Wie war das Wetter im September und welches Kleidungsstück muss mit?

Wie war das Herbst-Wetter an der Ostsee?

Abwechslungsreich. Wir hatten Mitte September bis Anfang Oktober einen heißen Tag mit ca. 28 Grad, wo wir auf der Terrasse in Sonnenliegen die Aussicht genießen konnten.

HImmelblau

Sonst waren es zwischen 15 und 9 Grad, mal warmer, meist kalter Wind. Einige Tage Sturm mit Böen bis 65 km/h. Herrlich, wir mögen ja den Sturm. Zumindest solange ich etwas sehen kann. Türchen 18: Ich liebe den Nordseesturm. Tagsüber. 

Ostseewellen

Ich mag die unterschiedlichen Farben des Himmels und des Meeres beobachten, die von der Sonne und den Wolken binnen Sekunden wechseln können. Oder den Wellen zuschauen wie sie heranrollen und sich zurück ziehen.

Türkises Meer

An der See wechselt das Wetter durch den Wind binnen Minuten. So hatten wir einen Tag viel Regen bei Kälte und grauem Himmel. Ich hätte nicht gedacht, dass sich an dem Tag bei der Wetterlage etwas änderte und beschloss einen faulen Tag zu machen, ohne einen Schritt nach draußen.

Ostseehimmel

Plötzlich riss der Wind eine Wolkenlücke und die Sonne schien eine Stunde. Genug Zeit für einen Walkingausflug am Strand entlang.

Himmel über der Ostsee

Egal wie das Wetter ist: Wir nehmen es an wie es kommt. Regen, Sonne, Hagel, Sturm. Durch den Wind wechselt es meist schnell. Selbst bei Dauerregen, Schnee und Kälte ist es im Haus bei Kaminofenwärme herrlich gemütlich.

Kaminofen

Wenn ich alles im Leben so leicht annehmen würde wie das Wetter in Dänemark, wäre ich ein glücklicher und gelassener Mensch. :-)

(Blogbeitrag dazu: Mehr Gelassenheit mit der Wetter-Strategie im Leben. Wertschätzen wie es ist.) 

Regen

Welches Kleidungsstück muss mit?

Ostsee genießen. Dänemark.

Wichtig bei dem See-Urlaub in Dänemark ist eine wind- und wasserfeste Regenjacke. Ohne die ist es ungemütlich, zumindest in der Nebensaison, wenn wir dort sind. Mit unterschiedlicher Anzahl an Jacken, Shirts, Pullis darunter kann ich dann auf die Temperatur eingehen.

Wind & Wetter geschützt

Auch ein warmer Schal für den Nacken ist wichtig und ein Mütze, um die Haare bei Wind zu bändigen. Am Strand ziehe ich alte Turnschuhe an, zumindest wenn's nicht warm ist und schöner Sandstrand die Füße lockt.

Ostsee Dänemark Strand

Bequemklamotten sind sonst angesagt. Es ist so entspannend, mir keinen Kopf machen zu müssen, ob ich genug abwechslungsreiche Kleidung dabei habe, denn im Ferienhaus sind wir unter uns. Da kann ich lange das gleiche tragen: Jogginghose, T-Shirt, Fleecejacke, dicke Socken sind mein Lieblingsoutfit. :-)

Gemütlichklamotten

~ * ~

Bald geht es hier weiter mit: Walken und Schwimmen?

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Liebe Grüße

Deine Anja

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Freitag, 19 Oktober, 2018
Thema: Blog - 2018, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Der große Wunsch am Meer zu schreiben, kreativ zu sein

Brandung

Mein Traum ist, in einem Haus am Meer mehrere Monate im Jahr zu sein und dort leben, schreiben, lesen, zeichnen. Kurz kreativ zu sein.

Im Kleinen übe ich das im Urlaub, so zumindest der Plan. Ich hatte Romane, Fachliteratur, etwas zu zeichnen, etwas zu schreiben, u.a. das Trauermanuskript über den Verlust von Minu im Gepäck.

Schnecke

Nichts habe ich davon vor Ort machen wollen. Sobald ich in Dänemark war, war mir die Arbeit wurst. Das war befreiend, so schnell Abstand finden zu können.

In der ersten Woche gab mich einfach dem Tag hin, ließ fließen. Das reichte vollkommen. Alleine runter zum Strand, walken und aufs Meer gucken reicht schon. Da vergehen Stunden. Gut so. :-)

Am Meer

Erholung und Kraft tanken standen im Vordergrund.

