieht, hatte ich noch in keinem Urlaub vorher gehabt.

Vermutlich macht sie vielen Neuankömmlingen zu schaffen, nachher merkt man sich bestimmte Fixpunkte wie eine besonders hohe Düne oder einen Wasserlauf, der zum Strand führt oder wie ich den Flaggenmast. Doch wenn es dunkel ist - bei dem breiten Strand - muss man auch die Hinweisschilder erst mal finden und die Zahlen erkennen können. Was für ein Abenteuer!

Als ich auf dem Weg hoch zu unserem Haus unterwegs war, lachte ich mich erstmal erleichtert schlapp über mein Abenteuer und dachte, dieser kleine Schreck wäre jetzt genug für den Urlaub gewesen. Wäre da nicht dieses komische Gefühl gewesen.

Weiter mit Türchen 3: Türchen 3: Schöner Bummel-Sonntag in Loekken 

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Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus 

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Bis morgen,

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 02 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Walking

Der Adventskalender ist gestartet

Mittwoch, 11. Oktober 2017. Es ist halb sieben am Morgen in der Jammerbucht, Nordwestjytland, Dänemark. Stockduster ist es noch. Das Meer rauscht. Der Wind kommt vom Meer und transportiert das stete Brechen der Wellen den Hang hinauf in unser Ferienhaus. Ich sitze am Esszimmertisch und tippe meine Geschichte mit Hilfe einer externen Tastatur in mein Tablett.

In zwei Tagen werden wir nach Hause fahren, zurück nach Köln. Drei Wochen Urlaub sind vorbei. Seit 2003, seit dem unsere Hündin Minu als Welpe zu uns kam, verbringen wir in Dänemark unsere Ferien. Es ist das erste Mal in den 14 Jahren, dass ich mich wieder auf Zuhause freue und nicht traurig bin, wieder vom Meer wegfahren zu müssen. Noch nie hatten wir einen so abenteuerreichen Urlaub. Unfreiwillig.

So sehr habe ich mich auf unseren einzigen Urlaub in diesem Jahr gefreut. Wir waren erschöpft und urlaubsreif. Lesen wollte ich drinnen oder draußen mit Blick auf das Meer so wie im letzten Jahr. Zur Ruhe kommen. Neben zwei Romanen hatte ich ein Fachbuch im Gepäck, das ich im letzten Urlaub begonnen hatte, durchzuarbeiten. Herrlich, endlich dafür wieder Zeit zu haben. Ich wollte mit mir selbst arbeiten, schreiben und auch entspannen. Soweit meine Vorfreude und Pläne.

Die ersten zwei Tage waren vielversprechend und dann änderte sich unser Urlaub und ich zweifelte, dass sich meine Hoffnungen überhaupt erfüllen könnten.

Unsere Urlaubserlebnisse und wie sich zum Schluss wirklich wunderbar erfüllte, was ich mir wünschte, nur völlig anders als gedacht - habe aufgeschrieben. 24 Beiträge sind daraus entstanden, die ich im Advent veröffentliche. Jeden Adventstag einen - immer ab 12 Uhr online. Mein etwas anderer Adventskalender - meine kleine Glücksgeschichte in diesem Jahr, aus der ich viel für mich mitnehmen konnte - beginnt heute.

Los geht's mit Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

Viel Freude!

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 01 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Türchen 1: Angekommen am Meer - Das Ferienhaus

915 km fuhren wir Ende September gen Norden bis an die Spitze Dänemarks in die Jammerbucht. Gegen halb vier von Köln losgefahren, kamen wir gegen 14.30 Uhr am Meer an. Bis auf einen winzigen Stau und eine Umleitung waren wir dieses Jahr gut durchgekommen.

Unser Lebensmittelpunkt für die nächsten drei Wochen lag leicht erhöht an einem Hang. Vom Balkon und Wohnraum aus schauten wir über die Dünen und wenige Ferienhäuser hinweg auf das Meer, fast 90 Grad im Blickwinkel von links nach rechts. Was für eine tolle Aussicht!

Der hinter der schützenden Düne liegende Strand war flach und menschenleer. Ca. 150 Meter waren es bis zum Wasser.

Autos befahren hier den festen Sandboden. Was von Dänen wie Urlaubern genutzt wird. Zum Beispiel, um ein Picknick am Strand zu machen, zum nächsten Ort zu fahren, die Hunde auszuführen oder das Paragliding-Equipment zu transportieren.

Obwohl Autos fast die ganze Jammerbucht am Strand fahren dürfen, ist es in unserer Urlaubszeit nicht zu gefährlichen Situationen zwischen Fußgängern und den fahrenden Autos gekommen und ein großer Parkplatz war der Strand auch nicht. Das mag im Sommer anders sein.

Ein Steinhaus war in diesem Jahr unser Zuhause. Eigentlich typisch für die Vermietung sind Holzhäuser, von innen wunderbar gemütlich - dänisch hygellig - eingerichtet, von außen schwarz, rot, blau, grau, grün angestrichen. Die Fensterrahmen meist in weiß. Ein Geschoss hoch, dann gleich das Dach drauf. Viele haben Elektroheizung und einen mit Holz zu befeuernden Kaminofen. So gemütlich ist der bei usseligem Wetter, wenn das Feuer brennt und den vom kalten Wind abgekühlten Körper aufwärmt. Wir sind damals hier auf den Geschmack gekommen und haben zu Hause auch einen Kaminofen eingebaut.

Dieses Jahr war alles etwas anders, so hatten wir keinen Kaminofen, sondern eine Ölheizung. Wir wohnten im ersten Stock, über uns ein Flachdach, unter uns ein in sich geschlossener Keller mit Heizungsraum, Abstellräumen vom Vermieter und der Waschmaschine, die wir nutzen konnten. Wenn man das Garagentor aus Holz nicht mit Schwung und beiden Armen öffnete, war es kaum in die Höhe zu bekommen, so schwer war das Material.

Der Keller verschwand zur Hälfte im Hang. Dadurch, dass wir in der ersten Etage wohnten, ergab sich der grandiose Meerblick von dort oben.

Ein Holzzaun, Heckenrosen und Holunder umliefen das Grundstück. Wir hatten einen gepflasterten Parkplatz und herrlich weichen Rasen rund ums Haus. Das geschlossene Grundstück war praktisch für den Urlaub mit Hund, wir konnten Minu so frei laufen lassen. Auch Rasen oder die gepflasterte Fläche am Haus waren untypisch, da viele Holzhäuser direkt an der Nordsee auf wilden Naturgrundstücken ohne sichtbare Grenzen standen. Was nun schöner ist, ich kann mich nicht entscheiden. Beides hat etwas für sich.

Hinter dem Haus befand sich am Eingang ein kleiner Innenhof, der ebenfalls mit einem schweren Schiebetor geschlossen war. An der Mauer machten unzählige Schnecken Rast. Herrlich der Blick bei der Ankunft auf ihre Gehäuse. Entschleunigung pur.

Süß mit Nachwuchs:

Viele Eigenarten der Ferienhäuser waren wir durch unsere zehn Aufenthalte in Dänemark schon gewohnt.

Die Schlafzimmer waren meist so eng, dass man kaum ums Bett gehen konnte. Einen Kleiderschrank zu haben: Glückssache. Diesmal war der einzige, eintürige Schrank schon mit Staubsauger und Putzutensilien vollgestellt. Wir schoben deswegen das Bett so in die Ecke, dass es nur über eine Seite erreichbar war. Dafür ergab sich Platz für einen Stuhl, worauf der offene Koffer – unser Kleiderschrank – Platz fand. Typisch in den Ferienhäusern: Statt Schrank Hakenleisten an der Wand. Praktisch!

Steckdosen haben hier meist einen eingebauten An- und Ausschalter. So kann das Elektrogerät eingesteckt bleiben und durch den Steckdosenschalter bedient werden. Das haben wir zu Hause - mittels aufgestecktem Adapter - bei einigen Geräten inzwischen übernommen.

Als ich die runde Papierleuchte über dem Esszimmertisch anmachen wollte, fand ich keine Möglichkeit, sie anzuknipsen. Erst als wir dem Kabel der Deckenleuchte folgten, entdeckten wir den Lichtschalter ganz unten in der Raumecke, etwa 5 cm oberhalb des Fußbodens neben der Steckdose. So ungewöhnlich waren hier die Lösungen. :-)

Ich war so glücklich, als ich unsere Aussicht sah und als wir begriffen, dass wir Minu wirklich frei laufen lassen konnten. Klasse! Bald waren die mitgebrachten Lebensmittel verstaut und für alles einen Platz gefunden.

So verlebten wir nach der Ankunft zwei ganz tolle Tage - bei Sonnenschein, mit Essen auf dem das Haus an drei Seiten umlaufenden Balkon. Die Vögel zwitscherten, das Meer rauschte. Wunderbar.

Diese Ruhe hatte ich gesucht und sie bringt mich herrlich runter und ganz zu mir. Ich freute mich auf viele Tage auf dem Balkon zu sitzen und zu schreiben, auch auf der Liege mit Blick aufs Meer zu entspannen, den Wellen zu lauschen - alternativ drinnen vom Esszimmer aus bei Regen und Wind. Ich mag es, nur die Natur zu hören, keine Musik, Stille. Welch ein Glück, da sein zu dürfen! Endlich konnten wir uns von unserem Alltag erholen.

Nach dem ersten Abendessen auf dem Balkon ging ich das erste Mal an den Strand walken …

Türchen 2: Das erste mal am Strand - wo ist der Ausgang? Kommen Sie mit mir ans Meer!

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Viel Freude beim Lesen!

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 01 Dezember, 2017
Thema: Blog - 2017, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Heilwelt Natur - Dänemark (DK 2016 - Teil 2)

Wo ist die Zeit geblieben?
Seit meinem letzten Blogbeitrag über unsere Hütte am Meer am 21.10. sind die Wochen im nu verflogen. Wir haben heute den 16. November. Ich hatte ursprünglich gedacht, einen Blogbeitrag zum Meer pro Woche zu schreiben, um wieder eintauchen zu können in diese schöne Welt, doch das Leben hat andere Pläne... Es gibt so Monate im Jahr, da ist mehr zu tun, als Zeit vorhanden...

Nun denn, jetzt schreibe ich wieder über Dänemark, wo ich mich am Meer so wohl fühle. Heute über den schönsten ersten Moment und die Begegnungen mit Tieren, die mir so gut tun.

Der schönste Moment...
... ist der, wenn ich das erste Mal das Meer sehe. Ich bin voller Vorfreude und Sehnsucht, bis ich es endlich erblicke. Diese blaue Linie am Horizont. Mein Herz wird weit und ich fühle so etwas wie ein Heimatgefühl, obwohl ich seit meiner Geburt in Nordrhein-Westfalen wohne. Also fernab vom Meer. Es muss etwas altes in mir sein, das mich so berührt. Wenn ich gleichzeitig noch "La Mer" von Charles Trenet höre, bin ich einfach glücklich. Hier können Sie das Lied hören.

Tier-Begegnungen
Was mir große Freude bereitet, ist es Tiere aus nächster Nähe beobachten zu dürfen. Und das ist dort oben in der einsamen Natur gut möglich.

So sah ich eines abends von der Veranda etwas kleines, dunkelbraunes, das sich auf flinken Füßen zwischen den Häusern über den Rasen bewegte. Noch ehe ich genauer hinschauen konnte, war es verschwunden. Am nächsten Tag sah ich es wieder und ich näherte mich dem kleinen Tier vorsichtig. Es war ein kleiner Igel!

Er guckte mich mit seinen dunklen runden Augen neugierig an, seine Nasenspitze bewegte sich, er lies mich ein Foto machen und wanderte dann Richtung Pferdekoppel. Was für eine schönen Begegnung, die mich den ganzen Abend froh machte.

Die vier weißen Ponys auf der nahen Koppel zwischen den Ferienhäusern und der ansteigenden Klippe gaben ein beruhigendes Bild ab wie sie grasten, sich gegenseitig pflegten. Sie waren scheu, ließen sich nicht berühren, heranrufen wohl. Der Hengst sah ganz verwegen aus mit seinem dunklen langen Pony. Mir hatte er es angetan.

Wie ein Surferboy sah er aus und er verhielt sich wie kleiner Macho. Er verdrehte den drei Mädels, die mit ihm auf der Koppel grasten, sicherlich immer wieder den Kopf. ;o)

Bei Wind und Wetter, Tag und Nacht lebten sie auf der Koppel, oben an der angrenzenden Kirche bekamen sie Wasser und wenn es stark regnete, suchten sie oben in der Nähe der Kirche Schutz in riesigen Sanddorn- und Wildrosenbüschen. Nur erahnen konnte man sie, wenn sie dort standen.

Als ich auf der Düne zwischen Strand und dem Hinterland unterwegs war, bemerkte ich etwas braunes, felliges auf dem Trampelpfad, gerade einen Eßlöffel groß. Ich beugte mich vorsichtig herunter und sah, dass es eine klitzekleine runde Maus war, die in aller Ruhe an einem Grashalm mümmelte. Ich beobachtete sie eine zeitlang, machte ein Foto. Sie schien mich nicht wahrzunehmen. Ich stieg vorsichtig über sie hinüber.

Ich drehte mich um, sie hatte sich nicht bewegt. Welch unbekümmertes, vertrauensvolles Wesen. Ich beugte mich zu ihr hinab und sagte: "Was bist du für eine süße Maus." Kaum hatte ich meine Worte ausgesprochen, erschrack sie und verschwand blitzschnell im hohen Gras.

Wenn es feucht war, querten auf dem morgendlichen Weg hinauf auf die Klippe zahlreiche Schnecken mit Gehäuse unseren Weg. Zauberhaft ihre langsamen Bewegungen, die neugierigen Fühler und die beeindruckenden unterschiedlichen Schneckengehäuse.