In der dritten Woche Ostsee, als wir keine Ausflüge mehr gemacht haben, war ich innerlich soweit, den mitgebrachten Historischen Roman: Lumpenball zu lesen, nachdem ich ihn in der ersten Woche angelesen und für sehr interessant befunden hatte.

Lesen am Meer

Erst Ende der dritten Woche konnte ich mir vorstellen, zu arbeiten. Deswegen begann ich auch erst kurz vor Abreise diesen Reisebericht, den ich dann in Köln über mehrere Tage zu Ende schrieb.

Zum Reiseende bekomme ich auch meist erst Lust, für Fotos zu experimentieren. Dann bin ich entspannt, wirklich frei im Kopf und der richtige Moment ist gekommen. So war das bei diesen Bildern:

Minikarten-Set Minikarten: Auf dem Weg

So entstanden der Steinstapel und die Steinspirale, die beide gut genug für den Kalender waren (noch erhältlich in Minikarten-Sets im Shop).

Aber gelungen ist mir mein Vorhaben in all den Jahren nicht ...

Wie kann ich meinen Wunsch - am Meer zu schreiben - realisieren?

Um mein Ideal zu realisieren, bräuchte ich mindestens vier bis sechs Wochen Zeit dort. Und eine Gegend, die ich schon kenne, damit es mich nicht mehr reizt, Neues draußen kennen zu lernen.

Spannende Erkenntnisse & schöne Ziele. :-) Meine Oma fragte mich, als ich mich für den Urlaub von ihr verabschiedete: "Wie lange fahrt ihr: Vier oder sechs Wochen?" Ich liiiiiiiiiiiiiiiebe meine Oma. Was für eine gute Idee!

~ * ~

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Donnerstag, 18 Oktober, 2018
Thema: Blog - 2018, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark, Blog - Schreiben

Lumpenball: Historischer Roman

Lumpenball

Marina Barth beschreibt in ihrem Roman "Lumpenball" den Alltag, die Kleidung, das Verhalten, die Lebensbedingungen und die Einstellungen der Menschen im Köln der 30er Jahre. Beeindruckende Einblicke in die Kölner Künstlerszene. Die Autorin macht das so lebendig, als wäre sie selbst dabei gewesen.

Eine wunderbar geschriebene und herausragend recherchierte Geschichte rund um das „echt kölsche Mädchen“ Fanny, die Puppenspielerin am Hänneschen Theater in Köln war.

Weil sie Halb-Jüdin ist, erlebt die quirlige, selbstbewusste und moderne junge Frau die Machtergreifung der Nationalsozialisten und die Geschehnisse der Vor- und Kriegsjahre mit zunehmenden Einschränkungen und dem Verlust von Freiheit.

Fanny liebt Diskussionen mit dem Ladenbesitzer Gustav, ihrem Vater und ihren Freundinnen und so bekommen wir einen Eindruck in die unterschiedlichen politischen Meinungen und Stimmungen der damaligen Zeit.

Die Hauptfigur Fanny Meyer war eine real existierende Person. Sie hatte eine eigene Meldung im Adressbuch, was damals unüblich für Frauen war, hatte das Abitur gemacht und studiert und war als Schauspielerin tätig, beschreibt Marina Barth in ihrem sehr interessanten Nachwort. Wir erfahren dort auch wie es der Familie Meyer tatsächlich ergangen war.

Die Handlung, so betont die Kabarettistin und Chefin des Kölner Klingelpütz-Theaters sei fiktiv, jedoch: „Alle historischen Begebenheiten und Bekanntmachungen sind wahr und haben sich genauso ereignet wie beschrieben. Alle Zitate sind authentisch, alle Maßnahmen der Nazis sind dokumentiert.“

Mich hat das Buch von Anfang an in seinen Bann gezogen und es stimmte mich traurig, weil ich das Schicksal all der wunderbaren Menschen ahnte: Einfache Arbeiter, Gelehrte, Juristen, Metzger, Künstler, Hausfrauen, Mütter, Großmütter, Männer die für Deutschland in den ersten Weltkrieg gezogen waren. Ihnen war bis zum Schluss nicht bewusst, was sie nach den Deportationen erwartete, sie dachten, es seien Umsiedlungen und sie würden dort ein neues Leben beginnen.