Möven begegneten uns am Strand, wenn sie in Gruppen an der Wasserkante standen, um dann mit kräftigem Flügelschlag in die Höhe zu steigen und auf dem Meer zu landen und sich dort von den Wellen schaukeln zu lassen. Wie selbstverständlich sie mit Wasser und Wind umgehen, es sind ihre Elemente. Ich genieße es, ihnen zuzuschauen, besonders bei Wind, wenn sie über die Klippen und Dünen segeln bis hoch aufs Meer hinaus. Ein Gefühl von Freiheit, von Weite und Frieden löst das in mir aus. Ich bin einfach da und schaue. Als ein Sturm aufkam, habe ich mich an einem geschützten Ort auf die Dünenkannte gesetzt und riesigen Mövengruppen zugeschaut.

Sie segelten an der Küste entlang bis zum Leuchtturm, drehten dann und kamen zurück. Es schien ihnen große Freude zu machen, mit den Böen und den Luftströmungen zu spielen. Ein glückseliger Moment für mich, sie dabei beobachten zu können.

Gänseschwärme flogen auch dieses Jahr oft über uns hinweg. Ich liebe ihre Rufe, die Dynamik ihrer Gruppe und oben am Meer fliegen sie so tief übers Land, dass wir das Schlagen ihrer Flügel und ihr eigentümliches Piepsen hören können.

Wer gerne fotographiert, kennt das Phänomen vielleicht:

Die schönsten Begegnungen erlebe ich, wenn ich keine Kamera dabei habe. So an diesem Abend, den ich Ihnen deswegen beschreibe, ich habe davon keine Fotos. Ich blieb nach dem abendlichen Spaziergang mit unserer Hündin am Strand, um den Sonnenuntergang über dem Meer zu beobachten. Das war von unserem Haus aus nicht möglich. Vierzig Minuten verbrachte ich da, beobachtete den Himmel, die Wolken, die sanften Wellen, die langsam herabsteigende Sonne. Je tiefer sie gen Horizont sank, desto intensiver wurde ihr Leuchten von Gelb über Orange bis Feuerrot.

Weit über dem Horizont schwebten einige Wolken, so dass die Sonne in einen grau-lila Wolkenhimmel eintauchte und wieder herauskam. So trug sie für eine kurze Zeit eine graue Augenbinde und erinnert mich an einen Ninja Turtle (diese Zeichentrick-Schildkröten, die Augenbinden tragen). Ich amüsierte mich köstlich. Innerhalb einer Minute ändert sich das Bild wieder. Die Meeresoberfläche spiegelt die Farben des Himmels, es ist ein ganz besonderes Licht und Stimmung. Möven kreuzen den Blick gen Horizont. In dem Moment, wo die Sonne ganz am wolkenlosen Horizont versank, flogen Schwärme mit Zugvögeln nur gefühlte 30 cm über die fast glatte Meeresoberfläche. Ich hörte ihre Rufe. Das sah so toll aus.

Was für ein Moment, diese Abendstimmung für Augen, Ohren und Herz. Berauschend. Als ich mich satt von diesem Erleben umdrehte, um zurück zum Ferienhaus zu gehen, ging über der Düne am dunkelblauen Himmel die riesige Mondscheibe auf. Hell strahlte der Vollmond. Wow! Besser konnte es kaum sein.

Für mich ist diese Zeit dort oben im Norden immer etwas ganz besonderes. Ich tanke Energie. Mir geht es dort und lange danach zu Hause richtig gut. Die Natur, die Tiere, Wind und Wetter, die Einsamkeit, all das lässt mich wohlfühlen. Körper, Seele und Geist heilen.

So viel für heute vom Meer. Ich freue mich auf den nächsten Aufenthalt hier im Blog am Meer! Teil 1 finden Sie hier: Eintauchen in eine andere Welt - Reiseziel: Eine einfache Holzhütte am Meer (DK 2016 - Teil 1)

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 16 November, 2016
Thema: Blog - 2016, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Eintauchen in eine andere Welt - Reiseziel: Eine einfache Holzhütte am Meer (DK 2016 - Teil 1)

Donnerstag morgen, 20. Oktober, es ist kurz vor acht, langsam wird es heller in Köln. Der Himmel grau, es hat (endlich) geregnet. Herbstwetter. So anders die Welt, in der ich vor einigen Wochen war. Dorthin möchte ich jetzt wieder eintauchen. Mir das Erleben zurück holen, mich erinnern. Und Sie nehme ich einfach mit - ans Meer, wo die Sonne scheint und Körper, Seele und Geist auftanken können und zur Ruhe kommen.

...~...

Wir reisen zum neunten Mal nach Dänemark, dieses Mal an einen Ort ca. 850 km von Köln entfernt, südlich des Limfjords an die Nordseeküste.

Morgens früh um halb vier startet mein Mann unseren voll gepackten Wagen. Ich bin um diese Zeit noch nicht fahrfähig, zuviel Schlaf fehlt mir. Wir sind um halb drei aufgestanden. Mein Mann will die Strecke alleine fahren. Das ist ihm lieber, weil wir so früher loskommen. Ich wäre erst bei Aufstehen um fünf, halb sechs einsatzfähig. Unsere Stressstelle auf dem Weg ist wie immer Hamburg.

Wir wollen möglichst früh durch den Elbtunnel sein, bevor der Verkehr beginnt. Nach Bremen die erste Umleitung. In Hamburg, wo wir gegen acht Uhr den Elbtunnel (Bild oben vom letzten Jahr vor dem Tunnel) passieren, folgt dann wie angekündigt eine Sperrung der Autobahn. Wir werden dank Navy von der Autobahn ab und durch einen Stadtteil gelotst und landen wieder auf der Autobahn. Auf diesem Stück erstaunlicherweise kein Stau, obwohl wir einige Ampeln passieren und durch Wohngebiet fahren. Stunden später, wie wir hören, sah das ganz anders aus. So hatten wir Glück und ich gestehe mir ein: Ein Navygationsprogramm ist doch nicht sooo schlecht. Mit einer Karte und Umleitungsschildern (die ich nicht gesehen habe) wäre das viel stressiger geworden.

Unsere Hündin Minu verbringt die Zeit brav in ihrer Hundebox. Darin kann sie aufstehen, sich drehen, schnarchen, ein bisschen was mitbekommen und Leckerchen vernaschen.

Die erste Rast steht an. Auf keinen Fall mehr Quickborn habe ich mir das letzte Mal geschworen. Dieser Rastplatz war so überfüllt und mit Minu einige Schritte gehen, das war keine schöne, sondern eine sehr vermüllte und schmutzige Sache. Diesmal steuern wir Brokenlande an. Ruhig, grün, sauber. Für die Rast bereite ich zu Hause für mich Sojaschnitzel (Aldi) vor, die ich im Backofen anröste. Für meinen Mann sind Frikadellen im Korb. In der Raststätte hole ich heiß gebrühten Kaffee und Tee sowie frische Brötchen. Nur ein Messer habe ich vergessen. Der nette Herr hinter der Kasse leiht mir das, um die Brötchen kurz aufzuschneiden. Freundlich, hilfsbereit - besser geht es nicht. Dort machen wir beim nächsten Mal wieder Rast. In Ruhe genießen wir mit unserer Hündin am Auto unser Frühstück, vertreten uns die Beine. Dann geht es zur nächsten Etappe Richtung Norden.

Um viertel nach zehn passieren wir die Grenze Richtung Dänemark. (Oben ein Bild aus dem letzten Jahr.) Es staut sich ein wenig, denn es gibt wieder Grenzkontrollen. Wir sind gut unterwegs, wir haben noch so viel Zeit, bis wir in unser Haus können ...

Während ich mir überlege, was wir erleben können, wenn wir oben angekommen sind und noch Zeit haben, staut sich plötzlich der Verkehr auf der sonst so ruhigen Autobahn in Dänemark. Über eine Stunde schleichen wir mit all den vielen Pkw (wo kommen die plötzlich her?) voran, bleiben immer wieder stehen. Der typische Dänemark-Urlauber auf der Autobahn gen Norden: Vollgepackt, zum Teil Fahrräder im Gepäck, meist ein Hund dabei und durch die Fenster sieht man Hundekörbchen oder Näpfe raus schauen...

Jetzt wissen wir, warum der Stau da ist: Die Autobahn ist gesperrt. Wir müssen abfahren. Verwirrung, keine Umleitung - wo lang? Nun kommt meine manuelle Karte zum Einsatz. Ich führe uns übers Land zu nächsten Autobahnauffahrt kurz vor Haderslev. Anderthalb Stunden haben wir insgesamt mit Stau und Umleitung gebraucht. Nun denn, wenigstens sind wir sonst gut durch gekommen. Der weitere Weg herauf zieht sich, um halb drei holen wir endlich den Schlüssel in der Ferienhausvermittlung ab. Das war eine Fahrt.

Nach elf einhalb Stunden unterweg sein erreichen wir ein kleines Ferienhausgebiet mit ca. 40 in den 70er Jahren gebauten Holzhäusern, die recht eng zusammen stehen, wie in einem Schutzraum zum Meer. Einfache Ausstattung, unterschiedlicher Renovierungsstand.

Drumherum: Weiden, eine Ponykoppel, Äcker, Windräder, Bauernhöfe, Dünen, Klippen mit einer Kirche und einem Leuchtturm.

Der Himmel bei der Ankunft: Blau. Es ist angenehm warm. Es gibt in dieser Siedlung, anders als wir es bisher gewohnt sind, einen gepflegten Rasen zwischen den Häusern. Sonst war es meistens wilde Heide- oder Dünenlandschaft, die ungestört vor sich hinwuchs. Hier gibt es eine Art Hausmeister, der sich um die Rasenpflege kümmert. Wir fahren den Schotterweg langsam durch die Häuserreihen, bis wir unser Haus entdecken. Als wir aussteigen, grüßt ein dänisches Pärchen auf der Terrasse neben uns. Ich schätze beide um die 70 Jahre. Die hier typischen kleinen Wagen stehen vor der Hütte. Große Pkw sieht man hier eher in den großen Städten.

Spannend ist immer wieder: Wie ist das Ferienhaus? Wie die Einrichtung? Fotos zeigen eben nicht alles. Wir hatten schon neue Häuser, ältere, Steinhäuser, Holzhäuser mit unterschiedlichem Renovierungsstand. Für uns zählt die Lage und Aussicht meist mehr (und für meinen Mann ganz wichtig: WLAN.) Meist nutzten wir die moderne Ausstattung nicht, weder den öfter vorhandenen Whirlpool (nur einmal, ich fand die obligatorische Chlortablette im Wasser jedoch sehr unentspannend), noch Sauna, Trockner oder Waschmaschine. Dieses Mal haben wir das erste Mal ein älteres Haus, das aber ein verlockendes Plus hat.

Die weiße Haustüre des blauen Häuschens wirkt einladend. Drinnen auf den ersten Blick alles ok. Ein großer Wohnraum, alles hell gehalten mit Küchenzeile, Essplatz und Couch mit TV und Kaminofen (die beiden streiten sich allerdings um ihren Platz, wie das auch immer gehen soll, wenn der Kaminofen an ist ...). Ein sauberes Badezimmer mit Dusche in einer Nische, Warmwasserboiler und WC und großem, modernen Waschtisch.

Drei kleine Schlafzimmer, eines mit Doppelbett, eines mit über Eck stehenden Einzelbetten und eines mit Etagenbetten. In letzterem sind die dunklen Holzwände nicht geweißt, sondern wohl noch in ihrem naturfarbenen Ursprungszustand. Kleiderschränke gibt es wie wir schon erlebt haben nicht, dafür sind Nischen mit Brettern und Kleiderstange in die Wände eingelassen. Die sonst typische und so praktische Kleiderleiste mit Haken an der Wand fehlt. Die Schlafräume liegen meist auf der ruhigeren Rückseite des Hauses, abgewandt von der Wind- und Wetterseite. So auch hier. Als Nachttisch halten weiße, aussortierte Bistrostühle her. Die Matratzen weich im Doppelbett, hart in den Einzelbetten. Aus dem Schlafzimmerfenster schauen wir auf einen kleinen Hügel mit riesigen Wildrosenbüschen, die in pink und weiß zwischen den orangeroten Hagebutten blühen.

Die weiße Ledercouch ist durchgesessen und abgewetzt. Gut so, dann brauchen wir uns keine Gedanken machen, dass wir bzw. eher unsere Hündin etwas beschädigt oder verschmutzt. Ein schwarzer Fernsehsessel trohnt vor dem einfachen Couchtisch. Leicht klebrig die Armablagen. Ich habe genügend Spannbetttücher zum Überziehen auch für die Sitzmöbel dabei, damit wir uns trotzdem wohlfühlen können. Mit den Jahren haben wir dazu gelernt... Das mache ich alleine schon wegen unserer Hündin, die wir nicht davon abhalten können, auf die Couch zu springen. Die Farben sind insgesamt in weiß-schwarz gehalten, ein moderner Teppich im Wohnzimmer und im Essbereich. Darunter auf dem Boden in der ganzen Hütte PVC in einem modernen Holzmuster, das macht einen frischen Eindruck.

Die Wände und Decken unseres Häuschens sind länger nicht mehr gestrichen worden. Die weiße Farbe ist übersäht mit toten Mücken und an den Ecken abgewetzt. Mit dem Streichen wurde es nicht so genau genommen, die unteren Bereiche der Regale sind nur so weit gestrichen wie man im Stehen schauen kann. Irgendwie ein entspanntes Gefühl.

Es gibt wenig Stauraum für die Kleidung und Lebensmittel. Da wir nur zu zweit sind, hält das dritte Zimmer mit Etagenbett und einer Kühlgefrierkombination (die wir nicht nutzen) als Gepäck- und Stauraum her. Die Küchenschränke werden etwas umgeräumt, damit Platz für die mitgebrachten Vorräte ist. Die Arbeitsplatten der Küchenzeile werden erst mal abgewischt, auch die Tische und einiges an Porzellan und Besteck gespült, was wir brauchen werden.