Das Schicksal aus Fannys Perspektive zu erleben hat eine ganz besondere Wirkung.

Sobald ich mir meine Notizen wieder durchlese, die ich während des Lesens machte, fange ich wieder Feuer. Ein ganz besonderes Werk, das ich mir als Schulstoff vorstellen könnte. Ich wünsche mir so sehr, dass Lumpenball eines Tages verfilmt wird. Das wäre einfach wunderbar und ein Denkmal für all die wunderbaren Kölnerinnen und Kölner und ein Erinnern an die dunklen Kapitel unserer Geschichte.

Danke von ganzem Herzen, liebe Marina Barth, für dieses tolle Werk!

Und danke an dich, liebe Petra-Ute für den Tipp!

Titel: Lumpenball: Historischer Roman
Autorin: Marina Barth
Verlag: Emons
ISBN: 978-3-7408-0162-5

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Viel Freude beim Lesen!

Anja

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 17 Oktober, 2018
Thema: Blog - 2018, 2. Halbjahr, Buch: Schmöker

14 Tage oder drei Wochen Urlaub?

Svallerup Strand

Das 11. mal urlaubten wir jetzt (2018) in Dänemark. Wir begannen 2003 damit, als die quirlige Appenzeller Sennenhündin Minu in unser Leben trat und wir die Freiheit und Ruhe mit ihr genießen wollten.

Für uns aus Köln eine Anreise von 680 bis 950 km, je nach dem wie weit wir in den Norden fahren.

Fahrt

2008 fuhren wir das erste Mal im Winter (Februar) und das erste Mal ganz hoch in den Norden Jütlands. Die Fahrt war lang und anstrengend. Wir brauchten über vierzehn Stunden mit Stau hin. Das schlauchte ganz schön. Kaum waren wir angekommen und die Erholung setzte ein, waren die 14 Tage schon wieder vorbei.

Als wir wieder zu Hause waren, sah ich, dass wir für das gleiche Geld auch drei Wochen in dieses Haus hätten fahren können. Das war speziell bei diesem Haus so (Februar?) und habe ich seit dem nicht erlebt.

Fahrt

Aber das brachte uns zum Nachdenken, auch wegen der oft langen Anreise. Seit dem fahren wir nicht mehr zwei, sondern drei Wochen. Da wir in der Nebensaison fahren, ist das fürs Budget zu verschmerzen.

Für die Erholung sind die drei Wochen ein Segen. Die Ruhe und die Natur waren Balsam für meine Seele.

  • In der ersten Woche verdauen wir die Fahrt, kommen an und runter vom Alltagsstreß. Viel Neues strömt auf uns ein, das erst mal verarbeitet werden will. Nicht nur körperlich ankommen ist angesagt, auch die Seele braucht dafür Zeit.
  • In der zweiten Woche werden meine Gedanken im Kopf weniger. Wir wissen, wo wir einkaufen gehen können, haben uns im Haus eingelebt und kennen die Gegend. Die Erholung ist in vollem Gange.
  • Ab Anfang der dritten Woche bin ich so richtig da und dann geht es gedanklich schon langsam zurück nach Hause.

Sonnenuntergang

Also vier Wochen oder sechs wären wohl noch besser. :-)) Träume dorthin sind vorhanden!

~ * ~

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Mittwoch, 17 Oktober, 2018
Thema: Blog - 2018, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Das erste Mal an der Ostsee. Der Strand und weitere Unterschiede zur Nordsee

Die Ostsee war neues Terrain für uns. Würde sie uns ebenso gefallen wie die Nordseeküste Dänemarks, die wir zehnmal bereisten? Wir haben verglichen, was das Zeug hält. :-)

Der Strand der Jammerlandbucht an der Ostsee ist schmal. Sand und Steine wechseln sich ab. Je nach Wetter, Abschnitt und gering vorhandenen Gezeiten war der Strand mal schmaler, mal breiter. Von der Nordseeküste Dänemarks bin ich breiten Strand gewöhnt, aber auch dort gibt es Strände mit vielen kleinen Steinen.

Bei windigem und bewölktem Wetter war ich oft menschenseelenalleine am Meer. Das ist an der Nordsee ebenso. :o)

An einigen Strandabschnitten führen Stege hinaus aufs Wasser. Solche Badestege kenne ich von der Nordsee nicht. Das weist wohl daraufhin, dass es dort oft viel stürmischer zugeht. Einige Stege wurden nach dem ersten Ostsee-Herbststurm abgebaut.