So richtig genau nahmen die Vorbesitzer es mit der Sauberkeit bis auf das Bad nicht. Damit muss man wohl leben, wenn die Endreinigung nicht obligatorisch ist. Die grauen Plastikgriffe der einfachen weißen Küchenzeile sind abgewetzt, der Kunststoff bröckelt ab. Eine Überwindung zu Beginn, sie anzufassen. Warum werden die nicht ausgetauscht? So günstig wäre mehr Wohlfühlen hergestellt. Auch der Geruch in den Räumen ein wenig verlebt, das berichten uns auch Urlauber aus anderen Häusern. Egal, wir haben dafür etwas mitgebracht und lüften ausgiebig. Mit der Zeit, wenn wir unseren eigenen Dreck hinterlassen haben, macht uns das alles nichts mehr aus. ;o)

Wir haben, was wir brauchen: Kühlschrank, Herd, Spüle - wir werden mit der Hand spülen, da es keine Spülmaschine gibt, was ich im Urlaub ziemlich gemütlich finde und einen großen Esstisch mit vier Stühlen vor dem Terrassenfenster. Die braunen Innentüren quietschen, die Türgriffe sind zum Teil alt und neu, gegen manche Türe müssen wir uns stemmen, um sie auf zu bekommen. Wir finden später heraus, dass die Hütte wohl einer älteren Dame gehört. Vielleicht hat sie selbst nicht die Möglichkeit, alles in Stand zu halten? Wir wissen es nicht. Wir sind froh, dass sie die Hütte dennoch vermietet. So wie sie ist.

Die Hütte ist von außen blau angestrichen, die Farbe blättert bei näherem Betrachten vom Holz. Die salzige Luft lässt Nägel schneller rosten. Das sieht man an den Deckenpanelen des Dachüberstandes auf der Veranda und an der Metallplatte des Kaminofens außen.

Vor den fast bodentiefen Wohnzimmerfenstern ist eine große, fast geschlossene Terrasse, zum Teil überdacht. Darauf eine moderne, schwarze Flechtsitzgruppe mit wunderschönem Esstisch. Wir verschließen den seitlichen Ausgang der mit Holz verkleideten Terrassenbrüstung mit einem mitgebrachten Gitter, so dass wir die Wohnzimmertüre auflassen und unsere Hündin stressfrei rumlaufen kann.

Nachdem wir ausgepackt haben, setzen wir uns mit einem Getränk auf die Terrasse und genießen das, was diese Hütte ausmacht. Gerade aus blicken wir auf eine Koppel auf der Ponys grasen, sehen rechts die ansteigenden Dünen Richtung Kirche und blicken gerade aus - ungehindert - aufs Meer. Das ist der Traum dieses Hauses. Gleich ob auf der Terrasse draußen oder vom Essplatz in der Hütte aus. Wir schauen aufs Meer. Ich bin glücklich. Brauche ich etwas anderes, als diesen Platz? Nein.

Ich nehme dafür alles alte in der Hütte in Kauf, auch die rutschenden Kissen der Couch oder dass oben in der Siedlung jemand sägt, bohrt, hämmert. Die Aussicht macht alles wett. Das ist unser Zuhause für unseren Urlaub und wir fühlen uns wohl. Ich bin dankbar, dies erleben zu dürfen.

Ein Spaziergang führt uns vorbei an der Koppel, an Wildrosenbüschen, durch die Dünen Richtung Meer. Spätestens jetzt sinken die Schuhe in feinsten Sand, dann folgen immer mehr Steine und Muscheln und der Blick aufs endlose Meer. Doch davon ein anderes mal mehr.

...~...

Ein Blick auf die Uhr, wir haben 9 Uhr. Unsere Hündin Minu sagt Bescheid: Jetzt ist es aber Zeit für die Gassirunde. Recht hat sie. Ich schreibe ein anderes Mal weiter.

Freitag vormittag, 21. Oktober. Ich habe den Text nochmals durchgelesen, mit Bildern versehen und werde ihn jetzt ins Netz stellen. Zuerst wollte ich alles fertig schreiben und dann erst veröffentlichen. Heute bin ich der Meinung: Stück für Stück immer wieder in diese Welt abtauchen ist noch schöner. Also bis zum nächsten Mal, wo es weiter mit unserer Urlaubsreise geht ...

Ihre Anja Kolberg

Nachtrag: Weiter geht's mit dem Bericht vom Meer hier mit Teil 2.

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 21 Oktober, 2016
Thema: Blog - 2016, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Fotographieren & Filmen mit dem Handy - neue Erfahrungen

Im Sommer übernahm ich das Smartphone meines Mannes. Noch mit Skepsis und etwas Ablehnung. Ich hatte ja schon eines, auch ein altes von ihm. Das hier war schneller, bessere Kamera, neueres Betriebssystem, das alte gab schon mal öfter den Geist auf.

Dieses moderne Zeugs ... ;o)

Nur wegen Whats app hab ich damit ja überhaupt geliebäugelt. (Das ist ein Kommunikationsprogramm, bei dem ich mit meinen Kontakten Nachrichten, Fotos, Videos, Tondateien sehr einfach austauschen und sogar aufnehmen kann.)

Meine Ablehnung halte ich aber nur so lange aufrecht, bis ich etwas so richtig zu schätzen weiß. Mein Mann ist da schon viel viel viel viel weiter ... und in dem Bereich so extrem gut sortiert und organisiert. Hab ich schon mal geschrieben, dass er seine Termine, neuen Kontakte oder Telefonnummeränderungen sofort in sein Handy einpflegt? Respekt. Auch die Kehrbezirksverwaltung läuft bei ihnen komplett digital und sicher, noch nie ist ein Termin dadurch gegangen. Das hat er richtig gut drauf. Er liebt die Technik. Und ich? Ich stehe nicht so auf neue Technik. Kontaktänderungen sofort in mein Handy einpflegen? Räusper. Termine trage ich immer noch in meinen Papierkalender ein. Dieses kleine digitale Dings, nä ... Ich trau dem Braten nicht so richtig. Da kann ich ganz gut was von meinem Mann lernen. Ich müsste ja nur ... Tja. Es gibt nichts gutes, außer ...

Erst diesen September im Urlaub habe ich das Handy mit seinen Funktionen so richtig lieben gelernt. Mich mit den Funktionen vertraut gemacht, ein wenig darin aufgeräumt und ausprobiert. Und ich bin begeistert! Videos und Fotos lassen sich sooo einfach damit machen. Das Smartphone passt immer in eine Jacken- oder Hosentasche und ist sooo herrlich leicht.

Kein Schmutz im Gehäuse, kein aufwändiges reinigen

Ich habe zwar auch bewusst Ausflüge mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera gemacht, aber die ist so viel schwerer und damit unpraktischer. Dann der Objektivwechsel, ich habe mir beim Wechseln - ich habe ein 90er und ein 17-50er Objektiv dabei - Schmutz auf dem Sensor im inneren der Kamera eingefangen. Die ist gerade auf dem Weg zum Canon-Service zum Reinigen, da man die Flecken auf einigen Fotos sehen kann. Knirsch. Zudem setzt sich die salzige Seeluft so schnell auf die Linse, (sieht dann alles verschmiert aus) dass ich sie ständig reinigen muss. Bei der Handylinse ist das nur ein Wisch, sie ist ja so winzig. :o)

So war ich viel öfter mit einer Kamera auf der Pirsch nach schönen Eindrücken. Alle Fotos des Dänemark-Berichts sind mit der Handy-Kamera aufgenommen. Für das Internet reicht die Qualität in der Größe also aus.

HDR - so einfach - so gut!

Auch HDR-Aufnahmen sind mit dem kleinen Ding möglich. (Bei HDR-Aufnahmen wird ein Motiv in drei Belichtungsstufen aufgenommen und dann zu einem Bild zusammen gefügt. So sind auch sonst dunkle Bereiches eines Fotos hell und sehr helle Bereiche sind nicht nur hell, sondern es ist sichtbar, was dort ist. Schön bei Aufnahmen des Himmels, wo viel mehr Wolken auftauchen. Die Bilder wirken lebendiger.)

Meine Spiegelreflex kann das leider nicht automatisch. Gut, sie ist schon ein paar Jahre alt, eine Canon 350D. Die neuen können das zum Teil schon. Ich kann das auch mit meiner 'großen' machen, doch dafür muss ich alles manuell einstellen, aufnehmen und später mit einer speziellen Software am PC die drei Bilder zu einem Bild zusammenfügen. Was ehrlich gesagt so viel Arbeit ist, dass ich daran schnell die Lust verloren habe.

Bitte rasant noch bessere Qualität!

Mein Wunsch ist jetzt, dass sich die Technik der Handykameras so rasant verbessert, dass ich damit qualitativ so herausragende Bilder machen kann wie mit einer Spiegelreflexkamera (am liebsten) mit Vollformat-Sensor - hier sind die Bilder auch bei Vergrößerungen in einer klasse Qualität, ich sehe auch noch Details. Wenn ich ein Handy-Bild vergrößere wird es schnell grob, pixelig und unscharf. Ich weiß: Mein Wunsch ist eine Utopie im Moment, doch mal sehen, was die Zukunft noch bringt. Für mich auf jeden Fall der Bereich der Fotographie, der für mich am attraktivsten ist. Eben weil das Handy so gute Aufnahmen macht, es so leicht zu transportieren ist und Fotos so leicht weiter geleitet werden können.

Schwer oder leicht?

Die Entscheidung bei einem Ausflug nur das leichte Handy in die Tasche zu stecken oder die im Verhältnis dazu schwere Spiegelreflex zu tragen und noch ein Objektiv dabei, die ist schnell getroffen ... Obwohl ich sooo schöne Handyfotos geschossen habe, wäre schön, wenn ich die auch für den Kalender nutzen könnte. Ich muss da noch ein paar Tests machen, die Fotos mal vergrößern, einige wollen wir uns an die Wand hängen. Ich veröffentliche hier ja nur einen winzigen Teil und ehrlich gesagt auch nicht die schönsten Bilder, die Motive möchte ich für den Kalender reservieren. :o)

Digitales Urlaubstagebuch

Das tägliche Selfie mit meinem Mann, zum Teil mit Minu und von mir selbst waren schöne Rituale und jetzt eine schöne Erinnerung wie ein Urlaubstagebuch. Schön zu sehen, wie ich von Tag zu Tag erholter und glücklicher aussehe. Oder auch alleine am Strand ein Stärkungsvideo für mich selbst aufnehmen. Aaaah!

Mein Mann hatte Spaß, jeden Tag ein Video mit seinem Handy zu drehen, es zu schneiden, zu vertonen und zu teilen. :o) Gut gefallen hat mir, die Fotos und Erlebnisse per Whatsapp gleich mit meiner Familie und Freunden teilen zu können und sie waren glatt mit im Urlaub.

Jaja, ist ja gut

Im Haus hatten wir W-Lan und obwohl ich bei der Recherche nach einem Haus erst die Augen verdrehte, weil mein Mann das freie Netz wie im letzten Urlaub unbedingt haben musste, war ich nachher recht froh, dass wir es hatten. Eben wegen dem Teilen von meinen Eindrücken. Obwohl: Ich würde auch ohne auskommen. Jetzt war es eine schöne Erfahrung und Bereicherung.

Schneller Tippen

Vor einigen Wochen habe ich mir eine App (für nicht Smartphone-Nutzer: Mini-Programme fürs Smartphone) installiert, die mich viel schneller auf der kleinen Tastatur schreiben lässt. Ich schreibe dort zwar nur mit dem Zeigefinger, aber ich bin so schnell, dass es wieder richtig Spaß macht. Was hab ich das vorher verteufelt, auf dem Miniding mit meinen Fingern die Tasten zu treffen ... Allerdings ist es sinnvoll, dafür mit 10 Fingern schreiben zu können. Den Zeigefinger setze ich nämlich nicht ab, sondern 'wische' (swipe = englisch für wischen) das Wort in einem Rutsch. Dafür ist es sinnvoll zu wissen, wo die Buchstaben auf der Tastatur liegen. Die App heißt 'Swype', es gibt eine kostenfreie Version und auch kostenpflichtige Erweiterungen. Es ist erstaunlich, wie das Programm aus dem Wischen über die Tastatur die Wörter findet. Klappt wunderbar. (Wenn Sie mal schauen wollen, den Namen Swype im Playstore in der Suche eingeben.)

Ach genau: Achtsamkeit.

Ja, ich hatte das Handy öfter dabei als jemals zuvor. Ja, ich habe viel viel mehr Fotos und Videos gemacht. In ruhigen Momenten habe ich das kritisch hinterfragt. Bin ich nur noch auf dem Tripp, schöne Bilder aufzunehmen? Ja, das auch. UND mir ist bewusst geworden, dass mir die Kamera (ob jetzt Handy oder Spiegelreflex oder Bridge oder was auch immer) hilft, die Umwelt genauer zu betrachten, die Schönheit bewusster wahrzunehmen. Ja, durch die Linse nehme ich alles intensiver wahr. So viel Zeit würde ich mir für manche Motive gar nicht nehmen. Und es gibt auch Zeiten, da war alles Aufnahmegerät in der Tasche oder im Ferienhaus und ich habe einfach geguckt, einen Fuß vor den anderen gesetzt, geatmet, meine Gedanken ziehen lassen und tolles Motiv tolles Motiv sein lassen, nicht leicht ... Wer fotographiert, kennt vielleicht die Situation, dass so tolle Motive genau dann auftauchen, wenn man keine Kamera dabei hat. ;o)

So, genug von der Technik. Draußen ist es schon hell, der Himmel im Osten ist schon gelb getüncht, gleich geht die Sonne auf und ich drehe jetzt mit unserer Appenzeller Sennenhündin unsere Morgenrunde ...

So, erledigt. Die gelb-orange-braunen Herbstblätter haben so viel Farbe und Fröhlichkeit auf den Gehweg gezaubert. Das schätze ich auch daran, einen Hund zu haben: Ich komme jeden Tag vor die Türe und beobachte die Veränderung der Natur, des Wetters und genieße es. Unsere Minu schnarcht jetzt auf der Couch. Mein Bauch ist vom Frühstück gefüllt. Ich habe einige Fotos für den Beitrag ergänzt und jetzt kommt die nächste Aufgabe an die Reihe.

Hier der Anfang meines Dänemark-Urlaubsberichtes: Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer. Kommen Sie mit auf meine Reise. 

Einen schönen Tag & ein schöööönes Wochenende

Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 30 Oktober, 2015
Thema: Blog - 2015, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Kreative Projekte

Veganes Essen im Urlaub in Dänemark

Im Ferienhaus in Dänemark versorgen wir uns selbst. Frühstück, Snacks, Abendessen. Mein Mann und ich wechseln uns beim Kochen ab. Es gibt einfache Kost.

Urlaubszeit ist kostbar für mich. Die will ich nicht mit Essen planen und Einkaufen verbringen, sondern möglichst viel Freizeit haben. Als ich mit der veganen Ernährung begann und mir sicher war, nicht am Ferienort suchen zu wollen, was es dort für mich veganes zu essen gibt, fing ich an, einen Essensplan zusammen zu stellen. Ich habe mir vorher zu Hause überlegt, was wir die 21 Tage an warmen Gerichten und zum Frühstück essen könnten. Essen, das wir beide mögen und je nach dem in veganer und normaler Variante (für meinen Mann) einfach zubereitet werden kann. Auch die Lebensmittel habe ich vorher weitestgehend eingekauft. Unser Wagen ist groß genug, die Lebensmittel mitzunehmen. Praktisch.

Klar, kann man in Dänemark auch einkaufen gehen. Allerdings hat die Erfahrung in den vielen Jahren vor Ort gezeigt, dass die kleinen Supermärkte vor Ort je nach Gegend und Saison manchmal geschlossen oder gar nicht vorhanden sind oder nur mit dem nötigsten ausgestattet, was zudem recht teuer ist. Mir ging es auf den Keks, einen Discounter oder größeren, gut ausgestatteten Supermarkt in der Nähe zu finden und die Zeit mit Einkaufen zu verplempern. Das ist mal ganz lustig durch einen dänischen Supermarkt zu schlendern und interessant, aber nicht für jeden Tag. Wenn schon Selbstversorger, dann so praktisch und bequem wie möglich.

Meinen Essensplan haben wir jetzt schon den zweiten Urlaub in Gebrauch. Die vorbereitende Arbeit hat sich gelohnt. Das Ziel habe ich erreicht: Nämlich möglichst viel Urlaubszeit zu genießen.

Es gibt natürlich nicht 21 unterschiedliche Gerichte. Manches gibt es dreimal im Urlaub, also einmal in jeder Woche. Ich habe auch so geplant, dass ich eine vegane Alternative für mich habe, wenn es für meinen Mann frischen Fisch gibt, den wir vor Ort meist im nächsten Hafen kaufen. Wenn das Haus eine Kühltruhe hat, ist auch das Einfrieren möglich. So haben wir schon mal die doppelte Menge gekocht (Wurstgullasch mit Reis, vegane und normale Variante) und dann zwei Portionen eingefroren. Das ist besonders praktisch, wenn man nach einem Ausflug nach Hause kommt und keinen Bock mehr hat, noch lange zu schnippeln und am Herd zu stehen. Aufwändiges Essen gibt es im Urlaub bei uns nicht. Mirakoli ist genaus so dabei wie süße Nudeln (also Nudeln mit eingemachten Pflaumen aus dem Glas, dazu Vanillesoße). Was wir auch oft zu Hause machen, nämlich frischen Salat mit Salz- oder Backofenkartoffeln, den gab es auch. Dieses Mal hatten wir Glück mit nahen, gut ausgestatteten Supermärkten, mit einem tollen und nicht teuren Obst- und Gemüseangebot. Hüpf!

Mein Plan hat prima funktioniert. Zum Ende des Urlaubs waren noch zwei Pakete Spaghetti mit Pesto übrig, ein paar vor Ort gekaufte Kartoffeln und Zwiebeln, aber das wars. Ich werde es das nächstes Mal auf jeden Fall wieder so machen. Lecker und einfach. Von mal zu mal wird die Liste besser.

Ich habe sogar zwei leckere vegane Brotaufstriche im Netto in Lemvig gefunden (Hummus und Artischockenpesto). Da ich für mich zu wenig Aufstrich eingeplant hatte, bin ich auf die Suche gegangen. Zwei Testkäufe waren nach Studium der dänischen Inhaltsliste und Übersetzungen zu Hause nicht vegan (Oliventapenade war mit Sardellen 'ansjos' und der Sojaaufstrich mit Ei 'heleagspulver').

Veganes Selbstversorgen ist mit Planung für mich auch im Urlaub gut umsetzbar. Herrlich!

Zu Hause freuen wir uns dann wieder auf die Gemüsekiste: Jede Woche abwechslungsreiche Rezepte und Gemüse und Obst. Diese Woche gab es ein Rezept mit Mangold, Rosinen, Zitrone, Chilli und Mandeln. Lecker! Mir ist in Dänemark aufgefallen, dass ich durch das regelmäßige Knabbern von Obst und Gemüse viel mehr Lust hatte, Frisches vor Ort zu kaufen. Das freut meinen Körper und unsere Gesundheit.

Hier der erste Bericht meiner Reise: Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer. 

Mehr lesen: Blog - Vegan werden und leben und Blog - Vegane Rezepte 

Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 26 Oktober, 2015
Thema: Blog - 2015, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Vegane Rezepte

Oh ja, ein Sturm!

Mein Wunsch, in unserem Urlaub in Dänemark einen Sturm zu erleben, weil ich dann die Natur und die Kraft der Gezeiten, des Meeres und des Windes noch mehr spüren kann, erfüllte sich in der ersten Woche. Immer wieder zogen dunkle Wolken auf. Es war kaum einzukalkulieren, ob wir bei einem Spaziergang trocken bleiben würden oder nicht. Kurz: Es regnete zwischen den Schauern. :o)

Und als es ganz arg ums Haus stürmte, sich die Halme des Strandhafers zur Erde bogen, sich alles im Wind bewegte, was nicht felsenfest war, da zog ich mir die Regenjacke über und stapfte kurzentschlossen die 150 Meter zum Strand. Ich wollte sehen, was auf der anderen Seite der Düne abgeht. Oben auf dem Hügel angekommen, war meine Hose schon von der linken Seite, aus der der Wind kam, nass. Die Regenjacke hielt dicht.

Über mir segelten die Möven die Dünespitze entlang. Ich spürte wie sie diese Bewegung im Sturm genossen. Kaum Anstrengung, treiben lassen.

Dann der Blick aufs Meer. Wow! Der Himmel von grauen und dunkelblauen Wolken überzogen. Das Meer dunkelblau bis vorne grünbraun, vom Strand getrennt durch einen breiten weißen Streifen Gicht. Diese Wellen. Das Wasser türmte sich hoch auf und krachte hinab. Boah! Das innere Kind in mir flippte aus vor Freude und Neugier und Teilhaben wollen. Runter ans Wasser. Genial. Es war so unglaublich laut.

Ich stellte mich mit meinem ganzen Körpergewicht gegen den Wind und wurde gehalten. Direkt in die Sturmrichtung zu schauen, nahm mir erst mal den Atem, so stark der Druck. Der nächste Regenguss kam herunter. Durch den Sturm flogen die Regentropfen waagerecht. Ich drehte mich so, dass wenigstens mein Gesicht das Wasser nicht direkt abbekam und fühlte, wie der Regen gegen meinen Rücken prasselte und langsam durch die Jacke drang. Die Jeans fühlte sich so schwer an, klebte an den Beinen. Wasser sammelte sich in meinen Schuhen. Mein Gesicht war auch nass, Wasser tropfte mir von der Nasespitze. Ich habe mich so lebendig gefühlt und habe laut gejuchzt und mich gefreut, "Ja, ich liebe es! Das ist so geil! LEBEN!" gerufen und Videobotschaften für liebe Menschen mit dem Handy aufgenommen, um sie teilhaben zu lassen, wie schön dieses Gefühl ist, dort jetzt am Meer im Sturm zu stehen, nass zu werden und diesen Moment zu genießen. Mit der Erde verbunden. Total da - bei mir. Bevor ich losgeschrieen habe, schaute ich mich mal kurz in alle Richtungen um.

Waren zu Beginn meines Ausflugs noch einige Menschen am Strand (Sogar zwei ganz mutige, die ins Wasser gingen. Ich habe davor und danach, selbst bei schönem Wetter keinen mehr gesehen, der das gemacht hat.), war bei dem argen Nass von oben keine Menschenseele außer mir mehr da. Die Wellen peitschten so hoch. Der Sand flog in Nebelschwaden über den Strand und klebte sich an meine Hose. Mir war kalt, ich war klatschnass, doch es war mir egal oder ich nahm es hin. Auf dem Video bin ich nur am Grinsen, lache, bin voller Energie. Ich werde schon wieder ganz kribbelig, wenn ich daran zurück denke. Danke Himmel, dass ich das erleben durfte.

Als ich nach einer Stunde zurück ins Haus bin, wo mein Mann inzwischen schon den Kaminofen beheizt hatte, war jeder Schritt doppelt so schwer. Meine Kleidung hatte so viel Regen aufgenommen. Selbst meine Unterhose war nass. :o) Es brauchte zwei Tage, bis Jacke, Hose und Schuhe wieder vollständig trocken waren.

Ich grinse, während ich das schreibe, weil ich mir gerade die Videos angeschaut habe und denke:

Nicht den Regen und den Sturm des Lebens meiden, Anja. Rein und das volle Leben spüren!

Welch stärkende und bereichernde Erfahrung.

Herzlich,

Ihre Anja Kolberg

PS: Hier mein erster Bericht aus dem Urlaub Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer.  

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 20 Oktober, 2015
Thema: Blog - 2015, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Wetterkapriolen

Minu und das Meer

Unsere fast dreizehnjährige Hündin mag das Meer wie wir. Sie liebt die verschiedenen Gerüche, die Nase tief ins Strandgut stecken, einen herzhaften Biss in den Sand, gucken, warum die kleinen Kröten so über die Düne hüpfen, die Gegend beobachten, den Boden Centimeter für Centimeter abschnüffeln ...

Der Wind lässt ihre Ohren lustig nach oben fliegen.

Sie findet zwischen den vielen Steinen auch für sie Essbares am Strand, was uns in helle Aufregung versetzt. Wir versuchen das Aufnehmen zwar zu vermeiden, aber das gelingt nicht immer, weil wir nicht schnell genug waren und abgelenkt von all dem, was es auch für uns zu gucken gibt.

Meiner Beobachtung nach muss sie einmal Fisch angenagt, (fangfrisch? Wie alt mag der gewesen sein?) Muscheln und Algen gefressen haben. Zum Glück hat sie keine Bauchschmerzen bekommen. Alles gut gegangen. Puh!

Sie macht inzwischen auch schon mal ein Päuschen, wenn ihre beiden Mitbewohner fotographieren.

Boah, Frauchen, ich bin echt müde vom Spaziergang und den vielen Schnüffelerlebnissen.

Im Häuschen hat sie sich wohl gefühlt. Der Wind und die Geräusche haben ihr entgegen früheren Erfahrungen zu Hause gar nix ausgemacht.

Ein Ritual, was wir alle drei lieben, wenn sie nass geworden ist: Minu wird dann ganz genüsslich und liebevoll abgetrocknet. Sie hat sogar einen Moment fürs Foto still gehalten. Ich schiebe das Handtuch dann ganz vorsichtig zurück, bis ihre Nasenspitze rausschaut und massiere ihren Kopf, dann kommt der Rücken dran, der Bauch und die Pfoten. Hach, das macht Spaß.

Teilweise war sie von den Gerüchen und Eindrücken am Strand so abgelenkt, dass sie gar nicht merkte, wie die Wellen den Strand hochrollten und die Schaumkronen ihre Füße hochstiegen. Unser Hund legte sich einen unvergleichlichen Meer-Fischgeruch zu. Hust. Sie hat ihn glaube ich geliebt. Wir weniger. Wir hatten die leise Vermutung, sie war ein wenig beleidigt, als wir sie am Donnerstag vor der Abreise duschten und allen Meeresgeruch entfernten. Danach roch sie wieder wie ein Hundebaby, war aber so kaputt, dass sie gleich einschlief. :o)

Unser "Hase" - einer der vielen Kosenamen unseren vierbeinigen Freundes - ist jetzt dreizehn. Nicht mehr alles geht so flott wie früher. Wir erleben an ihren Beinen, dass die Kraft nicht mehr so da ist, zum Beispiel zu Hause beim Treppensteigen. Auch so ist sie ruhiger geworden. Sie flippt nicht mehr bei jeder Hündin aus, die ihr begegnet und nicht passt. :o)

Ich hoffe inständig, dass wir noch mehr Urlaube mit ihr verbringen können bei guter Gesundheit. Wir sind schon einen schönen Weg miteinander gegangen und wollen ihn gerne noch weiter gehen. Mein Herz hätte gerne, dass sie mindestens noch 40 Jahre lebt. Ja, ich weiß, Utopie, aber das Herz hält daran so gerne fest.

Hier ein Bild von unserem Schatz, das ich soooo mag, weil sie so lustig schaut:

Ich weiß gar nicht, wie oft ich verzückt bin, weil sie soooo süß guckt, schnarcht, schläft ... Je mehr ich ihre zunehmenden Wehwehchen beobachte, desto intensiver versuche ich die Zeit mit ihr zu genießen. Jeden Moment auszukosten, sie zu streicheln, mir Zeit zu nehmen.