Steeg in die Ostsee

Viele Boote lagerten an für ihre nächste Fahrt an den Böschungen. Ich habe überlegt, was die Besitzer damit machen? Fischen? Einfach raus fahren?

Boote

Die Wellen spülen Seegras und Tang an die Küste. Ich weiß nicht, ob das jeden Monat der Fall ist. In dieser Masse kenne ich das von der Nordsee nicht.

Oft stehen an den höher gelegenen angrenzenden Wegen und Wiesen Bänke, von wo aus ich das Meer genießen konnte. Auf den Dünen an der Nordsee wünschte ich mir diese wunderdaren Ruheplätze mit Aussicht.

Bank Ostsee. Dänemark.

Auch die gepflegten Rasengründstücke und -wege sind an der Ostsee typisch. An der Nordsee sind die Grundstücke naturbelassen mit Heide, Sand, Strandhafer, Kiefern, Heckenrosen und Dünen.

Beides hat etwas für sich. Uns fehlte ehrlich gesagt die Weite der Strände, die Dünen, das karge und raue der Nordsee.

An der Nordsee habe ich noch keinen gefunden: Diese Glückssteine mit einem natürlichen Loch. Sie werden auch Hühnergott genannt und sollen alles böse fernhalten. Auch an der Nordsee muss es sie geben, denn an manchen Häusern sah ich sie an einer langen Schnur an Häusern in den Dünen baumeln. Bei uns am Ostseestrand fanden wir gleich mehrere. Mein Mann hatte besonders ein Auge dafür und fand dieses große Exemplar:

Hühnergott

Der Vorteil, wenn wir das erste Mal an einem Ort sind: Wir unternehmen oft was, sehen viel neues. Besonders Seeland hat im Gegenzug zu Jütland viel zu bieten bzw. mehr auf geringerer Fläche, also kürzere Wege.

Wir haben in den ersten beiden Wochen jeden zweiten Tag einen Ausflug gemacht und erst in der dritten Woche das Auto ganz stehen lassen und am Strand und im Haus die Seele baumeln lassen.

Bei unseren Urlauben auf Jüttland war das anders. Wir kannten fast schon alles, es ist aber auf die Fläche gesehen auch weniger zu besichtigen. Dem entsprechend haben wir auf Jütland nur wenige Ausflüge gemacht. Faulenzen, Lesen, Schreiben, aufs Meer und nach innen schauen standen dort die meiste Zeit im Vordergrund.

Beides ist gut, nur eben anders.

~ * ~

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Dienstag, 16 Oktober, 2018
Thema: Blog - 2018, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Liebevolle Eigenarten im Ferienhaus

Nach unserem elften Aufenthalt in Dänemark wissen wir um die Eigenarten in Sommerhäusern. Hier ein paar liebevolle Details:

Das Inventar ist immer anders. Die Eigentümer richten selbst ein. Mal ist alles da, was man in der Küche an Utensilien und an Besteck für die mögliche Personenanzahl braucht. Mal fehlen kleine Löffel, mal ein Wasserkocher, mal sind nur Minigläser da und dann so viele Porzellanschüsseln, dass man ein großes Fest bestreiten könnte ...

Nach so vielen Aufenthalten habe ich gelernt, die Hausbeschreibung genau durchzulesen und zur Sicherheit haben wir immer ein Repertoire dabei: Scharfes großes und kleines Küchenmesser, kleine Löffel, eigene Pfanne, Dosenöffner, schöne Tassen, große Gläser. Auch wenn wir es dann vor Ort nicht brauchen.

Vor Ort kann man alles kaufen, aber das geht auf die Urlaubskasse und klar kann man mit dem leben, was da ist - nur das schmälert den Komfort oder die Freude. Deswegen haben wir unsere Wohlfühlsachen dabei. Das gilt auch für Kissen und Plümos.

Praktisch war die mitgebrachte kleine Campingkaffeemaschine. So gluckerte morgens frischer Bohnenkaffee für meinen Mann, statt ihn - wegen fehlender Kaffeemaschine - mit Pulver anzurühren.

Eigenarten Ferienhaus

Ganz ließ sich der Einkauf nicht vermeiden: Ein fehlendes Sieb haben dieses Jahr wir ebenso vor Ort besorgt wie eine Spülbürste, Pfannenwender, Dosenöffner (vergessen...) und einen Abzieher für die Fenster.