Unser Verhältnis war am Anfang wirklich nicht einfach, weil sie ein sehr aktiver, eigenwilliger, kribbeliger, dickköpfiger Hund ist, der sich gerne über andere Hunde aufregt, was mir sehr unangenehm ist, weil ich gerne freundlich mit allen bin. Ich musste einsehen, dass sie andere Hunde nicht mögen darf und ich nicht die einzige Hundemama mit diesen Problemen bin. Doch mit den Jahren sind wir beide lockerer und ruhiger geworden und heute möchte ich sie nicht mehr missen.

Grüße von der verliebten Mitbewohnerin eines süßen Fellfreundes

Anja Kolberg

PS: Hier der Anfang meiner Reise: Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer. Kommen Sie mit auf meine Reise. 

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 15 Oktober, 2015
Thema: Blog - 2015, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Hundemami

Sand an meinen Füßen

Bitte kein Sand in den Schuhen

Welche Schuhe nehme ich für den Strand mit? Die Frage beschäftigte mich vor Urlaubsbeginn. Offene Schuhe - ja, falls es schön ist, aber welche für den täglichen Spaziergang über den sandigen Strand?

Am allerliebsten wäre mir eine Lösung, wo ich keinen Sand in Schuhe und Socken bekomme. Das finde ich unangenehm. Und ich wollte keine guten Schuhe für den Strandspaziergang nehmen, die nachher schmutzig und stinkig von Wasser, Sand und Treibgut sind. (Wir hatten in den Wintermonaten mal Teer am Strand ...)

Gummistiefel sind nicht vorhanden. Im Winter habe ich warme Boots, die ich in den vorigen Urlauben nutzte, doch die wären jetzt zu warm. Letzten Endes entschloss ich mich für alte Turnschuhe, die nach dem Urlaub das zeitliche segnen konnten.

Erfahrung vor Ort: Wie das mit Turnschuhen so ist, sie haben Belüftungsstoff und der lässt Sand rein. Und wenn man tiefer in den Sand einsinkt, was auch immer vorkommt, sickern die Körner von oben rein. So hatte ich doch Sand in den Schuhen und ich hasste es anfangs. Arg!

Spannend, wie sich mein Befinden während der Zeit veränderte. Irgendwann habe ich die Situation akzeptiert. Zum Ende des Urlaubs war es einfach so, dass ich nach unserem Spaziergang die Schuhe und Socken vom mitgebrachten Sand leerte. Fertig.

Füße im Wasser

An vier Tagen war ich mit den Füßen im Wasser. Darauf habe ich ich sehr gefreut.

Ich liebe die Berührung der Wellen an meinen Beinen. Und auch den Sand an den nackten Füßen zu spüren. Mit beiden Beinen auf dem Boden. Das hat was.

Einen Tag war es herrlich warm, ich konnte ein T-Shirt anziehen. Das Wasser, erstaunlicherweise wärmer als gedacht, kühlte meine Beine, die immer stärker vom Wasser durchblutet wurden und schön warm waren. Wie gut tat dann die Erfrischung durch die nächste Welle.

Zwischendurch musste ich immer wieder mal Badeschuhe anziehen, weil Strandabschnitte mit spitzen Steinen kamen.

Als ich zwei Tage nach dem warmen Tag in der letzten Woche nochmal das Gefühl genießen wollte, war es schon wieder so abgekühlt, dass es kein Spaß mehr machte. Ich hatte das Gefühl, meine Zehen froren ab, dazu der kalte Wind. Brrr. In einem Strandabschnitt sackte ich dazu mehrere Male bis zu den Knien ein. Es hat sieben, acht beherzte Schritte gebraucht, bis ich raus war. Das war ein Schreck! Wie tückisch, von außen war das Stück nicht von festem Untergrund zu unterscheiden. Unter dem nassen Sand waren sehr feine Kiesel, die von viel Wasser umspült waren. Das sah fest aus, war es aber nicht.

Nachdem ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war meine Lust auf den Strandspaziergang an der Wasserkante verflogen. Dieses Erlebnis machte mir den Abschied leichter und flößte mir Respekt vor den Gefahren des Meeres ein.

Dennoch bleibt in erster Linie das Glücksgefühl in meiner Erinnerung, wenn die Wellen meine Beine umspielen und mich abkühlen. Hach, herrlich!

Morgen ein weiterer Bericht vom Meer.

Anja Kolberg

Die bisherigen Berichte: Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer. und Der Wetterwechsel macht's und Minu und das Meer und Oh ja, ein Sturm und Veganes Essen im Urlaub in Dänemark und Fotographieren & Filmen mit dem Handy - neue Erfahrungen 

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 14 Oktober, 2015
Thema: Blog - 2015, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Der Wetterwechsel macht's

Einer meiner Höhepunkte im Urlaub war das Wetter, das so wechselhaft war wie bei uns ein Aprilwetter. Es war jede Menge Raum um uns herum, um den Himmel immer beobachten zu können.

Nach einem heftigen Sturmtag, bei dem ich einen Ausflug an den Strand machte (Bericht folgt noch hier), blickte ich am nächsten Morgen aus dem Fenster und sah: Blauen Himmel, weiße Wölkchen! Über Nacht hatte sich das Wetter völlig gedreht.

Es stürmte unverändert. Von Köln kenne ich diesen schnellen, beständigen Wetterwechsel während des Jahres nicht. An einem Tag war es herrlich warm, sonnig und am nächsten Tag grauer Himmel.

Wir hatten wirklich jedes Wetter: Windstill - blauer Himmel - wolkenlos und warme Sonnenstrahlen - was eine Ahnung hinterlies, wie es dort wohl im Sommer sein mag.

Dichter Morgennebel, der sich mit den hereinbrechenden Sonnestrahlen langsam verzog, überall glitzernde Tropfen hinterließ und dann eine von Land neu aufkommende Nebelfront und zwischen den Häuser vorbeiziehende Nebelschwaden, die sich wieder auflösten und dann kurz darauf ein klarer, strahlender Tag.

Grauer Himmel, Nieselregen und eher düster. Dann die Sonne und Regenbogen. Blauer Himmel mit vielen Kondensstreifen und Wind. Blauer Himmel mit Wolken, die ganz zerzaust und durchsichtig aussehen, als hätte sie jemand mit dem Pinsel auseinander gestreift.

Unterschiedliche Stufen grau-dunkelgrau-dunkelblauer Wolken mit waagerechtem Regen und Sturm. Wind vom Meer, vom Land, von Nord, von Süd, kein Wind.

Tage, wo wir kaum weit schauen konnten und andere, wo wir sogar den Leuchtturm in Bovbjerg sehen konnten.

Plötzliche Wolkenbrüche (und das Haus noch ein ganzes Stück weg), wo wir uns fragten: Wo kam das jetzt her? Tage, wo es gar nicht aufhörte zu regnen und es drinnen durch den Kaminofen herrlich gemütlich war.

Das Spiel von Sonne, Wolken und Meer am Abend

Die Sonnenuntergänge waren ein weiterer Tageshöhepunkt für mich. Obwohl ich manchmal gerade gegessen und es in meinen bequemen Klamotten so gemütlich war, also eigentlich keine Lust mehr hatte, das Haus zu verlassen, zog mich das Farbenspiel am Himmel magisch an.

Rauf auf die Düne, natürlich Kamera dabei und einfangen, was mir die Natur für ein Gemälde schenkte.

Jeden Abend - es sei denn grauer dichter Himmel ohne jedes Sonnenlicht - zeigte sich anders: Lilafarbener Himmel und Wolken bis zu gelb-orange und blau-grau, herrlichen Spiegelungen des Himmels im Meer und im nassen Sand. Möven querten die Kulisse.

Wenn die Sonne untergegangen war und der Wind schon wieder eine andere Himmelsformation gezaubert, veränderte sich die Helligkeit. Das Meer nahm das Licht auf, spiegelte es und zauberte eine eigene Atmosphäre.

Wenn ich dann, weil es langsam wirklich sehr dunkel war, über die Düne Richtung des Ferienhausgebietes schaute, war es auf dieser Seite oft viel dunkler als auf der Meeresseite. Die Räume in den Häusern waren bereits von Lampen erhellt. Den schmalen Pfad von der Düne durch die hügelige, flach bewachsene Heidelandschaft, wo die Ferienhäuser lagen, fand ich aber trotz starker Dämmerung immer noch.

Wahrscheinlich findet dieser Wetterwechsel auch bei uns statt, vielleicht nicht so schnell und viel, weil am Meer einfach mehr Wind weht. Es wird wohl daran liegen, dass ich mir zu Hause nicht die Zeit nehme, den Himmel so zu beobachten und die Häuser und Bäume um mich herum nicht den Platz am Himmel lassen, um ihn genüsslich beobachten und bestaunen zu können. :o)

Morgen folgt der dritte Teil meines Meeres-Berichtes.

Hier der Anfang Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer. Kommen Sie mit auf meine Reise..

Einen schönen Tag!

Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 13 Oktober, 2015
Thema: Blog - 2015, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Wetterkapriolen

Zurück aus meiner Heilwelt: Das Meer.
Kommen Sie mit auf meine Reise.

Hallo, liebe Leserin, lieber Leser,

nach einer rund vierwöchigen Stille im Blog ein Lebenszeichen von mir. Die Pause hatte einen schönen Grund, nämlich eine Investition in unsere (Mann, Hund, ich) Gesundheit. Die Zeit vom 12. September bis 3. Oktober verbrachten wir an unserer geliebten dänischen Nordseeküste in einem kleinen Holzhaus in der Heidelandschaft gleich hinter der Düne.

Das Ferienhausgebiet dort nennt sich Vrist und liegt südlich des Limfjords. Acht Stunden dauerte die Fahrt von Köln dort hoch plus Pausen. Ganz schön lange, aber bei dreiwöchiger Erholung geht es.

Ich atme auf, während ich das hier schreibe, so sehr tut es mir gut, mit dieser Landschaft in Verbindung zu sein. Kommen Sie mit auf meine Reise ans Meer:

Dieser besondere erste Blick aufs Meer

Zunächst kommt die Anstrengung: Die Düne erklimmen. Anstrengend, weil der Sand die Düne hoch immer etwas nachgibt und ich zurück rutsche. Die Muskulatur wird trainiert.

Dann dieser besondere Moment, wenn ich ob angekommen bin und auf das Meer und den Horizont schaue.

In meinem Kopf läuft dann 'La Mer' von Charles Trenet. (Hier auf Youtube anhören.)

Himmel, ist das schön. Mir öffnet sich das Herz, der Brustkorb und Freude und das Gefühl von Freiheit durchströmt mich. Ich sehe die endlose Weite bis zum Horizont, die Bewegung des Wassers, die rasch wechselnden Farben des Himmels und der Wolken, höre das sanfte (wenn wenig Wind bis Windstille ist) bis laute Brechen der Wellen am Strand.

Der Wind bewegt meine Haare, meine Kleidung, berührt meine Haut. Ich bin augenblicklich mit Körper, Geist und Seele nur noch an einem Ort: Da. Ganz im hier und jetzt.

Wie lange stand ich die ersten Tage immer wieder an der Wasserkante schaute nur den Wellen zu: Wie sie entstehen, sich auftürmen, herunterstürzen, Schaumkronen bilden, Sand aufwirbeln. Himmel, ist das schön. Diese Naturgewalt beobachten können. Ich bräuchte für diesen Moment nichts anderes. Dann bin ich erfüllt und glücklich.

Strand & Düne

Eine Düne trennt und schützt das Land von Strand und Meer. Diese hier war nicht allzuhoch, relativ breit und herrlich grün.

Unser Ferienhausgebiet von der Düne aus:

Der Strand war wie so oft an der dänischen Nordseeküste breit und saisonbedingt nur spärlich besucht. Freitag Mittag und sonntags waren meine ich die meisten Menschen dort. Wie mag es dort wohl in der Hochsaison aussehen?

Konzentration auf das Wesentliche: Entspannung

In der ersten Woche zogen mich die Prospekte des Tourismusbüros an. Was gibt es hier zu gucken? Und wie herrlich dann die Gewissheit: Nicht viel, das uns interessiert und mit dem Auto unterwegs sein lassen würde. Wir müssen nichts anschauen, wo wir uns nachher ärgern könnten: Jetzt waren wir einmal da und haben das verpasst! Also ganz viel Freiraum, uns dahin treiben zu lassen, wo es uns hinzieht. Mich: Ans Meer. :o)

Jeder macht, was er will

Mein Mann und ich haben unterschiedliche Bedürfnisse, auch weil wir einen anderen Berufsalltag haben. Inzwischen hat sich ein Rhythmus eingespielt, der uns beiden gut tut. Wir machen Aktivitäten zusammen: Zum Beispiel jeden Morgen und Abend mit unserem Hund spazieren gehen.

Und jeder macht auch, was er will, unabhängig vom anderen: Nach dem Frühstück wollte mein Mann am liebsten chillen, lesen, entspannen. Ich möchte gerne was von der Gegend sehen, fotographieren, schreiben. Manche Ausflüge haben wir zusammen gemacht, zum Beispiel zum Limfjord (ich wollte so gerne Robben sehen, wir fanden statt dessen einen ganz süßen kleinen Leuchtturm), nach Lemvig, die Margaretenroute eine Strecke fahren oder zum Bovbjerg Fyr, dem herrlichen Leuchtturm auf der Klippe.

Eigentlich will ich möglichst alles mit meinem Mann machen, aber ich habe gelernt, dass es gut für uns beide ist, wenn jeder auch sein Ding macht. So habe ich mir zum Beispiel alleine Thyborøn angeschaut (gab so viel nicht zu gucken... wir waren vor Jahren schon mal da, ich wollte trotzdem nochmal in Ruhe gucken und kaufte für meinen Mann frischen Fisch im Hafen), fuhr die Strände die Küste runter und hielt dort an jedem öffentlichen Strandparkplatz an, um zu gucken, war in Lemvig bummeln und viele viele Male am Meer.

Eingewöhnung da und hier

Die Eingewöhnung vor Ort brauchte seine Zeit. Gelesen habe ich am Anfang nur mitgebrachte Zeitschriften (und Prospekte der Gegend ...), nur einen Roman und zwar den von Ingrid Noll, den ich noch vorstellen werde und ein Sachbuch habe ich angefangen zu lesen. Ich habe oft einfach da gesessen, geträumt, geschaut, gehört und nachgedacht.

Auch Tagebuch schreiben ging erst in der dritten Woche. Für einen produktiven Schreiburlaub bräuchte ich also drei Wochen plus. :o)) Schöne Erfahrung und interessantes Ziel für die Zukunft. :o)

So macht mein Kopf immer wieder Pläne und Körper und Seele überzeugen mich, was sie wirklich brauchen. Meine Müdigkeitsphasen wurden übrigens von Tag zu Tag weniger. In der letzten Woche kam nur eine auf der Rückreise. Welch ein Glück! Wieder ein Zeichen, welch heilsame Auswirkung Entspannung und Ruhe auf Körper und Seele haben!

Die Umgebung, in der wir in Köln wohnen, obwohl Stadtrandgebiet, ist soviel dichter als die Gegend, in der wir urlaubten. Als wir zurück waren, wollte ich am liebsten gleich wieder zurück in diese schöne Natur und Einsamkeit... Ich muss mich wirklich erst auch hier wieder eingewöhnen.

Drei Wochen schnell vorbei?

Ich habe mehrfach von Daheimgebliebenen gehört, dass für sie die Zeit unseres Urlaubs so schnell vorbei ging. Für uns vor Ort kann ich das nicht sagen. Es war intensiv und ging langsam voran. Hier wieder zu Hause geht die Zeit wirklich schneller vorwärts. Komisch.

Uns haben die drei Wochen so gut getan. Wir haben Energie und Kraft getankt und sehr viel nichts getan, was wir gut können, weil wir es täglich üben. :o) So habe ich die erhoffte Entspannung mit gebracht. Vorher war ich wirklich durch den Wind und so ausgelaugt, auch mein Mann brauchte diese Auszeit. Es hat so gut getan, für eine Zeit wirklich mal alles zu vergessen und in eine andere Welt einzutauchen.

Wir werden nicht das letzte Mal an einem unserer Lieblingsorte gewesen sein. Hier mehr Höhepunkte von der Zeit am Meer: (Ich werde sie in den nächsten Tagen Stück für Stück hier veröffentlichen.)

Ich freue mich jetzt auf die baldige Eröffnung des Shops, der Shop ist eröffnet :-) die neuen Kalender 2016 und den Kontakt mit Ihnen.

Einen zauberhaften Tag!

Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 12 Oktober, 2015
Thema: Blog - 2015, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Zurück. Vom weiten. Vom endlosen. Meer.

Hallo aus Köln,

ich melde mich zurück. Drei Wochen Urlaub an der Nordsee. Der erste gemeinsame Urlaub mit meinem Mann seit vier Jahren. Hüpf!

Wir waren auf Römö. Südlichste Insel Dänemarks in der Nordsee und Schwesterninsel von Sylt.

Ein Ferienhaus mit Blick aufs Wattenmeer bewohnten wir, gleich ans Naturschutzgebiet grenzend. Das große Glück war der Ausblick. Zwar waren rechts und links Häuser auf gleicher Höhe, aber der Blick gerade aus ging ungehindert Richtung Natur. Vom Schlafzimmer. Eßzimmer. Küche. Wohnzimmer. Sogar vom Klo durch die tiefen Fenster der Dachschräge in der ersten Etage. :o) Marschland. Ebbe und Flut. Bei gutem Wetter weiter Blick bis aufs Festland und nach Sylt. Bei Seenebel kaum bis zum Schilf am Haus.

Während der Urlaubszeit habe ich meinen 44. Geburtstag gefeiert. Genau an dem Tag war strahlender Sonnenschein. Sogar am Nachmittag so warm, dass wir draußen auf der windgeschützten Terrasse die selbstgebackene Obsttorte und die Aussicht genießen konnten. Herrlich! Das war danach noch mal an zwei Tagen möglich, ansonsten war es dafür zu kalt, zu windig oder zu trüb. Klar, wir hatten Ende März und das im hohen Norden. Aber an dem Tag, da war es ein Traum.

Einen großen Rucksack hab ich mitgenommen. Voll mit Unterlagen, die ich mir angucken, durcharbeiten wollte. Hab ihn ungeöffnet mit einem Hauch schlechtem Gewissen wieder mitgebracht. Ich hätte doch so viel.... Ich hatte da doch soviel Zeit.... 'Wieso?', so mein Mann, 'der Urlaub ist doch zum Ausspannen da!' Seufz. Recht hat er. Auch diese interessanten Sachbücher, kein einziges angepackt. Es ging einfach nicht. :o)

Ich war einfach zufrieden damit, im halbrunden Erker des Esszimmers zu sitzen und raus zu schauen. Auf die vorbeifahrenden Schiffe.

Die Wolken. Die wechselnden Farben des Meeres und des Himmels. Den Tau am Morgen auf dem Rasen. Die kleinen Nebeltropfen auf den Wedeln des Schilfs. Das Meer in Wellen, ganz glatt mit spiegelnder Fläche.

Auf die vielen verschiedenen Vögel und bei gutem Wetter das Fenster ein wenig zu öffnen, um ihren Erzählungen zu lauschen.

Auf Gänse, die sich auf dem Marschland sammeln, um sich zu stärken und auszuruhen auf ihrer Reise gen Norden, wo sie brüten werden. Ein wunderbarer Moment, wenn der riesige Schwarm gesammelt in die Lüfte fliegt, dieses schwungvolle Geräusch ihrer Flügel, ihre eignen Töne, die Flugformationen, während sie nach dem nächsten Naschplatz Ausschau halten. Wenn sie auf die Küste zufliegen sieht ihre frontale Siluette aus, als blicken einen unzählige Augen an.

Ohren- und Halsschmerzen und eine kleine Unterkühlung hab ich mir geholt, als ich unvernünftiger weise 'nur mal eben' mit Lümmelklamotten auf die Terrasse am frühen Abend gehuscht bin, um ihren Start zu fotographieren.

Beim Warten - nur noch einen Moment, vielleicht fliegen sie jetzt - habe ich die Zeit vergessen und auch, mir eine Jacke anzuziehen. Eine Stunde bei kaltem Wind war einfach zu viel. Ich verstehe jetzt all die Naturfotographen und ihre Leidenschaft besser. Wie lange haben sie gewartet, um die besonderen Bilder einzufangen, die von mir so schnell konsumiert werden?

Die ersten Tage glitten langsam dahin. Schon um sieben Uhr waren wir mit Minu spazieren. Wir hatten zwar keinen Strand vor der Türe (ein winziger war im Naturschutzgebiet, das ab 1.4. wegen Schutz der Tiere nicht betreten werden sollte), dafür einen langen Deich, einen Holzsteg zum Hafen, Wege durch die Dünen. Die erste Woche waren wir mit ankommen beschäftigt und dem Entdecken alles Neuen.

Die sechsstündige Fahrt war schneller weg gesteckt, als bei der letzten Reise nach Dänemark, wo wir unserer Erinnerung nach fast zwölf Stunden bis zur nördlichen Spitze unterwegs waren.

Am Ende der ersten Woche ein erster Ausflug. Wir haben uns Ribbe angeschaut. Ein altes sehr gut erhaltenes Städtchen wie aus dem Bilderbuch entsprungen. In den gepflasterten Gassen läuft man nah an Esszimmern, Küchen und Wohnzimmern vorbei, kein Vorgarten. Ich habe nur herrlich alte Häuser gesehen, teils mit Fachwerk, winzige Gässchen, kleine anderthalbgeschossigige, rotgeklinkerten Häuschen mit weißen Sprossenfenstern und windschiefen Dächern aus roten Pfannen. Mal gelb, mal weiß, mal rot, mal himmelblau getünchte Außenwände.

Blicke in begrünte Hinterhöfe, einen Park mit See, einen kleinen Hafen wie gemalt, ein rauschender Fluss mitten durch das Städtchen, inklusive sich drehendem Mühlrad gleich neben den kleinen Geschäften.

Der Platz um die Kirche frisch gepflastert, rundherum die zweigeschossigen Häuser eines schöner als das andere, herrliche Portale mit schmucken Holztüren und Steintreppen.

Ribbe ist wirklich einen Besuch wert!

Auf dem Rückweg lockte Manö auf der Karte. Die kleine Insel nördlich von Römö sah putzig aus. Und man konnte hinauf fahren, zumindest laut meiner Landkarte. Viel zu spät erkannten wir, dass die Verbindung vom Festland zur Insel kein geteerter Damm wie der nach Römö ist, sondern eine sieben Kilometer lange, schmale Schotterpiste mit Steinen, Schlag- und Matschlöchern durch das Watt. Drehen fast unmöglich. Befahrbar nur bei Ebbe (habe ich hinter her erfahren). Als wir ankamen, ist uns ein Auto mit dänischem Kennzeichen sehr flott entgegen gekommen. Es gab dort also 'Leben' oder wir waren nicht die einzigen Verrückten, die sich auf den Weg dorthin gemacht hatten?

Ich wusste nichts von der Insel. Gab es also Bewohner? Nur wilde Natur? Auf dem Deich von Manö angekommen, war ich so durchgeschüttelt, dass ich am liebsten gleich zurück wollte. Sollten wir doch noch weiter fahren? Mutig voran. Erstaunt entdeckten wir Häuser und eine Windmühle auf der Insel. Sogar ein Ferienhaus in den Dünen.

Später las ich, dass sich die Bewohner gegen eine Teerstraße entschieden hatten. Weil sie ihre Ursprünlichlichkeit erhalten und möglichst unter sich bleiben wollten, nicht einem möglichen starken Touristenstrom erliegen. (Im Sommer fahren über den Römödamm zur größeren Schwesterninsel gut 10.000 Autos täglich.) So kamen über die Schotterpiste zwar Touristen auf die Insel, wie wir mit dem Auto oder mit Watttreckern transportiert, aber stark begrenzt.

Auf der Insel war noch Winter. Nix los. Gut so. Unser ehemals glänzendes Auto sah anschließend aus wie nach der Ralley Paris Dakar. Fand mein Mann nicht so toll und ich brauchte noch Zeit, um mich vom Durchschütteln zu erholen. So schoss ich kaum ein Foto und wir verließen die Insel rasch wieder. Zurück auf unserer Insel nach dem Besuch einer Waschanlage und bei einer Tasse heißem Tee war alles wieder gut und ich bereute, dort nicht länger geblieben zu sein.

So zogen die Tage dahin. Typischer Tagesablauf: Beim Aufwachen Blick in den Himmel: Wie ist das Wetter? Der Blick oben in den blauen Himmel war eine Rarität, die manchmal nur für eine Stunde blieb. Dann Spaziergang mit Minu. Zeitung im Dagli Brugsen kaufen. Frühstücken, lesen und aufs Wasser gucken. Da die Couch furchtbar durchgesessen war, nicht geeignet, darauf gemütlich zu liegen und zu lesen, freute sich mein Mann, mit dem Tablett-PC und seinen Adler Olsen Krimis wieder ins Bett zu gehen. Minu tapste ihm nach. Seeluft macht so müde. Ich schrieb meiner Familie von unserem Aufenthalt. Der von meinem Mann gewünschte WLan-Anschluss im Haus wurde mir so auch zu nutze.

Die ersten Tage war ich ausgefüllt nur mit diesen Beschäftigungen und dem Gucken aus dem Fenster, dem Beobachten der Natur. Wie auch an meinem Geburtstag. Es war windstill und warm. Ich konnte eines der Erkerfenster weit öffnen. Schreiben und rausgucken. Füße auf einem Stuhl abgelegt. Träumen. Da setzte sich ein Vögelchen auf die Spitze der nahen Heckenrose. Schaute sich um, erzählte etwas - und ich - ich hielt die Luft an. Konnte mein Glück kaum fassen. Was für ein Geschenk!

Am Nachmittag gab es dann wieder einen Spaziergang oder auch einen Ausflug zum Strand. Der ist auf Römö so breit und auch fest, dass man mit dem Auto bis zum Wasser fährt, bzw. das fast 'muss', weil der Weg von der Düne zum Wasser zu Fuß eine gefühlte Ewigkeit dauert.

Das erklärt auch die bekannten Drachenfestivals, die dort im Herbst stattfinden. Auch jetzt gab es einige, die sie steigen ließen.

Riesige Strandabschnitte sind am südlichen Sönderstrand für Strandsegler und Kitesurfer reserviert.

Als ich dort das erste Mal mit dem Auto oben auf der Düne stand, fühlte ich mich in der Wüste: Sand, soweit das Auge reicht. Ich konnte das Wasser nicht sehen. Der Strand im nächsten, recht beliebten Ort Lakolk auf der Insel ist geringfügig schmaler und belebter. Diese extrem breiten Strände sind charakteristisch für diese Insel.

Zurück im Ferienhaus dann schwarzer Tee mit Kandis. Fotos anschauen. Mich in einen der Schmöker fallen lassen. Das fiel mal leicht, mal dauerte es Tage. Wenn mich das Buch gepackt hatte, dauerte das Vergnügen nicht lange und es war ausgelesen. Drei Romane haben mich durch die Zeit begleitet. Die werde ich noch vorstellen. Erledigt: Hier die Buchvorstellung.