Scheiben

Der erste Sturm - und die Scheiben sind von einem Salzgemisch verschmiert, als hätte man Milchglasscheiben. Das ist nahe an der See so.

Will man schöne Sicht, muss man öfter die Fenster putzen. Nicht immer ist frischer Regen parat, der die Fenster wieder von alleine sauber spült...

Ich fand es am besten, erst die Scheiben mit warmen Spülwasser abzuwaschen, damit auch etwaige Sandkörner weg sind. (Der Abzieher kann sonst mit Sandkörnern darunter Kratzer auf den Scheiben hinterlassen.) Dann den Abzieher nutzen.

Löffel

Das nächste Mal - in das Haus würden wir wieder fahren - würden wir auch eigenes Besteck mitbringen, da Silberlöffel hübsch aussehen, aber merkwürdig schmecken.

Sobald die Sonne scheint, heizt sich das Holzhaus auf. Das ist bei Kälte super, weil man den Kaminofen nicht befeuern oder heizen muss. Im Sommer allerdings wird es heiß werden, die vorhandene Klimaanlage wird wohl einen interessanten Ausschlag nach oben in der Stromabrechnung haben. Immerhin ist eine vorhanden. Strom und Wasser wird in den Häusern zusätzlich zur Miete abgerechnet.

Ich versuche vergebens die sich nach außen öffnenden Flügeln der bodentiefen Schlafzimmerfenster nachts mit Stühlen festzustellen, damit wir frische Luft bekommen. Durch den Wind klappern sie immer wieder. Kippen lassen sie sich nicht. Als es kälter wurde, störte es uns nicht mehr, weil die Fenster nachts geschlossen blieben.

Wir schlafen gut und haben uns langsam daran gewöhnt, dass keines der Fenster Gardinen oder Rollos hat. (Im Bad ist Milchglas.) Hier ist es so einsam: Wer soll hier außer den Bewohnern der Ferienhäuser nachts am Feldweg vorbei gehen? Eine Nachbarin duschte sich auf der Terrasse nackt ab, nachdem sie ein kurzes Bad in der See genommen hatte. Also, was haben wir zu verstecken?

Empfindliche Platte

Die Platte des großen Esstisches besteht aus unbehandeltem Holz. Er sieht super aus. Die Oberfläche hat aber zur Folge, dass Wasserkränze ebenso Spuren hinterlassen wie Fett, da das offenporige Holz alles aufsaugt. Wir reinigen unseren Sitzplatz, aber die Fasern des Spültuches bleiben am Holz hängen. Hm. Kalkuliert der Eigentümer diese Gebrauchsspuren bewusst ein? Ich stelle mir vor, hier verspeisen zwei Erwachsene und zwei Kinder Spaghetti Bolognese, wo rote, fetthaltige Soße nur so spritzt. Wie mag die Platte dann aussehen?

So schön wie die Platte aussieht: Richtig wohl fühle ich mich am Tisch deswegen nicht, weil ich nichts beschädigen will. Auch mit den Sofas aus hellem blauen Stoff hoffe ich, dass wir keine Flecken drauf machen. Zur Sicherheit/innerer Entspannung lege ich Decken über den sehr hübschen, jedoch empfindlichen Stoff.

Stoff

So hat die Schönheit auch ihren Preis. Altes Interieur hat den Vorteil (gerade mit Hund fand ich das befreiend), dass wir keine Sorgen hatten, etwas zu beschädigen oder zu verschmutzen. Wenn es so schön und auch empfindlich ist wie dieses Jahr, ist es nicht so ganz so entspannend, weil wir uns so in Acht nehmen. Wir haben zwar eine Haftpflichtversicherung, aber ich habe gar keine Lust auf die bürokratischen Schritte und den Stress ...

Dies waren ein paar Eigenarten, die ein Ferienhaus-Aufenthalt mit sich bringt. Jedes Mal ist es anders. Langsam haben wir uns daran gewöhnt.

Der Vermieter ist eben nicht direkt greifbar persönlich vor Ort. Der Kontakt geht über Vermittlungsagenturen, die je nach Region auch schon mal etwas weiter weg sind.

Wenn man das weiß, ist es einfacher damit umzugehen.