Für das Abendessen hatte ich zu Hause schon für gut 3/4 der Zeit einen Essensplan erarbeitet und alle Lebensmittel mitgebracht. Das war mir wichtig, weil ich erstens keine Lust hatte, im Urlaub jeden Tag zu überlegen, was wir denn kochen könnten. Ich hatte auch keine Lust, dort groß einzukaufen. All das kostbare Zeit. Je nach dem muss man dafür weit fahren. Wir hatten diesmal Glück, ein Supermarkt war per Fuß erreichbar und sogar geöffnet. Keine Selbstverständlichkeit wie wir aus früheren Aufenthalten in den Wintermonaten wissen. Drittens wusste ich nicht, was es an veganen Lebensmitteln (außer Obst, Gemüse natürlich) vor Ort zu kaufen gab. Das war der Hauptgrund für den Essensplan.

Vorher viel Arbeit. Nachher super praktisch. Für meinen Mann nutzen wir oft die Gelegenheit, im Hafen frischen Fisch zu kaufen. Ehrlich gesagt: Es ist nicht einfach für mich gewesen, den Fisch zu kaufen. Gerade der Räucherfisch sah lecker aus. Schwer, den Genusswunsch auszublenden. Ich habs aber geschafft. Und da ich meine Muffinformen dabei hatte und alle Zutaten dafür, gabs auch ab und an Kuchen. Lecker!

Am Abend dann deutsches Fernsehprogramm. Auf der Couch, die Rückenschmerzen macht und so tief war, dass wir am Anfang Schwung holen mussten, um dort wieder rauszukommen. :o) Übung macht die Meister, in der dritten Woche klappte es wunderbar.

Aber nur lesen, schreiben, spazieren gehen, die Natur beobachten, schlafen - das war mir zu wenig. Ich brauchte irgendwann Input. Für meinen Mann, der jeden Tag auf der Arbeit Kontakt zu vielen Menschen bei seinen Terminen hat (er ist Schornsteinfeger), der viel fährt - war es gerade auch nach dem anstrengenden Jahr 2013 wichtig, sich möglichst viel auszuruhen. Schlafen. Lesen. Faulenzen. Mal nicht die Verantwortung tragen, mal nicht ständig telefonieren müssen und abrufbar sein. Für mich war dieses Urlaubsprogramm teilweise gut, aber viel weniger als mein Mann das brauchte.

Also erinnerte ich mich daran, dass mein Mann nicht alles mitmachen muss, sondern es auch ok ist, wenn ich alleine losziehe. Jeder nach seinem Bedürfnis. Gesagt - getan. Ich habe mir einige Städtchen angeguckt. Sehenswert waren in der Gegend Ribbe im Norden des Festlands, die nette Einkaufsstraße in Tönder im Süden, auch Mögeltönder mit Schloss und sehr schöner Straße sowie Höjer an der Festlandküste.

Ich bin mit aller Ruhe an den Strand und habe Fotos gemacht und Tonaufnahmen.

Mit Mann und Hund sieht so ein Aufenthalt anders aus, insbesondere weil Minu mit Vorliebe Sand frisst, Muscheln oder man morgens beim Spaziergang eine tote Maus findet, in der sich herrlich wälzen lässt. Und obwohl sie an der Leine ist, hat Frauchen nicht aufgepasst, weil es ja so viel zu gucken gibt...

So konnte ich auf meinen eigenen Ausflügen tun, was mir wichtig war, mir alle Zeit der Welt nehmen und innerlich abhaken, was mich interessierte. Und mein Mann bekam auch das, was er brauchte.

Wir sind dafür jeden Spaziergang mit Minu - oben ein Selfie ;o) von ihr - zusammen gegangen. Das haben wir im Urlaub nicht immer gemacht, sondern einer morgens - einer abends - wie wir das zu Hause im Alltag handhaben. Zusammen zu gehen. Das war schön und eine gute Gemeinsamkeit. Da mussten also nicht noch Besichtigungen zusammen erfolgen. Wenn ich dann nach Hause kam, hatte ich was zu erzählen und mein Mann freute sich. Win-Win-Situation.

Seit dem Wochenende sind wir zurück. Ich dachte, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin, ist alles klar. Alle offenen Fragen für mich beantwortet. Doch das kann ich derzeit nicht erkennen. Ich brauche Zeit. Zeit, mich wieder zu Hause einzugewöhnen. Es braucht eine Woche, bis alles wieder an seinem Platz ist. Die Wäsche gewaschen und gefaltet wieder im Schrank. Ich bin weniger leistungsfähig als ich möchte, spüre eine Erkältung im Anmarsch. Die Macht der Pollen ist über mich hergefallen, auch das will erst mal verdaut werden.

Die Seele macht weder zu Hause noch im Urlaub mal Pause. Das hatte ich gehofft. Eine Illusion. Denn natürlich fahren alle Anteile von mir mir. Beispiele: Ich habe zwar weniger an die Arbeit gedacht, aber ganz weg waren die Themen nicht, die zu Hause auf mich warten. Seufz. Hatte sie ja schließlich im Rucksack dabei. :o) Die plötzliche nasse Kälte, der dunkel verhangende Himmel und das trübe Licht machten am Ende der zweiten Woche auch nicht Halt vor meiner Stimmung. Puh! Wir kauften Kaminholz und machten den Ofen an. Das half. Und die Konzentration auf eines der mitgebrachten Bücher und ein Ausflug alleine an den Strand.

Ja. Da bin ich also wieder. Erholt. Gelassener? Ich versuch's.

Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht in meinen Erwartungen ertränke. Mein Kopf hatte nämlich für mich schon geplant, dass ich am Montag gleich diesen Blogeintrag schreibe. Ging aber nicht. Meine Fenster sehen aus wie nach einem Schmutzangriff der Killerpollen. Auch die zu Putzen kriege ich im Moment nicht gebacken. Ich brauche mal wieder mehr Zeit, als mein Kopf das will. Mist!

Annehmen und loslassen. Das habe ich auf ein gelbes Blatt geschrieben und neben meinem Bildschirm an die Wand gehängt. Es ist jetzt so wie es ist. Jetzt bin ich erkältet und komme nicht so schnell in die Pötte wie mein emsiger Kopf das will. Die Fenster bleiben wohl schmutzig, den Osterbesuch - meine Eltern und Geschwister kommen - stört das ebenso wenig wie meinen Mann. Nur mich stört es und mit mir hab ich am meisten zu tun, deswegen strengt mich meine eigene Erwartung an.

Es ist eine Herausforderung, die Aufgaben, Ideen und Pläne in meinem Leben unter zu bringen. Ganz real. Tag für Tag. Schritt für Schritt. Diesen Beitrag zu schreiben, war ein großer. Und einen Teil liegen zu lassen. Zu machen, was geht. Zu lassen, was nicht geht. Heute früh fühlte ich mich wie vom Lkw überfahren - ohne dass ich weiß wie das ist. Stelle es mir so vor. Die Atemwege gereizt, Husten, eine Schwere in den Knochen. Unlust. Wenn ich im Urlaub gewesen wäre, hätte ich mich einfach wieder hingelegt. Hier fällt es mir schwer.

Aber ich mache langsamer. Schaue auf das, was ich schon geschafft habe und das ist eine Menge: Sieben Maschinen Wäsche. Alle Koffer wieder im Schrank. Eingekauft. Alle Tüten geleert, Schuhe von Sand befreit, Minus lange Laufleine von Sand und Meerwasser. Im Fußraum des Autos ist noch Sandzeit. Ich sehe es als schöne Erinnerung, statt als eine Aufgabe, 'die ich auch noch nicht erledigt habe'. Ich habe die Umsatzsteuer fürs erste Quartal fertig. Im Garten ein wenig Unkraut gepflückt. Die Fotos auf den Rechner übertragen. Den Kassensturz für den Urlaub gemacht. Diesen Blogbeitrag geschrieben und überarbeitet. Fotos ausgewählt, verkleinert, in diesen Beitrag eingefügt. Hey, Anja, mach langsam. Das ist eine ganze Menge!

Herzlich von meinem Weg

Ihre Anja Kolberg

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 16 April, 2014
Thema: Blog - 2014, 1. Halbjahr, Blog - Dänemark

Da bin ich wieder!

Hallo und herzliche Grüße aus Köln. Nach vier Wochen Blogfasten bin ich frisch erholt zurück am Schreibtisch. Es ist mir schon schwer gefallen, nicht meinen spontanen Impulsen im Blog Raum zu geben, die letzten drei Wochen war es ein bischen leichter, weil ich gar keinen Internetanschluss hatte. Statt dessen das Meer vor der Türe. Über meinen 40. Geburtstag waren wir an die Nordseeküste Dänemarks gereist. Ein Ferienhaus nur zwei Meter vom Strand entfernt mit einer Woche Schnee bei Ankunft, dann wechselhaftem Wetter von Nebel bis strahlendem Sonnenschein, herrlicher Aussicht, Wellenrauschen, Windgeräuschen, über Düne und Meer ziehende Möwen, atemberaubendem Wolkenspielen, Sonnenuntergängen und Leuchtturmlicht bei Nacht. Das Foto stammt von unserer Terrasse.

Ich hätte meinen 40. Geburtstag nicht schöner feiern können. Vorher hatte ich mir überlegt, was mir wichtig ist - schließlich blickte mich ja beständig mein Kalenderblatt mit "Ich mache mich glücklich" an. Was also wollte ich an meinem 40. Geburtstag erleben, damit er nicht untergeht wie jeder andere Urlaubstag? Ich sah eine Torte mit Kerzen, die ich auspusten konnte, der Raum geschmückt, Geschenke. Also besorgten wir vor dem Urlaub fertigen Kuchenteig ("Tarte au Chocolate", sehr lecker), ich nahm eine Backform mit, wir kauften einen "Happy Birthday" Schriftzug, eine Biene-Maja-Wimpelkette, eine Sonnengirlande und 40 Kerzen. Ich wollte mir selbst was schenken, also suchte ich mir eine schöne Gartenzeitschrift aus, die ich als Geschenk verpackte, ebenso wie eine Schachtel Pralinen. Eine Flasche Sekt landete ebenfalls im Gepäck.

Als ich an meinem Geburtstag aufstand, hatte mein Mann schon das Wohnzimmer geschmückt, nach dem Spaziergang mit Minu gab es Sektfrühstück mit Lachs. Meine Mutter und meine Tante hatten sogar Briefe geschickt, am Nachmittag packte ich meine Gartenzeitschrift aus. Was für eine Wonne, denn dort gab es höchstens im nächsten Ort - eine - Zeitung in deutscher Sprache. Nach einem Mittagsschläfchen dann ein langer Spaziergang am Strand zu dritt und anschließend die Torte mit 40 Kerzen auspusten. Zum Abendessen kochte mein Mann den im Hafen gekauften Lachs mit einer leckeren Sektsoße und Bandnudeln. Rundherum gelungen! Es war ein ganz besonderer Tag wie ich es mir gewünscht hatte. Auch dass mein Mann den ganzen Tag frei hatte und wir den Tag so miteinander verbringen konnten ohne die üblichen Ablenkungen des Alltags, war auch etwas besonderes. So würde ich meinen 40. Geburtstag jederzeit wieder verbringen!

Im Urlaub habe ich einige wunderbare Bücher gelesen. Von Buch zu Buch wurde es noch besser. In den nächsten Tagen werde ich sie hier vorstellen. Die Fahrt zurück war dann eine Reise in den Frühling. Während es in Dänemarks Norden, wir waren an Noerlev Strand zwischen Hirtshals und Loenstrup, noch winterlich aussah, wurden die Wiesen, je näher wir auf Köln zufuhren, grüner und grüner. Ich konnte es gar nicht fassen. Zu Hause war Frühling und ich hatte zum Glück noch nicht viel vom Blühen der Zwiebelblumen in meinem Garten verpasst. Beim ersten Spaziergang mit Minu zu Hause fühlte ich mich wie ein kleines Kind zu Weihnachten. Nur diesmal war nicht der Weihnachtsbaum geschmückt, sondern die Natur hatte sich selbst geschmückt: Die Forsythien blühten, Narzissen und Traubenhyazinthen waren erwacht, an den Bäumen die ersten grünen Blätter, am Wegesrand Felder mit lila Veilchen und gelben mir unbekannten Blüten. Was für ein Geschenk!

Zu Hause wartete das Osterfest auf uns, liebe Gratulationen, ein geschmückter Eingang mit einer 40 und Geschenken von meiner Blumenfreundin Petra. So viele Überraschungen. Wunderbar!

Die lange Rückreise steckt mir immer noch in den Knochen. So langsam sind wir wieder hier angekommen, doch es braucht noch Zeit. Die Waschmaschine macht gerade Überstunden und mir fehlt der endlose Blick aufs Meer, die Muscheln am Strand und die Konzentration auf die wesentlichen Dinge, die mich dort umgab. Hach, schön!

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 06 April, 2010
Thema: Blog - 2010, 1. Halbjahr, Blog - Dänemark

Stell dir vor...

... du sitzt am Schreibtisch und blickst aus dem Fenster. Statt auf Häuser siehst du aufs Meer.

Das Meer, wenn es glatt ist und die Sonne scheint.

 

Das Meer, wenn ein unerbittlicher Sturm tobt.

Wenn Windböen gegen die Scheiben preschen und Salz und Sand mit sich bringen, so dass es eigentlich gar nicht möglich ist, klar hinauszuschauen, weil die Scheiben vom Sturm gezeichnet sind. Eine Zeit, in der man nur erahnen kann, was draußen wirklich vor sich geht.

 

Wenn sich das Unwetter gelegt hat und der Regen einen Teil von Salz und Sand von den Scheiben gewaschen hat, schenkt dir die Natur zum Tagesabschied ein wundervolles Farbenspiel.

 

Du bist so fasziniert, dass du beschließt, Feierabend zu machen und die Natur pur und ohne Fenster zu betrachten.

 

Das wäre ein Leben!

Fernab vom Meer - aber mit den Gedanken dort - schwelgt

Anja Kolberg

PS: Dabei geht mir das wundervolle Lied "La mer" von Charles Trénet nicht mehr aus dem Sinn...

Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 29 Oktober, 2009
Thema: Blog - 2009, 2. Halbjahr, Blog - Achtsamkeit, Blog - Dänemark

Hallihallo - da bin ich wieder!

Frisch erholt und gestärkt bin ich zurück in Köln. Ich sitze vor Bildschirm und Tastatur und blicke auf die von der Sonne angestrahlten Frühlingsblumen in meinem Blumenkasten: Primeln in rot, weiß, orange und gelb. Weiße, gefüllte Narzissen und lila Krokusse. Farb- und Frühlingsgenuss pur!

Vor mir liegen 7 Muscheln, die mich direkt wieder an die Nordseeküste Dänemarks beamen, wo mein Mann, unser Hund und ich die letzten 14 Tage verbracht haben. Norwestjütland, Jammerbucht, Nr. Lyngby (zwischen Loekken und Loenstrup für alle, die sich auskennen).

Direkt an der 30 Meter hohen Steilküste (oben ein Bild von Loenstrup), die sich jedes Jahr einige Meter ins Land frisst.

Unser rotes quadratisches Holzhaus mit Veranda und großen Fenstern zum Meer war nur 25 Meter von der Klippe entfernt. Hier ein Bild von der ehemalig befahrbaren Straße:

Nicht die Frage "Ob", sondern "Wann wird das Haus der Naturgewalt zum Opfer fallen?" stellt sich ganz klar. Nebenan das Haus steht nur 2 Meter vom Abgrund entfernt, unzählige Häuser vor ihm sind schon im Meer verschwunden.

Auf der anderen Seite des Hauses liegt ein verlassener Friedhof (hier ein Bild von einem tollen Nebeltag), die Kirche wurde schon Jahre zuvor weiter ins Landesinnere verlegt. Ein spannender Küstenabschnitts Dänemarks und ein wunderschöner Meeresblick von unserem Haus aus. Ein Traum, ein wirklicher Traum! Ich bin jetzt für mein Leben versaut. Ich glaube, ich kann keinen Urlaub mehr ohne Meerblick vom Haus aus machen, sagt mein trotziges Ich. Zu schön war es.

Als wir das Haus bezogen haben und sich mein Mann nach der anstrengenden Fahrt (wir waren Samstag früh im Schneechaos mit gesperrter Autobahn, liegengebliebenen Lkws in Köln gestartet und in Dänemark von Hagel, Schnee und Sturm empfangen worden) erst mal auf's Ohr gelegt hatte, fing ich an, umzuräumen. Die Rattansitzgruppe vor dem Fenster war unglaublich unbequem und viel zu wuchtig für den kleinen Wohnraum, dazu war der hübsche weiße Eßtisch mit den vier weiß blauen Stühlen in der Ecke viel zu eng und auf's Meer schauen konnte man auch nicht. Platz für ein Sofa war nicht. Also: Umräumen, damit wir uns für die 14 Tage wohlfühlten. Als ich dann noch 1000 Teelichthalter, künstlichen Blumen, Katzenfiguren von der Fensterbank im Schrank verstaut hatte, bekam ich endlich Luft.

Jetzt konnten wir beim Frühstücken unseren Blick heben und auf's Meer hinaus schauen.

Wir kamen uns dabei zwar vor wie die zwei Herren von der Muppets-Show :o) - war aber einfach herrlich. Oben im Dach waren zwei Oberlichter eingelassen. Die Wände und Decken waren aus hellem Holz, Küche, Stühle und Tisch in weiß. Dieses Haus hatte ein atemberaubendes Licht. Im Liegen konnten wir den blauen Himmel über uns sehen, vorne an der Klippe schwebten Möwen vorbei, das Rauschen des Meeres. Ein Gedicht. Ein Traum mit Ende. Leider. Und Gott sei dank - zu Hause ist es ja auch schön und es ist wie das chinesische Sprichwort sagt: "Wenn der Blütenschimmer der Kirschbäume länger währte als ein paar Tage, wir würden ihn so innig nicht lieben."

Hatte ich geschrieben, dass ich eigentlich vorhatte, in Dänemark zu schreiben? Vor meinem inneren Auge sah ich mich am Tisch vor dem Fenster sitzen und schreiben (das schon, bevor ich wusste, wie das Haus genau innen aussah), deswegen hatte ich meinen Laptop eingepackt. Die Schriftstellerin in mir war völlig euphorisch, sie träumt ja schon ewig davon, endlich mit dem Roman starten zu können. Aber es ging nicht. Erst war ich zu müde, dann gab es einen Sturm (den wir oben auf der Klippe mit voller Wucht genießen konnten) und dann war dies und dann war das... Gelernt habe ich daraus, mir das nächste Mal keinen Druck zu machen. (Ob das klappen wird?) Der richtige Zeitpunkt für meinen Roman wird kommen. Da fliegt mir direkt der Gedanke zu, den ein Sportler vom Ironman Hawaii mitgebracht hatte. Sinngemäß steht dieser Spruch dort über dem Zieleinlauf "Du kannst alles schaffen, wenn du es willst. Du musst es aber auch tun!" Der Spruch gefällt mir und ist so wahr!

Wir haben im Urlaub wirklich von jeder Wettersituation etwas abbekommen: Sturm, hohe Wellen, Schaumkronen, strahlend blauer Himmel und glattes Meer, diesiges Wetter und bedekter Himmel, einen Tag lang Nebel, ich konnte das Meer nur hören und dann auch wunderschönes Sonnenwetter, herrlich warm, so dass ich draußen auf der Terrasse gelesen habe. Hm, das war schön! Wir haben endlich die Nordspitze Dänemarks besucht, wo Nord- und Ostsee zusammenfließen, dort war auch viel los, ansonsten: Wenige Touristen, einige Zeit waren wir das einzige bewohnte Haus in der Straße: Herrlich! In Hirtshals haben wir direkt am Hafen 2 kg frischen Fisch gekauft, eingefroren und dann eine Woche unterschiedlichen frischen Fisch genossen. Hm, lecker hat mein Mann gekocht! :o)

 

In der zweiten Urlaubswoche begann dann meine Fotolust zu wachsen und ich habe mit meinem neuen Stativ den Abendhimmel fotographiert, den über dem Meer untergehenden Mond (wow!) und den Sternenhimmel, Muscheln, Möwen, das Meer und den Himmel mit und ohne Wolken, einen alten herrlichen Stuhl vom Nachbarhaus... Das waren einmalig schöne und erholsame Erlebnisse. Meine Kreativität hat richtig gefunkt. Ich habe viel experimentiert, endlich mal HDR ausprobiert. Ich sage besser nicht, wie viele Fotos ich genau gemacht habe, aber es bewegt sich im 4stelligen Bereich. *huch* So manches Motiv wird Sie noch auf Kalender und Karten erfreuen.

 

Gelesen habe ich auch, aber ich hatte einige Bücher dabei, die mich richtig gequält haben. Zäh waren sie. Es ist wirklich eine Kunst, gute Bücher zu schreiben. Bücher, die sich nicht ziehen, die von der ersten (!) bis zur letzten Seite spannend sind. Solche, die ich nicht wieder aus der Hand legen will, bis ich sie zu Ende gelesen habe. Davon gibt es wenige! Eines, was mir dabei immer wieder einfällt, ist das Buch "Ende der Nacht" von Ingrid Strobl. Beim Lesen läuft ein Film ab. Es ist zwar vom Thema nicht das, was mich brennend interessiert, aber der Schreibstil, der Unterhaltungswert ist enorm hoch. Immer noch eines meiner Favoriten. Ein Buch hatte ich dabei, das war nach zähem Anfang dann wirklich spannend. Da habe ich auch schon mal bis 3 Uhr nachts gelesen. :o) Ich werde Ihnen in den nächsten Tagen von den Büchern berichten: Welche waren zäh und welche waren gut.

Unsere Minu hat die Strandspaziergänge wie wir genossen: Möwen, Frisbee, der Blick in die Sonne, auf das Meer, die frische Luft. All das war Honig für unsere Seele und unseren Körper. Noch am Donnerstag sind wir 5 km in den nächsten Ort am Strand entlangspaziert. Eigentlich hätte ich gerne gehabt, dass uns dort der Eismann erwartet, leider war das nicht der Fall... *schnief* Dafür sind wir aber mit viel Lachen belohnt worden, weil Minu so viel Freude am Laufen hatte - endlich loslaufen, die Weite genießen, die Möwen wegjagen und in einen Fisch beißen, der den vielen Fischern wohl durch die Lappen gegangen war und nun am Strand lag und auf unseren Hund wartete... Yamyam... Die befürchteten Bauchschmerzen am Abend blieben aus, unserem Vierbeiner ging es blendend! Oben auf dem Foto reckt sie die Nase in die Luft: "Hm, Meer. Hm, Fischduft"

Auch im Februar ist Dänemark eine Reise wert. Die besondere Ruhe, die fehlenden Mücken, das wechselnde Wetter, das glatte Meer, die Einsamkeit am Strand, der blaue Himmel, der einmalige Blick beim Frühstück und Tagebuch schreiben aufs Meer - das werde ich vermissen!

Die über 10stündige Hinfahrt versüßt hat uns auf jeden Fall Hape Kerkeling mit seinem Hörbuch "Ich bin dann mal weg".

Die Stunden verflogen im nu, mein Mann und ich hatten daran beide viel Freude! Ein hörenswerter, lustiger, leichter und oft tiefsinniger Zeitvertreib.

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Wie so oft, sind wir Freitag Abend schon wieder zurück gekehrt. So hatten wir Samstag Zeit, hier zu Hause wieder anzukommen, einzukaufen, die Post zu sichten. Und heute startet die neue Woche.

Ich freue mich darauf, hier im Blog wieder regelmäßig zu schreiben. Ich habe es vermisst, ich habe Sie vermisst! Übrigens habe ich durch meine Auszeit vom Bloggen alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte: Die Bilder sind zur Bildagentur geschickt worden. Yiepieh!

Genug geschnackt - auf geht's! Einen guten Start in die Woche,

Ihre Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 18 Februar, 2008
Thema: Blog - 2008, 1. Halbjahr, Blog - Dänemark

Home... sweet home

Hallo, da bin ich wieder!

14 Tage Dänemark - das war eine schöne Zeit. Der erste Tag ging gaaaaanz langsam um, aber dann ging es ganz schnell. Da begreift man Einsteins Relativitätstheorie ganz leicht.

Wir haben es wirklich gut angetroffen. Das 4. Jahr waren wir an Dänemarks Nordseeküste und sind immer wieder von der Ruhe dort begeistert. Unser Hund hat auch Spaß, denn hier sind die Vierbeiner gerne gesehen. Das Häuschen war einfach klasse - letztes Jahr frisch renoviert und nur 150 Meter und eine ziemlich hohe Dühne vom Nordseestrand entfernt.

Ich schicke Ihnen eine große Brise frischer Meeresluft, blauen Himmel und an den Füßen kitzelnder Wellen. Erholsam war's! Wir haben viiiiiiiiiiiiiiiiiel geschlafen, gelesen, getrödelt, geträumt.... so wie es sich für einen Urlaub nach meinem Geschmack gehört. Besonders liebe ich die Ausflüge mit meiner Kamera an den Strand. Der ist sehr breit und unendlich lang. Stundenlang kann man mit den Füßen immer der Brandung entlang durch das Meerwasser schlürfen. Schön!

Urlaubserinnerungen tauchen auf, wenn ich die Fotos durchschaue: Sonne, blauer Himmel, segelnde Möwen, berauschende Sonnenuntergänge, Seesterne, im Wasser glitzernde Steine, Strandhafer, Stechmücken, Sandbilder, Wolken, Hafen-Atmosphäre & leckeren Fisch in Hivide Sande, Frisbee für unseren Vierbeiner, frischer Wind, ein Wirbel (was das auch immer war, es sah sehr interessant aus), auch mal ein paar Tage bedeckt (leider kein Sturm, ach dann ist es so herrlich gemütlich im Holzhäuschen und die Wellen erst am Strand...), nächstes Jahr vielleicht... :o)

Und nach 14 Tagen faulenzen, ja da habe ich mich auch wieder auf zu Hause gefreut!

Ganz in Ruhe sind wir bereits am Freitag abgereist, so haben wir heute schon wieder alles im Lot. Das mag ich, so kann ich mich auf's Wochenende freuen, bevor es nächste Woche wieder losgeht. Noch einige Punkte sind im Webshop zu klären, Informationen einzubauen, Mails zu sichten... Aber nicht zu viel, schließlich will ich den Urlaub schön ausklingen lassen. Also gehe ich gleich erst mal ein Nachmittagsschläfchen machen und das tolle Hörspiel zu Ende hören... :o)

Ihnen ein wunderschönes Wochenende - und Dienstag ist ja schon wieder Feiertag!

Liebe Grüße!

Anja Kolberg

Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 30 September, 2006
Thema: Blog - 2006, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark


DUNKLE TAGE

Wenn der Blues kommt...
Wende in traurige Gedanken bekommen

KÖRPER + SCHMERZEN

So habe ich 40 kg abgenommen
Mehr Gesundheit in einem Jahr.

MICH SELBST ANNEHMEN

Mich selbst annehmen
Vergleichen ist das Ende des Glücks

INNERES KIND

Inneres Kind
Dicke Tränen trocknen

INNERE STIMME

Reden mit der inneren Stimme
Was tun, wenn die Angst übermächtig wird

PSYCHOLOGIE

Hilfe für die Seele
Hilfe für die Seele. Ende mit dem Tabu.

LOSLASSEN

Weniger ist mehr
Weniger ist mehr

ACHTSAMKEIT

Ganz bei mir sein
Frühlingsmärchen für die Seele

ZEIT FÜR MICH

Im Haus meines Herzens
Aufgeregt vor Termin. Zur Ruhe kommen.

DIE FRAU DAHINTER...

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