~ * ~

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Montag, 15 Oktober, 2018
Thema: Blog - 2018, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

Danischer Stil: Rosengrundstück und unser Ferienhaus von innen

Unser Grundstück

Auf dem Rasengrundstück rund um unser Holzhaus stehen viele Rosenstöcke. Kletterrosen ranken den Holzzaun empor.

weiße Rose

Weiß, rosa, pink, apricot, hell und dunkel lila Blüten entdecke ich - mit wundervollem Duft! Die Ostsee scheint Rosen ein gutes Klima zu bieten.

Die dunkel lila Blüten haben es mir besonders angetan. Eine einzelne Rose beduftete den ganzen Raum:

Lila Rose

Ebenso wie die Hecke aus Kartoffelrosen, deren Hagebutten ich so gerne esse. In einem kleinen Gärtchen neben dem Haus finde ich neben Efeu, Rosen und Lavendel auch Rhabarber.

An einer Ecke des Hauses wächst eine prächtige Zitronenmelisse, deren Blätter meinen Lieblingstee im Urlaub machten.

Zitronenmelisse

Sitzgelegenheiten gibt es viele: Auf dem Rasen stehen Bänke. Gen Meer gerichtet umläuft eine Holzterrasse an zwei Seiten das Haus, darauf steht ein Eßtisch mit zwei Bänken.

Bank

Hinter dem Haus steht windgeschützt ein Bistrotisch mit zwei Stühlen auf einer kleinen Steinterrasse für das Frühstück in der Morgensonne.

Vor dem kleinen Gartenhaus locken zwei Liegen neben weißen Stockrosen zum wind- und sichtgeschützten Ausruhen. So kann man je nach trockener Wetterlage draußen sein und die Sonne, den Windschatten, das Rauschen des Meeres oder den Ausblick genießen.

Vogel

Nebenan beim Nachbarn am Giebel guckte mich morgens ein kleines Vogelköpfchen an, das wie ich wohl gerade in seinem Häuschen wach geworden war und dann fluchs davon flog. Spatzen haben wir immer wieder auf den Hecken gesehen.

Das Haus von innen

Die Hauseigentümer haben ein glückliches Händchen bei der Einrichtung bewiesen. Schöne Anregungen für zu Hause oder einfach zum Erfreuen. :-)

Decken und Wände sind allesamt Weiß, in den beiden Schlafzimmern sind die Holzböden hellgrau gestrichen. Im großen kombinierten Wohn-/Essraum mit Küche ist Buchenlaminat verlegt und im Zwischenbereich blieb der alte Kieferndielenboden erhalten.

Geflochtene Stühle mit türkisfarbenen Kissen stehen um den großen Holztisch vor großen Fenstern, die den Blick aufs Meer frei geben.

Vor dem bodentiefen Fenster im Zwischenbereich zu Bad und den beiden Schlafzimmern steht eine Recamiere mit Blick aufs Meer. Hellblau sind die beiden Sofas vor dem Kaminofen, auch von dort: Der Blick aufs Meer.

Mit Blumen und Streifen gemusterte Decken und Kissen in hellblau und rosé machen es gemütlich.

Ferienhaus Stil Dänemark

Die hellbraune Küchenzeile ist ganz einfach: Keine Oberschränke. Herd, Spüle. Ein Eckschrank, ein Schrank mit Schubladen und ein schmaler mit einer Türe. Daneben zwei Bestelltische aus Bambus.

In der großen Holzvitrine sind über sechs Etagen hübsche Teller, Tassen, Schüsseln, Karaffen, Weingläser, Teedosen und Bücher verteilt. Die Farben passen zu den Grundtönen im Haus: Holz, Weiß, Türkis und Blau.

Mit so schönen Dingen umgeben zu sein, tut meiner Seele gut.

Große Körbe dienen als Aufbewahrung für Sitzkissen.

Ein dekorativer Tisch im Zwischenbereich, mein Nachttisch, die Spiegelkommode und eine weitere Kommode im zweiten Schlafzimmer sind im Vintage-Stil in hellgrau aufgearbeitet. (Also alte Möbel in verschiedenen Schichten angestrichen und dann die Kanten etwas abgeschliffen, dass es gebraucht aussieht.)

Vintage

Das hat einfach Charme. Einiges scheint noch in Arbeit zu sein, die Platte der Kommode ist noch nicht wieder vorhanden.

Wir haben das erste Mal einen großen Schrank im Schlafzimmer. Dafür fehlen die von uns so geschätzten Hakenleisten an der Wand gänzlich. Die Jacken landen so auf dem zweiten Bett, das wir nicht nutzen.

Es ist das erste Haus in den letzten Jahren, in dem ich nicht erst etwas umräumen muss, damit man sitzend oder liegend den schönsten Blick auf das Meer erhaschen kann.

In meiner Vorstellung wohnen wir im Haus einer gartenliebenden Designerin, die in Kopenhagen wohnt und das Haus im Sommer selbst bewohnt. :-)

~ * ~

Der nächste Bericht: Liebevolle Eigenarten im Ferienhaus.

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Sonntag, 14 Oktober, 2018
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Unser Ferienhausgebiet - Häuser am Meer

Wir wohnten an der Jammerlandbucht an der Westküste Seelands. Knapp 40 Holzhäuser stehen in diesem Abschnitt in vier Reihen wie in einer kleinen Siedlung auf einem Hügel oberhalb der Ostsee. Nur zwei werden an Feriengäste vermietet, zumindest nehmen wir das an, denn nur auf zwei Briefkästen sind Aufkleber von Vermittlern. Der Rest der Unterkünfte ist wohl in der alleinigen Hand ihrer Eigentümer. Im September sind die meisten verwaist.

So auch das Haus vor uns, durch dessen Fenster wir das Wasser sehen können. Neben uns wohnt ein nettes dänisches Rentnerpärchen, die ihr Häuschen acht Monate im Jahr bewohnen.

Ihnen gegenüber wohnt auch ein Rentnerpaar und daneben eine alleinstehende Frau, schätzungsweise Mitte 50. Sie scheinen das ganze Jahr hier zu wohnen. Ein Haus am Meer. So schön diese Vorstellung!

Sonnenuntergang Ostsee

Jeder grüßt hier jeden. Es ist ruhig, beschaulich, die Nachbarn kümmern sich umeinander. Ein heimeliges Gefühl. In der Siedlung findet wohl ein Generationswechsel statt. Die Nachbarn sind schätzungsweise 70 bis 80 Jahre. Zwei Häuser stehen zum Verkauf. So war es vielleicht auch mit unserem Haus. Die Fotos auf Google Maps zeigten es noch in einem anderen Zustand. Inzwischen wurden Türen versetzt, die Terrasse vergrößert, neue Fenster eingesetzt und das Haus schwarz angestrichen.

Unser Ferienhaus für die nächsten drei Wochen ist das letzte in einer Sackgasse. Rechts von uns ist ein großer Acker, auf dem die Möven und Nebelkrähen landen und starten oder ein Auerhuhn den Hügel rauf und runter flitzt.

Es ist und bleibt herrlich ruhig. Einige Häuser weiter sind zwar Handwerker mit dem Innenausbau eines Neubaus beschäftigt, aber die Geräusche gelangen selten bis zu uns. Wir hören hier eher das Rauschen der 150 Meter entfernten Ostsee. Wer die Geschichte aus dem letzten Jahr kennt, weiß wie sehr ich das zu schätzen weiß und wie erleichtert ich bin.

Draußen essen bei Wind

Über das Feld und vorbei an den Häusern in der Reihe vor uns haben wir einen herrlich weiten Blick auf die Ostsee und den Verlauf der Jammerlandbucht. In kilometerweiter Entfernung konnten wir hinter dem Feld eine Fabrik sehen, die sich als Elektrizitätswerk herausstellte. Kein schöner Anblick dachte ich erst, doch wir haben uns schnell daran gewöhnt.

Der Himmel ist so weit, nachts manches Mal sternenklar und der Mond spiegelt sich im Wasser oder leuchtet in unser Schlafzimmer.

Mond spiegelt sich in der Ostsee. Dänemark

Zwischen den Häusern führt ein von den Anwohnern gepflegter Rasenweg und eine lange Steintreppe zum Meer. Eine tolle Aussicht über die Jammerlandbucht zur linken Seite Richtung Bjerge und Reerso:

Jammerlandbucht

Zur rechten Seite Richtung Asnaes und Kalundborg.

Jammerlandbucht

Hier geht es weiter mit: Danischer Stil: Rosengrundstück und unser Ferienhaus von innen

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Anja

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Erstellt durch: Anja Kolberg am Samstag, 13 Oktober, 2018
Thema: Blog - 2018, 2. Halbjahr, Blog - Dänemark

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